Rudolf Kohl

Sonntag, 19 Mai 2013 @ 16:19

Vor paar Jahren haben wir in einem Artikel geschrieben, dass über Herr Rudolf Kohl ein Extrabeitrag kommt.
Nun, einen Beitrag haben wir noch nicht geschrieben…
Jetzt ist Rudolf Kohl nicht mehr da und die Stadt hat ein Original und Unikum verloren. Eigentlich das letzte.

Denn Rudolf Kohl hat das Stadtbild so geprägt, dass man sich Heppenheim ohne ihn nur schwer vorstellen kann.
Am Freitag, den 17 Mai, wurde er beerdigt und Feuerwehrleute haben Totenwache gehalten. Anschließend wurde im Feuerwehrstützpunkt ein großes Fest gefeiert – so hat sich das der Verstorbene zu Lebzeiten gewünscht.

Jeder in Heppenheim kannte ihn. Schwer und humpelnd (nach einer alten Beinverletzung) schritt er über die Straßen, immer freundlich und lächelnd, obwohl er etwas streng wirkte.
Sein Leben war die Feuerwehr – damit hat er eine Familientradition erfüllt, denn sein Großvater hat im 1882 die Heppenheimer Feuerwehr gegründet. In der Kirchengasse befindet sich sein privates Museum. Sein besonderer Stolz waren Helme aus der ganzen Welt (sogar aus Vatikan), die er auf verschiedene Weise eingesammelt hat, durch Tausch oder Geschenke. Gern hat er Besucher durch das Museum geführt und zu jedem Exponat lebendige Geschichten erzählt. Ich kann mich nicht erinnern, dass man Eintritt zahlen musste.
Aber am Zaun des Vorgartens war eine Spendendose, wo die Zuschauer und Besucher immer gern was eingeworfen haben.
Denn hier, hat er ein Mini-Heppenheim aufgebaut, mit Zügen und ICE-Heppenheim, Sebastian Vettel, Starkenburg und Weinbergen, Feuerwehr und Tatütata. Wenn man gerade Glück hatte und ihn angetroffen hat, dann hat er einen Brand entfacht, den viele kleine Feuerwehrmännchen tapfer mit echtem Wasser gelöscht haben. Kinder haben immer vor dem Zaun gestanden, aber Erwachsene haben auch ihr Spaß gehabt. Es war etwas besonderes, was man Gästen zeigen konnte.
Viele kannten Rudolf Kohl auch in der Rolle des Nachtwächters, der mit seiner Hellebarde späte Stadtveranstaltungen besucht und traditionell mit gewaltiger Stimme zu Nachtruhe aufgerufen hat.
Seinen Geburtstag hat er immer mit einem Straßenfest in der Kirchgasse, vor seinem Haus gefeiert. Es war eine Veranstaltung in der Altstadt, die Freunde und Fremde, Heppenheimer und Touristen angezogen hat. Einmal waren wir auch dabei. Und zwischen Kaffee und Bierchen konnte man das Museum sehen.
In diesem Haus, an der Kirchgasse 12, wurde im März 1864, damals bei Schlossermeister Martin Kohl, ein Gesellenverein – Vorgänger der heutigen Kolpingfamilie – gegründet. Rudolf Kohl selbst war bis zuletzt aktiv für die Kolpingfamilie und hat auch im Chor gesungen. Ha! mit der Stimme!
In seinem Haus wurde auch 1977 von zehn engagierten Bürgern (auch Ludwig (Muggel) Müller) Altstadtfreunde-Verein gegründet und er war erstes eingetragenes Mitglied.

Rudolf Kohl war auch ein Weltenbummler und jährlich über mehrere Monate auf Luxuslinern unterwegs, wo er das Schöne mit dem Nützlichen verbunden hat und als Feuerwehrexperte fungierte. Viele Helme und Utensilien für sein Museum hat er auf diesen Reisen gesammelt.
Schon vor paar Jahren musste er eine Chinareise wegen Beschwerden an seinem kranken Bein abbrechen.
Und jetzt, auf der 15. Kreuzfahrt – auf Azoren – ist er nach Abfahrt von Sao Miguel krank geworden, wurde noch auf der Insel Terciere ins Krankenheus gebracht, leider konnte man ihm nicht mehr helfen. Wir kennen Azoren und Sao Miguel – eine wunderschöne Ecke der Erde, aber nicht zum sterben.
Wie gelebt, so gestorben – sagt man. Auch hier kann man es anwenden: Reisen, Feuerwehr, Geselligkeit.
Er hat Heppenheim geliebt und die Welt auch. Nach jeder Reise hat er sich erst zu Hause gefühlt, wenn er die Altsteinpflaster unter den Füßen gespürt hat. Gestorben in der weiten Welt, für Feuerschutz tätig…
Rudolf Kohl war Junggeselle, hatte keine Kinder.
Man fragt sich jetzt, was mit dem Museum, der Modelleisenbahn im Garten und dem Haus passiert. Aber das hat er sicher alles geregelt, denn er war nicht gesund und hat vermutlich damit gerechnet, dass er keine Hundert wird. Vielleicht macht die Feuerwehr weiter. Oder die Altstadtfreunde.
Herr Rudolf Kohl hatte viele Freunde und hat sich sehr für die Stadt verdient – es wird genug gute Menschen geben, die sein Werk wahren und pflegen werden.

[flv volume=50 width=522 height=312]http://www.hepprumer.de/mediahp/2013/05/kohl/Feuerwehrmuseum_Rudolf_Kohl_Heppenheim.flv[/flv]Startfoto der Videodatei von: Steffen Jakob

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Franziskus in Heppenheim?

Dienstag, 19 Mrz 2013 @ 6:53

Die Welt hat einen neuen Papst. Na, der katholische Teil.
Die Zeitungen schreiben viel, man kann sich nicht dem Thema entziehen – es ist einfach interessant und der Mensch noch mehr.

Ein lokaler Aspekt: Jorge Mario Bergoglio war 1985 paar Monate in Frankfurt, bei den Jesuiten von St. Georgen, wo er sich über seine Dissertation beraten hat. Eine Doktorarbeit hat er jedoch später nicht geschrieben.

* Padre Bergoglio… hat damals im argentinischen Winter eine Auszeit genommen, um noch einmal tiefergehend wissenschaftlich zu arbeiten. Ihn interessierte der deutsche Theologie Romano Guardini, zu dem es in St. Georgen reichhaltiges Material gibt. Was Papst Franziskus an Guardini fasziniert hat, ist nicht bekannt. Aber wie der Pontifex selbst hatte der deutsche Theologie, der 1968 starb, italienische Wurzeln.
Mehrere Wochen hat sich Jorge Bergoglio damals in seine Forschungen vertieft, hat die reichhaltige Bibliothek genutzt und in einem der kargen, einfachen Zimmer in der Kommunität gewohnt. Doch dann kam, womöglich früher als gedacht, eine neue Berufung seines Ordens. Und das angedachte Buch bliebt unvollendet.  *

http://www.yumpu.com/de/document/view/4738684/internationaler-stadtgang-heppenheim-kreis-bergstrasse/28Der Theologe und Philosoph Romano Guardini, der in der Jahren 1910-11 in Heppenheim am St.Peter gewohnt hat. Er war als Kaplan (nach der Priesterweihe im Mai in Mainz) vom 01. Juli 1910 in Heppenheim tätig und ist am 27. Mai 1911 an das Krankenhaus in Darmstadt und am 01. August 1911 in die Dompfarrei nach Worms gegangen.
Ob er in Rahmen der Recherche die 50 Km nach Heppenheim gefahren ist, ist noch nicht bekannt. Sicher krammt Einer bisschen irgendwo in Dokumenten und Archiven. Vielleicht gibt es zufällige Fotos von einem Spaziergang in der Altstadt oder Handnotizen im Pfarrhauskeller.
Das wäre interessant für die Geschichte der Stadt.

 

* Zitat:   http://www.welt.de/politik/deutschland/article114452124/Bergoglio-studierte-einst-in-Frankfurt-am-Main.html
Auch interessant: http://www.spiegel.de/panorama/spurensuche-in-deutschland-papst-franziskus-und-sankt-georgen-a-888849.html

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Frühlingsgefieder

Sonntag, 17 Mrz 2013 @ 6:38

Der Frühling kommt bei uns früher als in anderen Regionen. Das Klima verwöhnt uns.
Doch den letzten Winter haben auch wir als lang und quälend empfunden. Vielleicht, weil der Schnee immer wieder gekommen ist. Da war er schon mal weg, wir haben den Frühling gerochen… und rummmms! alles wieder weiß. Und Licht von der Sonne haben wir auch sehr wenig gesehen, dafür viel zu Hause gebrannt.
Also kein Wunder, dass die Bergsträßer jeden Sonnenstrahl und kleinstes Blümchen angebetet haben. Die ersten Blumen sind auch schon früh erschienen – Fotos vom 3.Februar.
Und mir ist kein Bote entgangen, ich habe jedes blühende Etwas entdeckt!

Dann hat wieder der Schnee alles zugedeckt. Ach, was! er war weg und die Blümchen blühten weiter. Und erneut Schnee -und erneut weitere Blumen. Natur hat sich nicht aufhalten lassen.

Jetzt haben wir den halben März, Sonne führt einen Platzkampf mit dem regen Regen. Die Natur reißt sich zur Sonne. Krokusse, Osterglocken, Forsythien blühen schon. Baumblüte – typisch für die Bergstraße – hat angesetzt.
Die Vögel sind dieses Jahr auch früh gekommen, Störche (haben wir mehrere Paare in der Umgebung), Kraniche. Zwischen Heppenheim und Lorsch sind Wiesengebiete, die als Naturschutzgebiet (Brutstätten) ausgewiesen sind – hier landen die Schwärme zu Erholung, so dass die Wiesen schon früher gesperrt wurden. Vor paar Tagen habe ich dort (von der Straße) einen Schwarm Kiebitze gesehen.
In Münster ist ein Storchennest mit Webcam – so eine Storchen-peepschow, mit Tagebuch. Der Chef ist schon am 18.02 gelandet, sein Frauchen am 22.02 – das war gut so, denn zu zweit haben sie sich im verschneiten Nest warm gehalten. Jetzt vögeln sie schon fröhlich…
Niedrige Temperaturen und wiederkehrender Schnee irritieren die Zugvögel. In der Zeitung haben wir gelesen, dass manche der Rückflug ansetzten.
Das schönste Erlebnis war jedoch ein „Treffen“ mitten in der Stadt. Er flog über einer engen Straße – ich dachte zuerst, es wäre ein Reiher – aber es war ein Storch!!! und landete auf einem Haus. Hej!! zwei Häuser weiter! da wohnt mein Mädchen!!
Zig-Meter-Luftlinie weiter steht ein historisches Gebäude – Halber Mond – wo bis vor 30 Jahren immer Störche genistet haben. Nach der letzten umfassenden Renovierung (vor zwei Jahren) wurde dort auch ein Rad angebracht, vielleicht lässt ein Paar die alte Tradition aufleben? Es ist zwar in der Stadt, aber zum Wiesen-Buffet nur ein Flugsprung. Also warten wir und schauen in den Himmel.
Ich bin ein masurisches Mädchen – ich liebe Störche!

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Fastnacht `13

Montag, 11 Feb 2013 @ 22:47

Wir feiern die Fastnacht.
Am Freitag waren wir 20 Km weg in Reichenbach in der Gaststätte „Zur Traube“ zu einer Sitzung. Unsere Gruppe, ca 20 Personen war an den bunten Zipfelmützen leicht zu erkennen.
Nach gemeinsamen gemütlichen Abendessen im Gastraum, haben wir unsere Plätze im Festraum belegt. Er war nicht groß, aber voll.
Unten gut gelauntes Publikum, oben Tänze, Balletts, Büttenreden, Gesang.
Es wurde viel Wasser und alkoholfreie Getränke bestellt – und es war auch lustig! Als wir dann um Mitternacht im Takt der Polonaise den Raum verlassen haben, hat man noch keine Trunkenbolde gesehen, aber es wurde danach „zu dritten Hälfte“ eingeladen… Acha.

Am Sonntag, den 10.02. war die Straßenfastnacht. Das Wetter war gut (vor allem, da wir letztens noch mal Schnee hatten, aber der ist zeitig verschwunden), blauer Himmel, Sonne, null Grad. Was will man mehr?
Die Stadt hat 100 Tausend umsäumende Gäste erwartet, und wurde sicher nicht enttäuscht, denn bei solchem Wetter kommen viel mehr Besucher aus der ganzen Umgebung.
Wir haben uns in echte arabische Klamotten verkleidet. Jurek hat seine Dishdasha aus Abu Dhabi angezogen und ich ein marokkanisches Kleid – das war praktisch, denn darunter konnten wir uns warm anziehen, was nicht ohne Bedeutung ist, denn man steht immerhin 2-3 Stunden. Da hilft das Rum-hopsen zu vorbeifahrenden Musik (und jede Gruppe hat eigene) nicht immer.
Es gab dieses Jahr sehr viel Eis – von der Langnese, wie immer. Ich habe vier gegessen, Jurek auch so viel. Mehr ging nicht rein – dann haben wir sie den Kindern gegeben, die ja wachsen müssen um für unsere Renten zu arbeiten.

Als letzte fahren die Putz-Sauger-Autos. Und zum Räumen gibt es vieeeeeel! Es ist immer gleich – wenn die Verpackungen mit Inhalt gekauft werden, dass freut sich die Kasse. Wenn später viel Müll liegt – dann wird gemeckert. Und man schmeißt einfach alles unter die Füße, Papiere, Flaschen.
Es sieht furchtbar aus!! Aber der Räumtrupp macht gute Arbeit. Und am Ende ist alles sauber und die Menschen zufrieden.
Eine schöne Geste haben wir beobachtet: von dem erbeuteten Eis, gebunkert in Kühltaschen, wurden paar Eis den Putzmännern durch die Autofenster gegeben. Sie haben sich gefreut und man hat ihnen doch eine Anerkennung gezeigt, denn schließlich haben sie unseren Dreck gesammelt. Danke!

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Neues Jahr

Dienstag, 15 Jan 2013 @ 22:00

Wir haben sehr lange nichts geschrieben, was nicht heißt, dass die Stadt geschlafen hätte.
Alle Jahresveranstaltungen haben stattgefunden, Weinmarkt, Straßensensationen, Autoausstellung.
Sogar Sebastian Vettel wurde zum dritten mal Weltmeister!! Riesenfreude in Heppenheim.
Eine alte Villa am Maiberg hat er auch gekauft. Dauerhaft leben wird er da nicht, aber er kommt regelmäßig nach Hause, zu Familie, dann kann er dort wohnen.
Die Geschichte der Trutzburg wurde schon fast vergessen…
Um das Jahr 2013 gut anzufangen, sind wir zu ersten mal zum Neujahrsempfang der Stadt gegangen.Schon vor unserem Haus haben wir Nachbarn getroffen, die gleiches Ziel hatten – na schön, es wird um so lustiger.
Alle Einwohner werden vom Bürgermeister zum symbolischen Umtrunk eingeladen. Und so treffen sich wichtige Menschen und die, die sich für solche halten, an einem Sonntag im Januar, im Kurfürstensaal – wo 1947 die FDP gegründet wurde. Vor 250 Gästen  wurden feierliche Reden gehalten, Pläne für Stadtentwicklung angesprochen, Resume gezogen… Dazu gab es genug Sekt und frische leckere Brezel (natürlich alles kostenlos, man ist ja  Gast).

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„Trutz… Kirche“ in Spanien!

Sonntag, 19 Aug 2012 @ 16:19

Der 85-jährige Spanier Justo Gallego baut auf seinem Grundstück seit 50 Jahren eine Kirche. Anfang der 60er Jahre wollte Justo Gallego sein Leben als Mönch verbringen und schloss sich den Benedektiner-Mönchen an. Wegen einer Tuberkulose-Erkrankung wurde er jedoch noch vor seinem Gelübde aus dem Kloster ausgeschlossen. Nach seiner überraschenden Heilung der Tuberkulose entschloss sich der strenggläubige Katholik 1961, selbst eine Kirche zu bauen — aus Bauschutt und recyceltem Material, wie Blechbüchsen und Draht. Inzwischen hat sein Gotteshaus in der Kleinstadt Mejorada del Campo, rund 20 Kilometer östlich von Madrid, eine Grundfläche von 8.000 Quadratmetern. Das Gebäude besteht unter anderem aus einer großen zentralen Kuppel und einem 33-Meter-hohen Kirchenschiff, einer Krypta, einem Kreuzgang mit Versammlungsräumen sowie einer Bibliothek. Es ist Nuestra Señora de Pilar, der Schutzheiligen Spaniens gewidmet. Justo Gallegos Ziel ist nicht die Fertigstellung des Gebäudes, sondern die tägliche Arbeit als Beschäftigung mit seiner Kirche.
Bis heute hat er keine Baugenehmigung bekommen. Vielleicht sollten wir dorthin unseren Herr „Behörde“ schicken? Da könnte er sich wirklich ein Denkmal setzen!
[flv]http://www.hepprumer.de/mediahp/2012/08/Der_Kirchenbau_von_Justo_Gallego.flv[/flv]

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Trutzburg ade!

Donnerstag, 7 Jun 2012 @ 21:05

Da hat sich der Herr „Behörde“ durchgesetzt. Muss ein geiles Gefühl sein und einige brauchen es anscheinend. Paragraphenreiter hat diese Schlacht gewonnen. Herr Sieradzki hat aber unsere Sympathie und vielleicht findet sich noch jemand mit freiem Grundstück, wo unser Burgbauer seine Träume verwirklichen kann?
[flv]http://www.hepprumer.de/mediahp/2012/06/Trutzburg_ade.flv[/flv]

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Trutzburg 5.

Donnerstag, 26 Apr 2012 @ 22:06

Die Burg ist noch nicht verloren.
Ein Mäzen ist da (wenn auch noch geheim) .
Am Samstag den 28.04.2012 werden Unterschriften zur Erhaltung gesammelt. Es gibt eine Kundgebung um 11:00 an der Ecke Am Graben und Stadtpark. Danach wird es auch eine Wanderung zum Hasenberg und der Trutzburg geben.

Geht hin!!!!! Unterschreibt!!!

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Trutzburg (zum 4.)

Sonntag, 11 Mrz 2012 @ 9:31

Das Thema der illegalen Burg schlägt weiterhin Wellen in unserer Stadt. Das ist schon ein Tsunami. So laut um eine Sache war schon lange nicht.
Das Starkenburger Echo druckt jeden Tag Leserbriefe und Artikel. Und Medien machen unsere  Zwei-Burgen-Stadt weit über die Grenzen bekannt. Jetzt haben wir Vettel und illegalen Ritter!
Facebook hat eine Seite über Trutzburg. Da sind auch viele aktuelle Berichte.
Die Meinungen zum Bau sind geteilt, oh,jeee! sehr geteilt!
Ämter bleiben hart: „der Bau muss weg! “
Es drängt sich leicht der Eindruck, dass man jetzt  versucht das Gesicht zu retten, denn alle fragen sich: wo waren die wichtigen Menschen 9 Jahre lang? Die Burg ist zwar illegal, aber den Ämtern seit Anfang doch sehr  bekannt.
„Bau muss weg, nicht auszudenken, was wäre, wenn einem Kind etwas passiert!“ Hallo? Neun Jahre hat es niemanden interessiert, ob da einem Kind der Turm auf den Kopf fällt.
„Statik ist nicht überprüft“ – na, dann überprüfen! Und so schlecht kann sie nicht sein, hält schon paar Jährchen.
„Der Bau hat keinen historischen Wert“ – das hat die Starkenburg vor 1000 Jahren auch nicht gehabt (und sogar auch keine Baugenehmigung, bis heute!).
Imker Volker S. ist in die finanzielle Schieflage geraten, als es seine Bienchen und Honig privatisiert  und liebe Grüße vom Finanzamt bekommen hat. Der Bienenfleiß hat  für Volker und Fiskus  nicht gereicht. Schade.
Klar, Regeln müssen gewahrt werden. Bau muss technisch stimmen, Sicherheit geht vor…
Ja.
Aber, wie dass so ist im Leben, vor Gesetz sind alle gleich… und manche sind gleicher. Die Stadt hat auf historischem Markt kalte unschöne Beleuchtung angebracht ohne Genehmigung des Denkmalschutzes, während der Privatmann nicht mal über die Farbe seiner Fensterrahmen entscheiden darf.
Nun, wir gehören auch zu den Menschen , die meinen, hier muss man irgendwie Ausnahme schaffen, um die Sache ordentlich zu regeln!!!!
Der Hessischen Bergstraße passiert kein Schaden, wenn das Grundstück keinen Wein bringt.
Vielleicht auch umzäunen, Betreten-verboten-Eltern-haften-für-ihre-Kinder  Tafel stellen und schauen, was die Zeit mit dem Bau macht. Er passt in die Landschaft, er wird mit ihr verschmilzen und bleibt irgendwann ein Erzählkapitel der Stadtgeschichte.
„Der Verbot würde Kinder  gerade anziehen“. Möglich. Kinder leben gefährlich und bringen sich leider immer wieder in dumme Situationen. Mit oder ohne Verbote. Wenn nicht die Burg, dann finden sie andere Stellen.
Wobei… gibt es noch Kindern, die Abenteuer spielen? So echt, draußen? Mit Kratzern und Beulen?
Vorerst wurde leider schon die Kräuterspirale abgerissen. Über den Rest wird in 4-5 Wochen entschieden.
Also… noch eine Hoffnung.

Abreisen geht schnell und ist unwiderruflich.
Und danach? Werden dort Weinstöcke gepflanzt und wir werden fünf Liter Wein davon trinken und  den Enkelchen „weißt du, hier war einmal ….“ erzählen?
Vielleicht. Deswegen sammeln Sie  Bilder und Zeitungen, damit wir für unsere Märchen nicht als dement bezeichnen werden. Denn manche Erzählungen der Alten sind wahr.

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Zu Hause pflegen (März – April 2012)

Montag, 20 Feb 2012 @ 9:05

Sie haben zu Hause eine pflegebedürftige Person, pflegen Ihre Mutter, helfen Ihrem Vater, unterstützen Ihren Mann nach Schlaganfall… Sie haben Angst vor dem Sterben Ihrer Frau…
Und oft sind Sie ratlos und unsicher, fühlen sich kraftlos und manchmal ungeduldig, machen sich mit den pflegerischen Tätigkeiten schwer…
In dem angebotenen Kurs können Sie erlernen, wie man leichter hebt, umsetzt, bettet, wo man sich Hilfe und Unterstützung holen kann, welche finanziellen Mittel stehen Ihnen zu.
Ich zeige Ihnen verschiedene Facetten der Arbeit mit einem Kranken und am Krankenbett. Meine langjährige Berufserfahrung ergänzen Sie mit Beispielen aus Ihrem Pflegealltag.
So finden wir auch Lösung für manche Ihrer Probleme.
Aha! – so geht das!!
In kleinen Gruppen, bis 12 Personen, findet sich auch etwas Raum für Austausch mit anderen Teilnehmern.
Der kommende Kurs läuft über 10 Abende, vom 22 März bis 30 April.

Zu Hause pflegen - Kursprogramm zur Unterstützung pflegender Angehöriger

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