Trutzburg lüftet ihre Geheimnisse. Teil 2

In der Stadt war es nur scheinbar ruhig um die kleine Burg.
Denn es war ein reges Thema unter den Heppenheimern. Die Sache hat viel Interesse und Neugier geweckt und viele Spaziergänge wurden auf den Hasenberg verlegt (lese auch den vorherigen Artikel mit Kommentaren).
Gestern hat das „Starkenburger Echo“ fast eine ganze Seite der Geschichte gewidmet.
Auch SWR hat einen Beitrag darüber veröffentlicht:

Der Hausritter ist ein Imker Herr Volker S., den man in HP vom Wochenmarkt kennt und viele schon bei ihm Honig gekauft haben. Er verfolgt und realisiert die Idee schon seit 7 (9 werden auch genannt) Jahren. Ursprünglich sollte es ein ökologischer Naturerlebnispark für Kinder mit einem Lernzentrum werden. Volker (so nenne ich Hr. S. einfach halber weiter) wollte das Gelände für die Spaziergänger gestalten.
In einem der Türme sollte sogar eine Schriftstellerin Einzug halten.
Zum Bau wurde verschiedener Bauschutt verarbeitet, sowie Lehm vermischt mit Reisig vom Weinberg. Auf 30 x 30 Meter ist so nach und nach eine Burg mit allen Raffinessen gewachsen.
Leider ist Ritter Volkers Schwert stumpf geworden, er ist in finanzielle Schieflage geraten und kann sein Werk nicht vollenden, das Grundstück steht zu Versteigerung frei.
Der Stadt war das Vorhaben bekannt, denn seit Jahren beantragt Volker die Baugenehmigung, bekommt Absagen, Aufforderungen zum Abriss. Seine Akte ist dick – aber er ist seiner Idee treu geblieben in der Hoffnung, dass die Stadt irgendwann nachgibt…
Doch scheint die Maschinerie der Verwaltung gnadenlos zu mahlen. „Wirklich nichts zu machen“ – sagt der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf – „die Burg wird auf jeden Fall abgerissen“. Dabei würden die Abrisskosten bei Weitem den Grundstückswert übersteigen. Das Geld, das sonst der Abriss verschlingen würde, könnte man in Sicherheits- und Statikkontrolle investieren.
Rechtlich ist es natürlich OK. In den Weinbergen dürfen nur Gerätehütten (nicht größer als 4-5 Qm)  gestellt werden.
Wenn man jetzt nachgibt, weil es so schön und romantisch ist, dann…
Ja, ja, es ist klar…
Jedoch das Leben kann nicht nur durch strickte Regeln gesteuert werden. Manchmal ergeben sich aus ungeplanten Situationen wunderschöne Ergebnisse. Da heißt es auch mal nachgeben und flexibel sein. Wer weiß, wozu es gut wird?
Die Geschichte stammt schon aus der Bürgermeiser-G.Herbert-Ära. Wir können nur hoffen, dass der neue Bürgermeister Rainer Burelbach die illegale Burg zu seiner Sache macht, mal über den Rand der Gesetze (oder eben tiefer! rein) schaut und eine Lösung für die Legalisierung findet.
Manchmal bedeutet Nachgeben mehr Stärke, als Beharren.

RETTET DIE BURG !!!!!

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Data: Sonntag, 5 Feb 2012 @ 14:34

Autor: Themengebiet: Aus der Zeitung, In der Umgebung, Kurios und besonders

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6 Kommentare

  1. 1

    Nach dem dicken Artikel in der Südhessischen mussten wir auch schauen…
    Unglaublich und beeindruckend.
    Wo bleibt die Initiative zum Erhalt der Burg.
    Ansonsten muss die Burg halt besetzt werden…

    Vielen dank für das Video. Das war mir neu.
     

  2. 2

    Gibt es Licht am Ende vom Tunnel?

    Heute in Starkenburger Echo: FDP-Stadtverordnete Frau Winifred Hörst setzt sich für den Erhalt der Burg ein. 

    Sie meint: „Als Behörde müssen wir immer im Sinne der Verhältnismäßigkeit über das weitere Vorgehen entscheiden“ und „Es würde sich bestimmt ein Sponsor dafür finden“

    Und fragt sich natürlich , wo bis dahin die Verwaltung war, dass bei der Versteigerung alle von den Wolken gefallen sind?.

    Hurraaaa! Bravo, Frau Hörst. Es liegt sicher nicht nur an der historischen Solidarität der FDP mit Heppenheim (sehe Gründung http://de.hepprumer.de/?p=323). Wir danken für Ihren Einsatz!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und bitten um mehr wichtige Stimmen!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Noch von mir:

    Herr S. räumt ein, dass er die Abrissforderungen ignoriert hat. Aber er hat auch anfangs Baugenehmigung (mit der tollen sozialen Begründung) beantragt.

  3. 3

    Heute waren wir zum Markt.
    Den Honigstand von Hr. S. zu finden ist nicht schwer – direkt neben der Sparkasse.

    Wir haben Honig gekauft und Hr. S. Kopien von unserem Blog gegeben – vielleicht freut er sich über das positive Echo (auch in Kommentaren).

    Jetzt wissen wir, wo wir unserer Honig immer kaufen werden. UND DU AUCH !!!

     

  4. 4

    Während der Recherche zu dem Thema stieß ich auf Euer Blog und habe gerne auf Euch verwiesen: http://duesiblog.de/archives/897-Trutzburg-Heppenheim.html
    Ein spannendes Thema!
    Viele Grüße aus Mannheim
    Matthias  

  5. 5

    War auch dort…

    Grauenhaft!!!

    Jeder der etwas Ahnung hat wird bestätigen können das es sich hier um einen Bau eines absoluten Laien handelt der keinerlei Vorkenntniss/Ahnung hat. Dieses Bauwerk, wenn man es überhaupt als solches bezeichnen kann, gehört aus Sicherheitsgründen sofort abgerissen! Und das auf Kosten derer, die es haben so lange stehen lassen. Meiner Meinung sollten da auch einige Köpfe auf komunaler Verantwortungsebene rollen!

    Ich war auch erst hin und her gerissen, durch die Medien wird das Thema etwas romantisiert und der Bauherr genießt scheinbar die mediale Aufmerksamkeit.
    Nachdem ich aber nun vorort war kann ich nur sagen    SCHNELLSTENS ABREIßEN !!!
           

  6. 6

    Werden alle Wochenendhäuser auch abgerissen?

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