Hambach 2.

Wie die Idee letzen Sonntag gekeimt hat, haben wir sie heute „geerntet“. Bei Frost, minus 6-7 Grad, strahlend blauem Himmel, Sonne, wurden wir nach Oberhambach gebracht und am letzten möglichen Meter in die Natur raus gelassen. Vor uns haben wir ca 8 Km Rückweg gehabt. Wir waren warm eingepackt, die Sonne hat den Frost erträglicher gemacht, der Schnee knirschte unter den Füßen. Wir sind zwei Stunden gewandert, durch Wald und Weinberge, unterhalb von Starkenburg und oberhalb von der Stadt und haben dabei viele Wege gesehen, die uns noch ganz neu waren.

Winterliche IdylleWohin jetzt?Der Weg in den HimmelDie Kreuzung. Nach Heppenheim noch 6,4 km.Der Abgang zur Stadt.Heppenheim in weiß.

Ein Stück des Weges sind wir an einer Erinnerung vorbei gelaufen, einer Begegnung 1. Grades mit einem wilden Bullen. Vor paar Jahren waren wir in dem Wald unterwegs. Es war still und ruhig. Leise haben wir ein langsames Tuckern wahrgenommen. Um die Ecke ist ein Traktor gekommen, der einen Eisenkäfig ohne Boden gezogen hat und darin einen Bullen geführt hat. Wir haben uns etwas zur Seite gestellt, so weit es auf dem schmalen Waldweg möglich war und wollten die Karawane abwarten. Der Bulle war vermutlich in Gedanken über seine Zukunft oder eine schöne Nachbarin vertieft und hat wohl keine Gestalten wie uns erwartet. Plötzlich hat er, mit Panik in den Augen, versucht den Käfig zu verlassen, hat ihn hin und her gerissen. Jurek hat mich geistesanwesend nur am Kragen gepackt und auf die andere Seite vom Traktor gezogen, in den Sekunden wussten wir selbst nicht, was wir tun sollten. Der Bulle hat den Käfig zur Seite gezogen und stand jetzt mit Füssen im Graben. Jetzt konnte er das Eisenteil mit dem Kopf heben, ist mit aller Gewalt unten raus und im Galopp in den Wald gerannt. Der Bauer hat geschimpft (mit dem Bullen, nicht mit uns), Sch… so viel Zeit, so viel Weg, Sch… wo kann er jetzt sein? Sch… „Vielleicht ist eine hübsche Kuh in der Nachbarschaft?“ – haben wir versucht die Situation zu entschärfen. Es war kein lustiges Gefühl, weiter zu gehen, mit dem Gedanken, dass irgendwo in dem selben Wald ein panisch erschrecktes Tier war.
Immer, wenn wir da laufen, kommt uns das Erlebnis in Erinnerung.
Jetzt haben wir Hambacher Tal auf beiden Seiten erwandert. Weitere Ideen sind schon gesät. Wir laufen uns warm.

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Data: Sonntag, 11 Jan 2009 @ 21:03

Autor: Themengebiet: In der Umgebung

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