Villa Kappeleck

Sonntag, 6 Okt 2013 @ 9:59

Sebastian Vettel wohnt nicht mehr in Heppenheim, sondern in der Schweiz.
Manchen gefällt das nicht, sie kritisieren die Steuerflucht. Ich sage, vielleicht, weil er ruhig leben will. Und Steuer? Er macht nichts illegales, nur das, was ihm (und gleichen) das deutsche Gesetz erlaubt. Und sind wir mal ehrlich – hätten wir auch die Millionen, hätten wir es vielleicht auch gemacht. Nicht wahr? Nur, mit uns würde man in Schweiz nicht mal reden. Also an Kritiker: Neid?
Aber hier will ich was Anderes schreiben.
Sebastian hat 2011 eine historische Villa in Heppenheim gekauft. Ob er dort wohnen wird? Eher nicht. Aber er hat hier Familie, kommt manchmal heim und da er schon ein großer Junge ist (und dazu reich) muss er doch nicht bei Mama und Papa in seinem Jugendzimmer schlafen. Außerdem ist seine Freundin auch aus Heppenheim und kommt auch nach Hause. Da könnten doch beide bei Besuchen im eigenen Haus wohnen.
Vielleicht sichert er nur etwas Geld und die Villa wird vermietet – dann wäre es nett, dass er das Geld nach Heppenheim bringt. Solche Vermutung kreist auch, sogar die Höhe der Miete habe ich schon gehört – 6000 €. Naaa… das wage ich zu bezweifeln…
Villa Iser (1905), besser bekannt als Villa Kappeleck, steht unter Denkmalschutz. Sie gehört zum Wirkungserbe von Heinrich Metztendorf, einem bekannten regionalen Architekten.
Sie steht an der Merianstrasse, am Maiberg. Das ist das „bessere“ Stadtteil. Nicht nur weil, es in bester Lage, oben am Berg, mit Sicht bis nach Taunus liegt. Sonder auch, weil die Konten der Eigentümer besser aussehen, als der meisten Heppenheimern „unten“.
Villa Kappeleck hat einen großen Garten (Park) und eine wunderschöne Sicht auf Starkenburg.
Erster Eigentümer war Entdecker aus der Automobiltechnik Fritz Oswald. Er hat u.A. den negativen Lenkrollradius patentiert.
1967 wurde die Villa von Familie Iser – einem Strickwarenproduzenten übernommen. Fa. Iser hat eigene Geschäfte in Mannheim, Ludwigshafen und Worms gehabt. Und der Firmenlager war auch auf dem Maiberg.
Bevor das Haus bewohnbar wird, muss es noch aufwendig renoviert werden. Bis jetzt sieht man auf dem Hof Sperrmüll oder Baumaterialien. Na! und ein Dixi-Häuschen steht auch da – was von regelmäßigen und natürlichen Bedürfnissen der jetzigen Anwesenden zeugt.
Es tut sich was.

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Public viewing – Sebastian Vettel

Samstag, 5 Okt 2013 @ 12:00

Heppenheim - November 2011Seitdem Sebastian Formel 1 fährt und gewinnt, haben wir in Heppenheim der ersten offiziellen Fanclub.
Zu den Organisatoren gehört Autohaus Goss (Audi – VW), wo vielmals das Public viewing stattgefunden hat. Ein Teil der Werkstatt, der s.g Lacktempel – hat hunderten Zuschauern als Lokal gedient, und weitere haben von draußen geschaut.
Das Public viewing hat traditionell zu vielen Rennen einfach dazu gehört.
Und jetzt fangen Probleme an.
Herr Schimpf – bleibt (negativ) unvergessen wegen der Aktion mit der Trutzburg – macht sich wieder bei den Heppenheimern unbeliebt. Lacktempel wäre nicht mehr geeignet für solche Veranstaltung, wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen (Brand, Flucht usw). Obwohl die Organisatoren die nötigen Maßnahmen erfüllt haben. Und Bürgermeister und erster Stadtrat (CDU) haben oft in der ersten Reihe gesessen.
Ein Verbot für 2013 wurde ausgesprochen.
Wir verstehen, dass auch Hr. Schimpf nur seine Arbeit macht und wenn etwas passieren sollte, dann wäre der Schrei groß.
Aaaaber…. hier geht es wohl um was anderes…
Die Stadt hat einen Zelt für Europaplatz angeboten – aber da würde was mit den Winden nicht passen (??) Na, und kostenlos wäre es sicher auch nicht. Wie man (der Club) auch die Miete der Freilichtbühne 2011 normal bezahlen musste.
Aber was lesen wir in heutigen Zeitung!!! „Public viewing bleibt in Heppenheim“. Hallo????!!!! und wo sonst?????
Nicht zu begreifen, aber „wichtige“ Menschen haben wirklich eine Verlegung nach Bensheim oder Lorsch überlegt.
Das ist UNSER Sebastian!!! Nicht aus Lorsch und nicht aus Bensheim. Das wäre ja eine Lachnummer für die Region. Nächster Titel: „Heppenheim schafft es nicht ein Rennen von Sebastian Vettel in eigener Stadt zu schauen“ wäre glatt für die Bild-Zeitung geeignet.
Da kommt ein böser Gedanke, dass es hier mehr um Politik geht als um die Sache selbst. Der kommt nicht nur uns auf, aber wir auch in der Presse aufgegriffen. Hr. Schimpf gehört der Grünen Liste und großer Aktivist des Fanclubs Hr. Hörst der FDP. Seit seiner Bürgermeisterkandidatur bekämpfen sich beide Herren gern.
Es ist noch bisschen Zeit. Mal sehen, was passieren wird. Aber eine falsche Entscheidung werden die Heppenheimer nicht vergessen!!!!!
Es ist UNSER Sebastian – Heppenheimer Bub.

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Ohne Strom

Freitag, 23 Aug 2013 @ 17:00

4000 Haushalte am Abend eine Stunde ohne Strom
HEPPENHEIM, 21.08.2013. In und um die Stadt Heppenheim hat es gestern Abend einen Stromausfall gegeben. Nach einem Kabelfehler waren bis zu 4000 Haushalte zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr von dem Ausfall betroffen, wie der Versorger auf Nachfrage des Hessischen Rundfunks mitteilte. Betroffen war auch das Kreiskrankenhaus, dort konnte die Stromversorgung jedoch schnell wieder gesichert werden.

Das haben wir in der Zeitung gelesen. Aber was bedeutet das für dich und mich und unseren Nachbar?

Am Dienstag bin ich nach der Arbeit, um 20:30 nach Hause gekommen. Klamotten aus, Hände waschen, etwas zu trinken, Computer eingeschaltet – eine Sache musste bis morgen noch dringend geschrieben werden.
Flacker… flacker… und Ende, Bildschirm schwarz, Zimmer grau, Gesicht dumm.
Erste Schritte zum Sicherungskasten – alles in Ordnung.
Was jetzt? Jurek – mein Goldenes Händchen ist nicht da.
[…]

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Die Obrunnschlucht

Sonntag, 11 Aug 2013 @ 19:06

Gestern waren wir im Wald wandern. Im Weschnitztal. Eine Stunde gesunder Waldweg, eine lange Erdfurche… Und da ist uns in Erinnerung gekommen, dass es im Odenwald eine Schlucht gäbe.

Aber Internet weiß alles, die richtige Schlucht wurde schnell gefunden.
Ja! da fahren wir morgen hin!

Gedacht, gesagt, getan.
Heute sind wir also nach Höchst zu Obrunnschlucht gefahren – ca 1 Autostunde durch den Odenwald, aber selbst die Fahrt war schon interessant, denn in diese Gegend kommen wir selten.
Etwas mit Bedenken haben wir den Autothermometer beobachtet, der abfallende Zahlen 20…19…18…17… zeigte. Ooo, wir haben keine Jacken gehabt, irgendwie trägt man doch so etwas nicht mehr in den letzten Wochen bei der höllischen Hitze.
Ach, was, dann laufen wir schneller.
Brauchten wir doch nicht. In der Schlucht war zwar frisch, aber angenehm, die Haut war ist schön kühl, aber nicht kalt.
Es war wie im Märchen, etwas andere Welt, Wurzelwege, kleine Steigungen, Holzbrücken, enge Pfade, Stufen aus Holzstämmen.
Und das Kindliche in uns wurde wach, weil uns um jede Ecke kleine bunte Überraschungen erwartet haben – Mühle, Schloß, Burg, Posthotel, Rübenzahl. Es sind Minibauten, vermutlich nach lokalen Legenden. Da hat es richtig Spaß gemacht immer wieder vom Pfad abzuweichen und sich alles näher anzuschauen oder „Perspektiven“ zu spielen.
Leider haben Hochwasserschübe aus der unweiten Vergangenheit auch hier Schäden angerichtet und einige Stellen abgerissen (die Wassermühle) oder mit dem Schlam angeschüttet, wie den Mäuseturm.
Es war ein wunderschöner Spaziergang, der auf jeden Fall wiederholungswert wäre – vor allem zu anderer Jahreszeit.

Den Ausflug haben wir in Vettershof in Mittershausen bei Schnitzel und Kochkäse beendet.

Mit einer anderen Schlucht äugeln wir schon länger – mit der Margarethenschlucht bei Neckargerach, aber sie liegt ca 70 km (durch Odenwald) weg und da müßte man mehr verbinden. Deswegen – heute nicht.
Haha, als wir zurück gekommen sind, hat Beate von einer Bekannten Post gehabt, die u.a. geschrieben hat, dass sie heute zu Margarethenschlucht fahren. Ist das nicht ein Zufall? Fast könnte man sich die zufällige Begegnung vorstellen.
Und noch gestern haben wir darüber gesprochen.

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Die Kärb

Montag, 5 Aug 2013 @ 18:25

Wie jedes Jahr muss man als Heppenheimer am ersten Wochenende im August zu der Stadtkerwe – einem gemeinsamen Fest der Kirchen St. Peter (vom 1904) und Heilig Geist (vom 1888).
Traditionell findet sie auf dem Graben unter alten Plantanen statt. Der ist jedoch jetzt im Umbau und so wurde die Veranstaltung verkleinert, spontan auf den Parkhof verlegt. Es ist zwar ein großer Parkplatz und den Charme hat er auch der Kerwe verliehen – aber besser als gar nicht.
Den Verlust von 140 Parkplätzen in der Zeit haben die Heppenheimer ruhig und geduldig ertragen. Ich muss auch dort zu einem Patienten parken, da habe ich auch schon mal das Auto kurz „irgendwo“ abgestellt. Aber ich muss zugeben, dass ich einen Gedanken hatte: Wenn ich jetzt einen Strafzettel bekomme, dann gibt es einen saftigen Widerspruch.
Gute Laune, gute Gesellschaft, leckerer Wein oder Bier und abendliche Kühlung nach den hitzigen Tagen – es war OK.
Statt der gewohnten 1500 Sitzplätze wurden am Parkhof nur 300 geboten, aber das hat am Freitag auch gereicht.
Am Freitag haben wir uns mit Freunden auch auf den Weg gemacht. Das Terrain wurde schnell überblickt und ein Tisch, der sich einladend angeboten hat, gleich belegt – zentral und strategisch optimal, denn von da haben wir alles im Blick und nicht weit zu den Eßbuden gehabt und fast jeder musste an uns vorbei.
Sogar paar Leute haben im Zelt getanzt!! Oh, Gott, bei der Hitze!
Zur Eröffnung wurde am Freitag nachmittags vom Pfarren Meurer und Bürgermeister Burelbach der erste Bierfass „fä umme“ angezapft, der sehr schnell leer war, haha.
Die Feierlichkeiten dauern immer vier Tage – so auch jetzt. Und am Sonntag haben sich noch 150 Gläubige im aufgeheizten Zelt zum Agapefest getroffen, um bei Wein und Brot gemeinsam die Ökumene zu feiern.
Der Rest will einfach feiern und Fruende treffen.

Zur Erinnerung: Konsekriert wurde die Kirche Sankt Peter am 1. August 1904 von Bischof Georg Kirstein, dem auch die Formulierung „Dom der Bergstraße“ zugeschrieben wird. „Ist uns gutes Wetter beschieden, dann wird unsere Stadt einen Fremdenzuzug erleben, wie er noch nie da gewesen“, prognostizierte das Verordnungs- und Anzeigeblatt. Von einem „Fremdenzuzug“ kann natürlich nicht mehr die Rede sein. Die „Kärb“ ist ein Fest von Heppenheimern für Heppenheimer, die am Wochenende weitgehend unter sich blieben.
Gleichwohl darf daran erinnert werden, dass zur „Weihe der Kirche“ vor 109 Jahren sogar Sonderzüge eingesetzt wurden. Tausende kamen. Die nach Plänen des Mainzer Dombaumeisters Ludwig Becker vorgenommene Kirchenerweiterung war wegen einer wachsenden Zahl von Gläubigen notwendig geworden. Im Jahr 1900, als mit den Erdarbeiten begonnen wurde, bekannten sich 4720 von 5779 Heppenheimern zum Katholizismus.
(Zitat Starkenburger Echo, 5.8.13)
Mehr:
http://www.echo-online.de/region/bergstrasse/heppenheim/Stadtkerwe-im-Geist-der-Oekumene;art1245,4170112

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Rimini

Mittwoch, 3 Jul 2013 @ 16:38

So viel ist uns vom Rimini-Restaurant geblieben, Leere, zugehängte Fenster und viele Fragen.
Das war früher, über viele, viele Jahre, eine recht gute Pizzeria und Eisdiele. Nicht die Beste, aber ganz OK. Sie war nicht weit von uns, so haben wir manchmal kleinen Spaziergang gemacht, damit das Eis am Ziel leichter schmeckt. Oder manche Fahrten wurden dort spontan beim Bierchen (auch alkoholfrei) beendet.
Man konnt gut sitzen. Ein Wintergarten war im Sommer offen und im Winter diente er als Raucherteil. Bunte Bestuhlung außerhalb wurde erst dieses Jahr angeschafft. Drin war ganz „normal“, aber ich mochte die dominikanischen Bilder an den Wänden – die haben wir gleich erkannt, da wir sie auch zu Hause haben. Der Inhaber-Italiener hat mal erzählt, dass er gern dort Urlaub macht.
Als wir jetzt in Polen waren, ist es passiert…
Abends haben die Gäste wie immer ihre Pizza und Eis gegessen. Als der Koch danach morgens zu Arbeit gekommen ist, war nichts mehr da. Alles war Leer und zugehängt. Das mußte für ihn ein dummes Gefühl sein.
Nachts wurde alles heimlich abgeräumt und der Eigentümer verschwunden.
Natürlich kocht jetzt die Gerüchteküche. Dass er Steuerschulden hätte, Mietschulden, Gehälter nicht bezahlt, dass Mafia im Spiel war. Manche nennen sogar die Schuldhöhe.
Aber war soll man über solches Verhalten denken? Dass Menschen zu ihren Wurzeln zurückkehren ist nicht selten und Ok. Aber wer heimlich solche Aktion durchstartet, der hat was zu verbergen, und nicht wenig.
Außerdem fällt es schwer sich vorzustellen, dass er plötzlich von solchem Heimweh ergriffen wurde, dass er um 23 Uhr spontan die Entscheidung getroffen hat.
Der Glasgarten (für Raucher) wurde auch vom Mobiliar freigeräumt. Er hat doch nicht alles reingestellt und zugehängt. Warum sollte er das nachts machen?
Also? er hat alles augeladen und mitgenommen.
Das heißt alles war gut geplant.
Fragen ohne Antworten.
Uns bleibt nur das Warten was und WER jetzt da rein kommt.
Man munkelt so bisschen, dass Antonio interessiert wäre. Er wollte angeblich immer wieder nach Heppenheim zurück. Rimini wäre vielleicht zu klein und müßte etwas umbebaut werden, aber wenn die Eisdiele weg käme, dann könnte es passen.
Das wäre schön. Und Sebastian Vettel hätte sich auch gefreut, denn Antonio ist sein Lieblingsgastronom.

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Bülent Ceylan

Samstag, 1 Jun 2013 @ 10:50

Bülent Ceylan – in Heppenheim auch als „Sebastians Vettels Boxenluder“ bekannt – gibt uns seit gestern bis morgen, 3 mal, auf der Freilichtbühne, mit dem Programm „Wilde Kreatürken“, die Ehre. Und das macht er perfekt und lustig, spontan und selbstironisch. Da bleibt kein Auge trocken – und das liegt nicht nur am begleitenden Regen.
Das Boxenluder ist vor zwei Jahren geboren, als Sebastian Vettel nach der 2. Weltmeisterschaft einen Heimauftritt hatte und Bülent als Extrabonbon mit aufgetreten ist.
Er ist halb-Deutscher, halb-Türke und unser Nachbar – ein Mannemer Bub (= aus Mannheim, 20 km von HP).
Zwei Auftritte waren geplant und dritter – gestern noch dazu.
Und wir waren dabei!!! Obwohl nicht viel gefehlt hätte und unsere Karten wären mit dem Regen fort…
Während in Nachrichten von Überschwemmungen die Rede ist und in HP die Feuerwehr die Keller leer pumpt, wird auf der Freilichtbühne Spaß unter freiem Himmel geplant.
Ohhh Maaaann!! So groß kann der Spaßfaktor nicht sein, um das Nasse gut zu machen… Wir gehen nicht, wir gehen doch, oder nicht, ach komm… So ging es den ganzen Nachmittag. Gut, dass wir mit Freunden verabredet waren, die uns den richtigen Tritt in den (noch) trockenen A… gegeben haben.
Ausgestattet mit goldenen Notfallfolien, Fahrrad- und Bundeswehrponchos, Regenjacken, Wanderschuhen und Glühwein in Thermosflasche (letzte Flasche vom Winter, wie gefunden am 31 Mai, haha) sind wir los.
Regenschirme waren wegen Augen-ausstechen und Sicht-versperren (und auf-nächste-Schulter-tropfen) verboten. Das haben Viele aber nicht so ernst genommen und mussten dann vor dem Eingang einen Kasten mit ihrem Eigentum füllen. Es hat toll bunt ausgesehen. Ich möchte nicht wissen, wie man später im Dunklen unter den 500 (oder locker mehr) Schirmen den eigenen finden sollte.
Taschenkontrolle… Aber Jurek hat unsere Thermokanne mit Lächeln, unter dem Umhang, reingeschmugelt. Ha! so gut hat uns ein Glühwein noch nie geschmeckt.
Überraschung… 2000 Stühle haben die Fläche vor der Bühne gefüllt. Die Steintreppen (oben darüber ist Wald und große Bäume) wurden wegen aufgeweichtem Boden und Gefahr von abfallenden Ästen gesperrt.
Trotz Regen sind keine Stühle frei geblieben, das hätten wir nicht gedacht. Und Bülent sicher auch nicht.
Auftritt von Bülent… Was soll man sagen? Er konnte NUR GUT sein!! Etwas anderes haben wie auch nicht erwartet. Und: dieses Programm bekommst du im TV nicht zu sehen, denn es war auf uns zugeschnitten, im Dialekt, mit lokalen Gegebenheiten, die Bülent ja auch bekannt sind.
Er konnte sein Mannemer Dialekt sprechen, ohne Sorgen, dass er nicht verstanden wird, haha. Es war fast ein Heimspiel.
– Denkt ihr, dass ich Hochdeitsch redd?
– Ihr, Hepprumer kennts doch selwer net.
– Ich konn hier sou redde, wie ich redd.
Unser Mut wurde unerwartet belohnt und der Regen ist dann doch „ausgetrocknet“ (irgendwann muss doch oben leer sein, oder?). Wir konnten sogar die Regensachen ablegen. Hurraaaaa!!!!! Danke lieber Himmel, Gott, Partei, Buddha und Französischer Revolution!
Für heute und morgen wünschen wir Euch genau so viel Spaß und mindestens so viel Trockenheit, wie gestern.

Wort zum Sonntag…
Vor nicht langer Zeit wurde über eine Überdachung der Freilichtbühne nachgedacht. Es ist ein sehr schöner Ort, am Hang zwischen Schlossberg und Maiberg, mit Blick auf die Burg. Auf die Sitztreppen passen ca. 4 Tausend Menschen. Aber auf dem Maiberg wohnen paar Heppenheimer mit Einfluss (mindestens finanziellem) und sie möchten dort in Ruhe wohnen. Große Veranstaltungen bringen aber Lärm mit sich. Na ja… klar, allein wenn die Tausende Menschen wieder nachts runter gehen und jeder unterhält sich normal, ist es sicher laut.
Nebenbei: Sebastian Vettel hat auch ein Haus an der Strasse gekauft, eine wunderschöne alte Metztendorfwilla Kappeleck. Aber er wird eher selten da wohnen. Und Bülent Ceylan, sein Kumpel, würde ihn sicher nicht stören, sie würden zusammen ein Bier trinken.
Aber liebe Maiberger, ihr habt so schöne Lage und Aussicht bis nach Hunsrück, ist es wirklich so schlimm, wenn paar mal im Jahr (bis jetzt 3-5 mal) die Anderen bei Euch Spaß haben? Kommt doch dazu. Oder fahrt mal Essen (kann auch Kochkäse sein, nur etwas weiter, damit es länger dauert) – vielleicht entdeckt Ihr wieder, dass man sich auch schön unterhalten kann. Oder schließt einfach die Fenster.
Manchmal sollte das Wohl der Allgemeinheit über der Ruhe des Einzelnen stehen.

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Rudolf Kohl

Sonntag, 19 Mai 2013 @ 16:19

Vor paar Jahren haben wir in einem Artikel geschrieben, dass über Herr Rudolf Kohl ein Extrabeitrag kommt.
Nun, einen Beitrag haben wir noch nicht geschrieben…
Jetzt ist Rudolf Kohl nicht mehr da und die Stadt hat ein Original und Unikum verloren. Eigentlich das letzte.

Denn Rudolf Kohl hat das Stadtbild so geprägt, dass man sich Heppenheim ohne ihn nur schwer vorstellen kann.
Am Freitag, den 17 Mai, wurde er beerdigt und Feuerwehrleute haben Totenwache gehalten. Anschließend wurde im Feuerwehrstützpunkt ein großes Fest gefeiert – so hat sich das der Verstorbene zu Lebzeiten gewünscht.

Jeder in Heppenheim kannte ihn. Schwer und humpelnd (nach einer alten Beinverletzung) schritt er über die Straßen, immer freundlich und lächelnd, obwohl er etwas streng wirkte.
Sein Leben war die Feuerwehr – damit hat er eine Familientradition erfüllt, denn sein Großvater hat im 1882 die Heppenheimer Feuerwehr gegründet. In der Kirchengasse befindet sich sein privates Museum. Sein besonderer Stolz waren Helme aus der ganzen Welt (sogar aus Vatikan), die er auf verschiedene Weise eingesammelt hat, durch Tausch oder Geschenke. Gern hat er Besucher durch das Museum geführt und zu jedem Exponat lebendige Geschichten erzählt. Ich kann mich nicht erinnern, dass man Eintritt zahlen musste.
Aber am Zaun des Vorgartens war eine Spendendose, wo die Zuschauer und Besucher immer gern was eingeworfen haben.
Denn hier, hat er ein Mini-Heppenheim aufgebaut, mit Zügen und ICE-Heppenheim, Sebastian Vettel, Starkenburg und Weinbergen, Feuerwehr und Tatütata. Wenn man gerade Glück hatte und ihn angetroffen hat, dann hat er einen Brand entfacht, den viele kleine Feuerwehrmännchen tapfer mit echtem Wasser gelöscht haben. Kinder haben immer vor dem Zaun gestanden, aber Erwachsene haben auch ihr Spaß gehabt. Es war etwas besonderes, was man Gästen zeigen konnte.
Viele kannten Rudolf Kohl auch in der Rolle des Nachtwächters, der mit seiner Hellebarde späte Stadtveranstaltungen besucht und traditionell mit gewaltiger Stimme zu Nachtruhe aufgerufen hat.
Seinen Geburtstag hat er immer mit einem Straßenfest in der Kirchgasse, vor seinem Haus gefeiert. Es war eine Veranstaltung in der Altstadt, die Freunde und Fremde, Heppenheimer und Touristen angezogen hat. Einmal waren wir auch dabei. Und zwischen Kaffee und Bierchen konnte man das Museum sehen.
In diesem Haus, an der Kirchgasse 12, wurde im März 1864, damals bei Schlossermeister Martin Kohl, ein Gesellenverein – Vorgänger der heutigen Kolpingfamilie – gegründet. Rudolf Kohl selbst war bis zuletzt aktiv für die Kolpingfamilie und hat auch im Chor gesungen. Ha! mit der Stimme!
In seinem Haus wurde auch 1977 von zehn engagierten Bürgern (auch Ludwig (Muggel) Müller) Altstadtfreunde-Verein gegründet und er war erstes eingetragenes Mitglied.

Rudolf Kohl war auch ein Weltenbummler und jährlich über mehrere Monate auf Luxuslinern unterwegs, wo er das Schöne mit dem Nützlichen verbunden hat und als Feuerwehrexperte fungierte. Viele Helme und Utensilien für sein Museum hat er auf diesen Reisen gesammelt.
Schon vor paar Jahren musste er eine Chinareise wegen Beschwerden an seinem kranken Bein abbrechen.
Und jetzt, auf der 15. Kreuzfahrt – auf Azoren – ist er nach Abfahrt von Sao Miguel krank geworden, wurde noch auf der Insel Terciere ins Krankenheus gebracht, leider konnte man ihm nicht mehr helfen. Wir kennen Azoren und Sao Miguel – eine wunderschöne Ecke der Erde, aber nicht zum sterben.
Wie gelebt, so gestorben – sagt man. Auch hier kann man es anwenden: Reisen, Feuerwehr, Geselligkeit.
Er hat Heppenheim geliebt und die Welt auch. Nach jeder Reise hat er sich erst zu Hause gefühlt, wenn er die Altsteinpflaster unter den Füßen gespürt hat. Gestorben in der weiten Welt, für Feuerschutz tätig…
Rudolf Kohl war Junggeselle, hatte keine Kinder.
Man fragt sich jetzt, was mit dem Museum, der Modelleisenbahn im Garten und dem Haus passiert. Aber das hat er sicher alles geregelt, denn er war nicht gesund und hat vermutlich damit gerechnet, dass er keine Hundert wird. Vielleicht macht die Feuerwehr weiter. Oder die Altstadtfreunde.
Herr Rudolf Kohl hatte viele Freunde und hat sich sehr für die Stadt verdient – es wird genug gute Menschen geben, die sein Werk wahren und pflegen werden.

Startfoto der Videodatei von: Steffen Jakob

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Franziskus in Heppenheim?

Dienstag, 19 Mrz 2013 @ 6:53

Die Welt hat einen neuen Papst. Na, der katholische Teil.
Die Zeitungen schreiben viel, man kann sich nicht dem Thema entziehen – es ist einfach interessant und der Mensch noch mehr.

Ein lokaler Aspekt: Jorge Mario Bergoglio war 1985 paar Monate in Frankfurt, bei den Jesuiten von St. Georgen, wo er sich über seine Dissertation beraten hat. Eine Doktorarbeit hat er jedoch später nicht geschrieben.

* Padre Bergoglio… hat damals im argentinischen Winter eine Auszeit genommen, um noch einmal tiefergehend wissenschaftlich zu arbeiten. Ihn interessierte der deutsche Theologie Romano Guardini, zu dem es in St. Georgen reichhaltiges Material gibt. Was Papst Franziskus an Guardini fasziniert hat, ist nicht bekannt. Aber wie der Pontifex selbst hatte der deutsche Theologie, der 1968 starb, italienische Wurzeln.
Mehrere Wochen hat sich Jorge Bergoglio damals in seine Forschungen vertieft, hat die reichhaltige Bibliothek genutzt und in einem der kargen, einfachen Zimmer in der Kommunität gewohnt. Doch dann kam, womöglich früher als gedacht, eine neue Berufung seines Ordens. Und das angedachte Buch bliebt unvollendet.  *

http://www.yumpu.com/de/document/view/4738684/internationaler-stadtgang-heppenheim-kreis-bergstrasse/28Der Theologe und Philosoph Romano Guardini, der in der Jahren 1910-11 in Heppenheim am St.Peter gewohnt hat. Er war als Kaplan (nach der Priesterweihe im Mai in Mainz) vom 01. Juli 1910 in Heppenheim tätig und ist am 27. Mai 1911 an das Krankenhaus in Darmstadt und am 01. August 1911 in die Dompfarrei nach Worms gegangen.
Ob er in Rahmen der Recherche die 50 Km nach Heppenheim gefahren ist, ist noch nicht bekannt. Sicher krammt Einer bisschen irgendwo in Dokumenten und Archiven. Vielleicht gibt es zufällige Fotos von einem Spaziergang in der Altstadt oder Handnotizen im Pfarrhauskeller.
Das wäre interessant für die Geschichte der Stadt.

 

* Zitat:   http://www.welt.de/politik/deutschland/article114452124/Bergoglio-studierte-einst-in-Frankfurt-am-Main.html
Auch interessant: http://www.spiegel.de/panorama/spurensuche-in-deutschland-papst-franziskus-und-sankt-georgen-a-888849.html

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Frühlingsgefieder

Sonntag, 17 Mrz 2013 @ 6:38

Der Frühling kommt bei uns früher als in anderen Regionen. Das Klima verwöhnt uns.
Doch den letzten Winter haben auch wir als lang und quälend empfunden. Vielleicht, weil der Schnee immer wieder gekommen ist. Da war er schon mal weg, wir haben den Frühling gerochen… und rummmms! alles wieder weiß. Und Licht von der Sonne haben wir auch sehr wenig gesehen, dafür viel zu Hause gebrannt.
Also kein Wunder, dass die Bergsträßer jeden Sonnenstrahl und kleinstes Blümchen angebetet haben. Die ersten Blumen sind auch schon früh erschienen – Fotos vom 3.Februar.
Und mir ist kein Bote entgangen, ich habe jedes blühende Etwas entdeckt!

Dann hat wieder der Schnee alles zugedeckt. Ach, was! er war weg und die Blümchen blühten weiter. Und erneut Schnee -und erneut weitere Blumen. Natur hat sich nicht aufhalten lassen.

Jetzt haben wir den halben März, Sonne führt einen Platzkampf mit dem regen Regen. Die Natur reißt sich zur Sonne. Krokusse, Osterglocken, Forsythien blühen schon. Baumblüte – typisch für die Bergstraße – hat angesetzt.
Die Vögel sind dieses Jahr auch früh gekommen, Störche (haben wir mehrere Paare in der Umgebung), Kraniche. Zwischen Heppenheim und Lorsch sind Wiesengebiete, die als Naturschutzgebiet (Brutstätten) ausgewiesen sind – hier landen die Schwärme zu Erholung, so dass die Wiesen schon früher gesperrt wurden. Vor paar Tagen habe ich dort (von der Straße) einen Schwarm Kiebitze gesehen.
In Münster ist ein Storchennest mit Webcam – so eine Storchen-peepschow, mit Tagebuch. Der Chef ist schon am 18.02 gelandet, sein Frauchen am 22.02 – das war gut so, denn zu zweit haben sie sich im verschneiten Nest warm gehalten. Jetzt vögeln sie schon fröhlich…
Niedrige Temperaturen und wiederkehrender Schnee irritieren die Zugvögel. In der Zeitung haben wir gelesen, dass manche der Rückflug ansetzten.
Das schönste Erlebnis war jedoch ein „Treffen“ mitten in der Stadt. Er flog über einer engen Straße – ich dachte zuerst, es wäre ein Reiher – aber es war ein Storch!!! und landete auf einem Haus. Hej!! zwei Häuser weiter! da wohnt mein Mädchen!!
Zig-Meter-Luftlinie weiter steht ein historisches Gebäude – Halber Mond – wo bis vor 30 Jahren immer Störche genistet haben. Nach der letzten umfassenden Renovierung (vor zwei Jahren) wurde dort auch ein Rad angebracht, vielleicht lässt ein Paar die alte Tradition aufleben? Es ist zwar in der Stadt, aber zum Wiesen-Buffet nur ein Flugsprung. Also warten wir und schauen in den Himmel.
Ich bin ein masurisches Mädchen – ich liebe Störche!

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