Faszination Natur

Freitag, 6 Feb 2009 @ 20:02

Im Haus der Pädagogik ist z.Z. (29.01 bis 30.04.09) eine Fotoausstellung von renommierten Naturfotografen „Faszination Natur“. Gestern war auch ein Bildvortrag von Herr Heinz Diehl aus Einhausen. Neugierig bin ich abends dahin gegangen. Im Gebäude habe ich einen Bücherstapel, eine uralte Schulbank (manche Ältere erinnern sich noch) entdeckt. Die ausgestellten Bilder waren wirklich schön und einmalig.

Doch der Vortrag vor einem vollen Raum (die Organisatoren haben nicht mit solcher Resonanz gerechnet) hat meine Erwartung total überstiegen. Fotos aus unserer Gegend – Bruchsee, Lorscher Erlachsee, Wiesen zwischen Heppenheim und Lorsch, alles zu Fuß erreichbar – unterlegt mit stimmiger meditativer Musik. Gute Stunde durften wir uns mit Einblicken in die Natur verzaubern lassen, die wir beim Spaziergang vermutlich nie erleben werden. Als das Licht angemacht wurde, mussten wir erst in die Realität zurückkommen, bevor wir den Referenten und „Jäger“ mit lautem, langem Klatschen unser Dank aussprechen konnten.
Paar Informationen möchte ich behalten:
– der Raubwürger, ein Wintergast bei uns, hat die Größe einer Amsel, und spießt seine Beute (Maus) auf Dorne. Wenn der Vorrat im Winter einfriert, ist es vermutlich wie für uns Eis…
– der Eisvogel, Vogel des Jahres 2009, lebt hier ganzjährig. Einmal haben wir ihn schon gesehen
Wespenspinne– die Zebraspinne (auch Wespenspinne) von Hr. Diehl jagt auf weiteren Bildern einen Grashüpfer und „bereitet sich ihn als Vorrat“ für später.
Unsere war vor der Haustür (vielleicht lauerte sie auf uns?…)

– die Verbreitung der Flechte zeigt für verbesserte Luftqualität

– was könnte man noch sehen,wenn man um Heppenheim spazieren geht? Den Kibitz, Brachvogel, Turmfalken, Kormoran, Reiher, Störche, Fasane, Uferschwalben (die in ca 1 Meter tiefen Röhren in Sandwänden brüten), viele Blumen, Gräser und Pilze.
Ich weiß schon, wo wir im Frühjahr wandern werden – das Ried ist uns relativ fremd, wir haben es bis jetzt eher schnell mit Fahrrädern auf dem Weg zur Eisdiele nach Lorsch, durchquert.
Der gestrige Vortrag zeigt wieder: die Natur ist auch vor der Tür wunderschön, wenn man nur Augen und Herz öffnet.
Viele ähnliche Motive haben wir auch, Pilze, Blumen, Spinnen. Wir können uns zwar nicht mit dem Meister messen!, aber wir könnten ihm die Ausrüstung tragen und mucksmäuschenstill mit im Beobachtungszelt sitzen.
Hier paar kleine Naturwunder aus unserer Umgebung, gesehen durch unser Objektiv:

Sieht appetitlich ausBrennesselAmeisen und BlattläuseAuf dem Weg zum SalatbeetNoch im WachstumBaumpilz auf dem Weg zum HimmelZunderschwamm Eichhase?Bad im NektarTaubenschwänzchenSeltener Gast

Schade, dass Jurek gestern nicht mitgehen konnte (Dienstreise), der Vortrag würde ihm auch gefallen und wir könnten später bisschen über unsere „Werke“ fachsimpeln. Aber einiges habe ich mir gemerkt und Jurek erzählt und wir werden daran arbeiten.
Die Ausstellung haben wir heute zusammen noch mal gesehen.

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Laudenbach

Sonntag, 25 Jan 2009 @ 21:08

Wie in letzten Wochen, sind wir (mit Freunden) heute, am Sonntag, bei strahlendem Himmel und Sonne wieder losgezogen um die Gegend zu erobern. Heute sind wir nach Laudenbach gefahren. Das Städtchen liegt ca 4 km entfernt, aber ist schon in Baden-Würtemberg. Dort haben wir das Auto am Friedhof abgestellt und sind losgegangen, zurück nach Heppenheim, ca 5 km.
Der Weg führte uns erst berghoch und wir waren etwas außer Atem, aber dann hat sich schnell eine Gelegenheit zum Ausruhen ergeben: viele lustige Tafeln mit Sprüchen über Wein und Trinken. Wir haben viel gelacht, manche wollen wir uns „für`s Leben“ merken und in manchen haben wir uns gleich selbst gefunden…
Die Landschaft war schön, und die Aussicht auch, aber wir mussten auch unter die Füße schauen, denn der Weg war nach dem Schnee und Frost etwas weich und glitschig, so dass wir manchmal auch seitlich am Gras gelaufen sind. Und mit dummen Unfällen sind wir vorerst bedient. Nur den Hund hat es nicht gestört.
Wir sind am Bombach angekommen, ein Bach, klein aber wichtig!, weil er an der Grenze zwischen Hessen und Baden Würtemberg verläuft. Mit Jurek sind wir schon oft entlang gegangen, aber auf „unserer“ Seite. Angeblich lebt dort ein Geist Motsche, aber wir haben ihn noch nicht gesehen. Vielleicht erscheint er nur abends und nur denen, die die Regeln von den Tafeln zu streng befolgen.
Von den Weinbergen runter, sind wir über die Felder zum Bruchsee gekommen. Ooo, schau mal, Steine schwimmen! Am anderer Ufer sind viele Enten und Gänse – es ist ziemlich lustig zuzusehen, wenn die versuchen auf Eis zu „schwimmen“… Aber wir sind südlich vorbeigegangen, Richtung Felder hinter dem Krankenhaus. Die untergehende Sonne hat lange Schatten über das keimende Getreide geworfen. Es riecht nach Frühling!!
Wir waren gute 1,5 Stunde unterwegs und haben den Spaziergang bei uns ( davor war es bei den Freunden) mit Kaffee beendet. Bevor der Kaffee durch war (na, fast) haben sie Jungs noch schnell – mit zweitem Wagen – unser Auto von Laudenbach abgeholt.

Laudenbach zum lachenLaudenbach zum lachenHeppenheim in SichtHeppenheim in SichtAn der GrenzeBruchseeAm BruchseeSchattenspiele

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Zu Hause pflegen – Kurs

Mittwoch, 21 Jan 2009 @ 16:14

Zu Hause pflegen - Kursprogramm zur Unterstützung pflegender Angehöriger

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Neue Fotos

Sonntag, 18 Jan 2009 @ 21:14

Heute haben wir auf dem polnischen HP-Blog eine neue Seite eingerichtet. Da im polnischen Internet nichts über Heppenheim zu finden ist und wir schon von Bekannten Anfragen hatten, haben wir, mit gemeinsamen Kräften und in guter Teamarbeit, Wikipedia über Heppenheim übersetzt (fast vollständig), sie mit eigenem Wissen ergänzt und mit unseren Bildern verschönert.
Dabei ist uns aufgefallen, dass die deutsche Seite „Entstehung des Blogs“ noch keine Fotos hat. Das haben wir jetzt nachgeholt und laden Euch zum Schauen ein.

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Hambach 2.

Sonntag, 11 Jan 2009 @ 21:03

Wie die Idee letzen Sonntag gekeimt hat, haben wir sie heute „geerntet“. Bei Frost, minus 6-7 Grad, strahlend blauem Himmel, Sonne, wurden wir nach Oberhambach gebracht und am letzten möglichen Meter in die Natur raus gelassen. Vor uns haben wir ca 8 Km Rückweg gehabt. Wir waren warm eingepackt, die Sonne hat den Frost erträglicher gemacht, der Schnee knirschte unter den Füßen. Wir sind zwei Stunden gewandert, durch Wald und Weinberge, unterhalb von Starkenburg und oberhalb von der Stadt und haben dabei viele Wege gesehen, die uns noch ganz neu waren.

Winterliche IdylleWohin jetzt?Der Weg in den HimmelDie Kreuzung. Nach Heppenheim noch 6,4 km.Der Abgang zur Stadt.Heppenheim in weiß.

Ein Stück des Weges sind wir an einer Erinnerung vorbei gelaufen, einer Begegnung 1. Grades mit einem wilden Bullen. Vor paar Jahren waren wir in dem Wald unterwegs. Es war still und ruhig. Leise haben wir ein langsames Tuckern wahrgenommen. Um die Ecke ist ein Traktor gekommen, der einen Eisenkäfig ohne Boden gezogen hat und darin einen Bullen geführt hat. Wir haben uns etwas zur Seite gestellt, so weit es auf dem schmalen Waldweg möglich war und wollten die Karawane abwarten. Der Bulle war vermutlich in Gedanken über seine Zukunft oder eine schöne Nachbarin vertieft und hat wohl keine Gestalten wie uns erwartet. Plötzlich hat er, mit Panik in den Augen, versucht den Käfig zu verlassen, hat ihn hin und her gerissen. Jurek hat mich geistesanwesend nur am Kragen gepackt und auf die andere Seite vom Traktor gezogen, in den Sekunden wussten wir selbst nicht, was wir tun sollten. Der Bulle hat den Käfig zur Seite gezogen und stand jetzt mit Füssen im Graben. Jetzt konnte er das Eisenteil mit dem Kopf heben, ist mit aller Gewalt unten raus und im Galopp in den Wald gerannt. Der Bauer hat geschimpft (mit dem Bullen, nicht mit uns), Sch… so viel Zeit, so viel Weg, Sch… wo kann er jetzt sein? Sch… „Vielleicht ist eine hübsche Kuh in der Nachbarschaft?“ – haben wir versucht die Situation zu entschärfen. Es war kein lustiges Gefühl, weiter zu gehen, mit dem Gedanken, dass irgendwo in dem selben Wald ein panisch erschrecktes Tier war.
Immer, wenn wir da laufen, kommt uns das Erlebnis in Erinnerung.
Jetzt haben wir Hambacher Tal auf beiden Seiten erwandert. Weitere Ideen sind schon gesät. Wir laufen uns warm.

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Rekordeiswein

Donnerstag, 8 Jan 2009 @ 16:13

Hurrra!
Heute konnten wir in der Zeitung lesen: gestern früh, bei minus 18 Grad, wurden noch mal 100 Liter Eiswein gelesen, mit 252 Öchsle. Herr Antes, Vorstand der Winzergenossenschaft, erwartet für diese Rarität einen Preis von ca 300€ für 0,33L.
Bei der vorherigen Lese des Spätburgunder wurden paar Reihen gelassen, mit der Hoffnung, dass es noch kälter werden könnte. Je tiefer die Temperatur, um so mehr Wasser gefriert in der Traube, um so essentieller ist der Most. Das Risiko wurde belohnt. Die Trauben waren so eisig, dass bei der Pressung erst nach paar Minuten die ersten Tropfen gekommen sind, zähflüssig und zartrosa. Obwohl im Januar gelesen, gehört der Wein zum Jahrgang 2008. Er wird den Rekord von 1996 schlagen, wo Riesling mit 242 Öchsle bei der World Trophy zum weltbesten Eiswein des Jahrgangs gewählt wurde.
Damit ist die Eisweinlese endgültig abgeschlossen. Jetzt warten wir auf die Weine.

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Hambach

Sonntag, 4 Jan 2009 @ 19:31

Gestern war ein wunderschöner, sonniger und frostiger Tag. Heute hat sich die Sonne nicht gezeigt, aber dafür, dass Schnee angesagt war, ist uns noch gut und trocken gegangen. Bei minus 3°C haben wir uns, mit Freunden, zu einem Spaziergang aufgemacht. Wir wurden nach Hambach gebracht (ein Vorort von HP, zieht sich dörflich paar Kilometer in den Odenwald) und wollten, etwas über 7km, zurück laufen, durch Wald, Hügel und Weinberge.
Warm angezogen, sogar Mützen habe ich im Schrank gefunden, konnten wir gut gehen, nur die Backen wurden rot. So sind wir noch nie gegangen, wir haben die Starkenburg aus einer neuen Perspektive gesehen und schon haben wir eine der nächsten Strecken festgemacht: von Hambach, aber von noch weiter (Oberhambach), laufen wir auf der anderen Talseite, über Schloßberg.
Am Steinkopf waren wir schon mal, auf „Wein und Stein„, und damals haben wir die Abzweigung zu Mediterraner Bepflanzung übersehen. Das haben wir jetzt nachgeholt und in der winterlichen Stimmung haben wir ein bisschen Urlaub-und-Palmen-Atmosphäre geschnuppert. Viele Wingerts sind schon beschnitten, damit nächstes Jahr der Wein wieder gut wachsen kann. Und an der web-cam haben wir kurz Halt gemacht und freundlich dem Internet zugewunken.
Paar mal haben wir Rehe gesehen. Aber einmal, da wollte ich gerade eine Treppenperspektive fotografieren, da sind mir zwei gerade vor das Objektiv vor gelaufen (letztes Bild). Sie sind noch zwei mal hin und her an uns vorbei gesprungen, als ob sie mit uns spielen wollten. Oder sie wollten den Hund ärgern.

Nach solchem Marsch haben wir uns einen heißen Kaffee und dicke Torte (ohne Reue!) verdient. In der Wärme wurden unsere Gesichter immer roter, wie bei Krebsen – bei glücklichen Krebsen!

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150 Jahre

Samstag, 3 Jan 2009 @ 22:54

SüPoStarkenburger Echo“ – unsere Tageszeitung, hat im 2008 ein Jubiläum gefeiert, 150 Jahre. Wir haben sie 1990, als „Südhessische Post“, kurz „Süpo“ kennengelernt. 2002 wurde der Name geändert und es ist uns schwer gefallen uns daran zu gewöhnen. Bis heute sagt man manchmal noch schnell „Süpo“.
In allen Jahren wurden ca 30 000 Tagesausgaben gedruckt.
Die Zeitung hat 6 Kreisausgaben, für: Darmstadt, Rüsselsheim, Groß-Gerau, Ried, Odenwald und Starkenburg, die täglich über 400 000 Leser erreichen. Dazu gibt es auch zwei kostenlose Wochenblätter.
Das ganze Jahr haben wir fast täglich, bei aktuellen Anlässen, Erinnerungen an Beiträge aus allen vergangenen Jahren gelesen. Das hat manchmal zu Irritationen bei älteren Lesern geführt, wenn sie verwechselt haben, ob sie aktuelle oder alte Nachricht lesen. Dazu gibt es auch eine Dokumentation als Jubiläumsausgabe.
Manche Themen dienten mir als Idee für Poste auf unserem Blog (Grace Kelly, Haus Laumann).
Das älteste bekannte Exemplar, vom 19.02.1862, befindet sich im Privatbesitz.

Wir leben in einer kleinen Stadt, da steht man den lokalen Nachrichten sehr nah. Wir kennen die Namen, Gesichter und Ereignisse – das betrift zwar eher mich, denn durch meine Arbeit habe ich eine sehr enge Beziehung zur Stadt und ihren Einwohnern, aber Jurek sitzt mit im Wagen. Die Fotografen sind bekannt und fallen gleich auf „oh, die Presse ist auch schon da“. Ob Brand, Unfall, politischer Streit, Umbau, wichtiger Gast, Veranstaltung – morgen lesen wir, was wir heute schon hier und da hören, sehen oder erleben. In einer kleinen Stadt sind auch kleine Nachrichten wichtig. Und es ist nicht schwer am Geschehen teilzunehmen, das morgen in der Zeitung beschrieben wird. Vielleicht kann man sich auch selbst finden.
Hier möchten wir bescheiden unsere Rolle erwähnen: 12% der 150 Jahre, das ist unsere Zeit in Heppenheim, als statistische und aktive Leser. Heute kostet die Zeitung 1,10€, also in 18 Jahren haben wir ihre Existenz mit ca 5000€ unterstützt. Mehrmals wurden wir zum Thema, Teil vom Thema, optischen Teil vom Ganzen, unabdingbaren Vervollständigung vom Bild (ohne uns wäre ein Loch im Bild…) Na, ja. Es ist einfach schön, morgens sich selbst oder Bekannte zu sehen. Und das nicht nur im Spiegel. Und wenn wir ehrlich sind, man sammelt gern solche Erinnerungen. Für die Enkel: guguck mal, dadada hat Opapa Baball gespielt.
Und paar davon zeigen wir euch jetzt schon:

27.08.1990 - Folkloretage (seit 10 Tagen wohnen wir in Heppenheim).25.08.1997 - Neue Häuser, neue Nachbarn - erste gemeinsame Grillfeier.3.07.1999 - 25-Jahre Caritas Sozialstation.Reitverein - Froschkönig.20.04.2001 - Reitverein - Lehrgang30.01.2002 - Informationsabend über geplannte Forensik.28.06.2002 - Hobby Volleyballer.5.07.2003 - Reitverein - Matadorin.13.05.2004 - Informationsabend vor Hessentag.11.11.2006 - 50-Jahre Jahrgang 56/57.2.07.2007 - 50-Jahre Reitverein.19.03.2008 - Kurs über Pflege zu Hause.

Wir lesen die Zeitung morgens, beim Frühstück. Ich fange mit lokalem Teil an, Jurek mit allgemeinem. Dann tauschen wir, ohne Worte, ohne Streit, wie es sich in einer langjährigen Ehe gehört. Wir stehen um 6:00 auf, erste Schritte, verschlafen, im Nachthemd und Pyjama, führen uns zur Tür, zum Briefkasten. Die Zeitung ist schon da. Nur am Samstag (wenn ich arbeiten muss) fehlt sie manchmal noch – dann bekomme ich so ein unschönes Gefühl der Leere. Was jetzt? Wie soll ich den Tag anfangen? Aber bevor der Kaffee durch ist und ich mein Gesicht im Spiegel wieder erkenne, klappert schon leise der Briefkasten. Wenn wir noch in unseren warmen Bettchen kuscheln und uns noch mal umdrehen, ist die Zeitungsfrau schon längst, leise und pünktlich unterwegs. Ob es noch dunkel ist, oder schon hell, ob es regnet, stürmt, unter Sternenhimmel, oder im Schnee, über noch nicht geräumte Wege, oder in der angenehmen Morgenkühle vor dem heißen Tag – die Zeitungsfrau ist unser erster, zuverlässiger Gast am Tag. Und, obwohl wir sie nicht kennen, freuen wir uns, dass sie gesund ist und uns weiter täglich mit neuesten Nachrichten versorgt. Danke.

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Frost und Wein.

Montag, 29 Dez 2008 @ 21:21

Letzte Tage waren trocken, sonnig und kalt, sogar frostig. Sternenhimmel, Venus, Orion, Mond wie abgeschnittener Fingernagel und tagsüber nur strahlendes Blau und stechende Sonne.
Aber heute um 6:00 waren minus 6,5 Grad. Unser erster Gedanke war: es wurde sicher gelesen. Radio hat unsere Vermutung bestätigt, heute nachts war die Weinlese für den Eiswein.
Ich habe schon mal geschrieben, dass ein Teil der Weintrauben, unter Abdeckung, an den Stöcken bleibt und wartet… auf minus 7 Grad. Dann rückt die Lesemannschaft, nachts, notfalls mit Lämpchen, in die Weinberge aus. Die gefrorenen Trauben werden für eine Rarität gelesen, für den Eiswein, der mindestens 127 Öchsle haben muss und gehört in die obere Liga der Preisklasse. Eine 0,33L – Flasche kostet ab 25€, nach oben sind die Zahlen offen.
Unsere erste Begegnung mit dem Eiswein war eher ein lustiger (kommt darauf an, für wenn) Zufall. Vor ca 18 Jahren, haben wir von unserem Nachbar am 24.12. einen Wein bekommen. Wir haben ihn unter den Weihnachtsbaum gestellt, haben uns unterhalten, unser Geschenk gegeben und sind, mit besten Weihnachtswünschen, auseinander gegangen. Später ist der Nachbar wieder gekommen und hat wieder eine Flasche in der Hand gehabt. Jurek hat sie freudig entgegengenommen und wieder unter den Baum gestellt, gegen meine Verwunderung: „wir haben doch schon Wein bekommen“ (?). Abends, nach dem Essen, haben wir eine Flasche geöffnet, bohhh, war der Wein gut, süffig ist er unsere Kehlen abgegangen. Wir haben noch nie solchen Wein getrunken. Paar Tage später, Gespräch im Flur: „Mensch, Oli, der Wein von euch war aber lecker!!!“. „Das weis ich, es war ein Eiswein und den wollten wir selbst zum Heiligabend trinken. Ich wollte ja nur bisschen angeben und euch zeigen, was wir trinken werden“. Haha. Wir haben sieben Jahre zusammengewohnt und sind noch viele male zu diesem Heiligabend zurückgekommen. Und wir wissen seitdem, dass der Eiswein verdammt gut schmeckt. Das war das einzige mal, dass wir eine ganze Flasche Eiswein (0,5L) in der Hand (und im Magen) hatten.

P.S. An der Gießenerstr.4 blühen Schneeglöckchen. Dieselben, die ich schon letztes Jahr, Mitte Januar, fotografiert habe.

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Vierter Advent.

Sonntag, 21 Dez 2008 @ 19:41

Vierte KerzeHeute brennen überall vier Kerzen. Eigentlich ist alles still und ruhig, aber die Vorbereitungen zu Weihnachten laufen auf Hochtouren. In Heppenheim machen ab morgen manche Geschäfte früher auf, zB. Lidl schon um 7:00. Die Weihnachtsbaumverkaufstellen sind immer leerer, die Süßigkeiten in den Regalen immer weniger. Wenn der Verkauf schon im September anfängt, ärgern sich die meisten, aber anscheinend kaufen genug Leute ab da schon ihre Lebkuchen.
Letzte Tage regnet es viel, es sieht nicht gut aus für weiße Weihnachten . Aber bei uns schneit es eh nicht viel. Die meisten Kinder haben nicht mal einen Schlitten. Letztes Jahr musste ich an einem verschneiten Nachmittag (ich glaube, an dem einzigen) in die Stadt. Böse Jungs haben die Mädchen mit Schneebällen beworfen. Hinter mir hat keiner geworfen. Ich war mir nicht so sicher, ob ich wegen dem trockenen Kragen froh sein sollte, oder…
Aber an unseren ersten Winter hier, 1990, können wir uns erinnern! Ojej! Wir wussten nicht mehr wohin mit dem geschobenen Schnee. Autofahren war schwierig, vom ordnungsgemäßen Parken konnte keine Rede mehr sein, denn überall waren Schneeberge. Und jeden Tag ist neuer dazugekommen. „Wo sind wir den hierher gekommen?“ Damals wussten wir noch nicht, dass diesem seltenen Winter ein früher und warmer Frühling folgen sollte, mit Blumen im Februar, mit sonnigem Fastnachtsumzug, zu dem wir nur Jacketts angezogen haben. Und am 16.03.91 haben wir auf der Terrasse, mit kurzen Ärmeln, Sekt getrunken, für das Wohl meiner 100-jährigen Oma.

Heute waren wir mit Freunden im Odenwald, bei Lörzenbach. Es hat nicht geregnet, 9 Grad, windstill. Wir sind fast zwei Stunden gegangen, im Wald, an den Wiesen und Feldern entlang, oben auf dem Berg – mit weiter Sicht über den Odenwald, im Tal, durch das Dorf. Wir sind an alten Obstgärten vorbeigegangen, wo die Bäume heute nur noch die Mistel tragen. Man würde so gern einen Ast abbrechen, zur Dekoration. Und vielleicht würde man dann darunter noch mal etwas schönes erleben, bekanntlich ohne Sünde.

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