Uffgschnappt

In Heppenheim und der Gegend wird sehr viel Dialekt gesprochen. Als wir vor 18 Jahren hierher gekommen sind, habe ich die erste Zeit gedacht „o, Gott, ich verstehe die Leute nicht“. Heute macht mir das nichts mehr aus. Ich kann es nicht sprechen, was auch OK ist, denn es könnte sich mit unserem (wohl für immer anhaltenden) polnischen Akzent beißen. Aber vor paar Einfüssen konnten wir uns auch nicht schützen. Die Stadt heißt hier Hepprum.

Hier einige Ausschnitte aus Zeitung EXTRA, 21.08.2008, von Hepprumer Heinz:

„Ich binèn Hepprumer, woas e groußes Glick“

Ehr Leit, ich häb mer e Ti-Schört kaaft un vornedruff schdejht: „Ich bin ein Heppenheimer“. Mer wär`s jo liewer gewese, wann druff gschdanne hätt: „Ich binèn Hepprumer“, äwer des häwese net kabt. Schoad. Äwer sou is des jo aa schee, un mer konn aa noach auße beweise, dass mer sich mit soinere Schdadt identifiziert.

Ich häb mer des Trikot am Freidog Owend in de Bachgass kaaft beim „Summernoachtstraum“. Die Ellis wollt unbedingt hie. Die Fraue iwerfällt sou e besonderes Gfiehl, wann`se dann Geld ausgewe kenne, wann`s sunscht niemejh meglich is, weil die Gschäfte zu häwe. Des hätt sou ebbes Prickelndes, wann mer owends noach de zehe Uhr in dem Modegschäft schdejht un Klamotte oaprobiert.

Na? habt Ihr das verstanden? Ich ja, aber gut, dass ich hier beim Schreiben keine Zeugen hatte. Lautes Lesen, Buchstabieren, wirrer Blick zwischen Zeitung, Monitor und Tastatur. Und eins weiß ich jetzt: hören ist leichter, als es zu lesen (und zu schreiben!!!!).

Tags »

Data: Donnerstag, 21 Aug 2008 @ 21:50

Autor: Themengebiet: Aus der Zeitung, Heppenheim zeigt Farbe

Feed do wpisu: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren.

Kommentar abgeben

Login erforderlich