Weilburg

Weilburg gehört zwar nicht zu nahen Umgebung von Heppenheim, aber wenn man ein Stündchen Autofahrt Richtung Norden investiert (120 Km), kommt man in ein schönes Städtchen, das viel zu bieten hat, obwohl es mit 13 000 Einwohnern gerade mal die Hälfte von Heppenheim ausmacht.
– Die einzige in Deutschland Kristallhöhle. Sie stammt aus der Eiszeit und 350 Millionen Jahre haben ihre Wände mit Kristallen und Perltropfsteinen verziert. Das Wunderwerk der Natur wollten wir sehen. Mit Freunden, denn zu viert ist es lustiger.
Internet macht schlau:
a. in der Höhle sind 9 Grad = warm anziehen, was bei diesjährigem Maiwetter einfach heißt: normal.
b. nach unten führen 347 Stufen = gute Schuhe und nette Gedanken an Alpen
c. Personen nach Herzinfarkten, mit Nitroglyzerin, Gehbehinderten wird von dem Abenteuer abgeraten = wir dürfen.
Geschmückt mit gelben Helmen, die oben schon gut angekratzt waren, sind wir in Richtung Erdmitte losgetreten. Stufen, Spalten, tief hängende Decken – aha! von daher die Kratzer – bis wir am tiefsten Punkt, 70 Meter, angekommen sind. Wir haben glitzernde Kristalle gesehen, die wir leider nicht fotografieren konnten, da das Blitzlicht die Funken „geplättet“ hat. Nun, ehrlich gesagt, habe ich Juwelen an den Wänden erwartet – aber die lange Zeit hat die Kristalle auch mit Kalk bedeckt und so möchte man nicht alles gleich um den Hals hängen.
Dafür haben wir andere imposante Tropfsteine gesehen… (das Bild findest du, auch ohne weitere Kommentare)
Die Höhle wurde zufällig, 1975, entdeckt, während man nach legendären Tropfsteinhöhle aus den Erzählungen der Bergleute aus dem 19. Jh gesucht hat. Vermutlich hat man erst nur einen Teil von den Kammern offen gelegt. Und die Bohrungen nach den Legenden laufen auch noch.
Ohne Gruppenbegleitung durften wir, nach eigenen Kräften und Tempo, die 347 Stufen an die Erdoberfläche zurück krabbeln. Und wer noch Lust hatte, konnte im Freilichtmuseum zwischen verschiedenen Steinen und Felsen aus der Umgebung, (Basalt, Granit, Magma, Lava, Sandrose) spazieren.

Kleiner Weilburg hat auch die größte auf der Welt (außerhalb von China) feste Ausstellung der Chinesischen Terrakotta-Armee. Der archäologische Fund aus dem Grab des ersten chinesischen Kaiser Qin Shi Huang Di aus dem 3 Jh v. Ch. wurde vom UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt und ist als achter Weltwunder bekannt. Die Ausstellung in Weilburg wurde ausschließlich von dort ansässigen chinesischen Unternehmen finanziert (ca. 70) und beinhaltet 350 Soldaten, 24 Pferde, Wagen, Waffen – alles originalgetreue Kopien, da originale China nicht verlassen dürfen.
Im Kaisergrab wurden 7000 Soldaten gefunden.
Zusätzliche Attraktion ist die nachgebaute Chinesische Mauer – zwar nur 26 Meter, aber wenn man bisschen hin und her geht…

In Weilburg ist auch der einzige in Deutschland Schiffstunnel (mit Schleuse) – aber da waren wir nicht mehr. Nächstes mal.
Auf dem Rückweg haben wir noch im Hessenpark in Ansbach angehalten – das ist ein Freilichtmuseum. Dort, am Markt steht das Gasthof „Zum Adler„, in dem unsere Freundin viele Stunden ihrer Kindheit verbracht hat und jede Ecke kennt. Da Haus wurde, wie alle anderen, in Teilen von seinem Ursprungsort transportiert und im Hessenpark getreu aufgebaut.
Auf dem Markt haben wir uns mit Kaffee und sündigen Torten gestärkt, obwohl die Jungs lieber mal ordentliche Wurst hätten. Rundum standen Verkaufsstände und am besten hat uns einer zugesagt, mit Likören und leckeren Soßen – und alles konnte man probieren…

Für Hessenpark braucht man einen vollen Tag, das werden wir mal zu anderen Zeit machen.

Tags »

Data: Mittwoch, 19 Mai 2010 @ 22:08

Autor: Themengebiet: In der Umgebung

Feed do wpisu: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren.

Kommentar abgeben

Login erforderlich