Am Ende der Welt.

Mittwoch, 17 Sep 2008 @ 14:06

Manchmal verlassen wir unsere Stadt, und das sogar gern, denn Urlaub ist Urlaub! Neben Wanderschuhen, Stöcken und Rucksäcken, haben wir auch unsere blauen T-Shirt`s eingepackt.

Wir waren in Osttirol in Hinterbichl. Das ist am Ende der Welt (aber nicht am A… der Welt)!! Hinter unserem Hotel waren noch paar Häuser und ca ein Kilometer Strasse, zum letzten Parkplatz. Und dann ist Ende. Nichts. Nur noch Berge und Berge, weiter geht es nur noch zu Fuß und nur noch bergauf. Wir waren schon zum zweiten mal dort und fühlten wir uns wieder gut und wie zu Hause, dieselbe herzliche Atmosphäre, der selbe Tisch, die selben Gesichter, das selbe Bier. Obwohl die Wirtsfamilie vor paar Wochen von einem tragischen Bergunfall getroffen wurde, hat sie für uns, Gäste, immer ein Lächeln, gutes Wort und Interesse gehabt. Nächstes Jahr werden wir wieder dorthin fahren, und vielleicht rote T-Shirt dabei haben, denn 2009 wird bei „Heppenheim zeigt Farbe“ die nächste Phase in rot sein.

Und was war in Heppenheim in der Zeit?

1. Ein neues Altenheim Sankt Katharina wurde eröffnet. Ein schönes Gebäude präsentiert sich jetzt im zentralsten Knoten der Stadt, wo seit Jahren (seitdem wir hier wohnen) hässliche, heruntergekommene, verwahrloste Häuser waren – kein Grund zum Stolz. Aber dafür jetzt!

2. Formel 1: Sebastian Vettel ist neuer Schumacher! Hej! Das ist UNSER Sebastian! Bei solchen Gelegenheiten gibt man gern an und schmückt sich mit fremden Federn. Eben! Wir auch: unsere Tochter kennt gut seine Schwester (und wir auch ein bißchen). So!

3. Der Höhepunkt dieses Jahres „Heppenheim zeigt Farbe“ ist angelaufen. Ganze Woche werden in der Stadt verschiedene Veranstaltungen und Aktionen angeboten. Man könnte sagen:Heppenheim ist blau.

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Asteroid

Mittwoch, 3 Sep 2008 @ 11:41

Auf dem Schloßberg befindet sich die Sternwarte Starkenburg. Vor neun Jahren haben ihre  Mitarbeiter einen Kleinplaneten zwischen Jupiter und Saturn entdeckt. Der „1999RJ35“ hat vier Kilometer Durchmesser und braucht vier Jahre für seinen Umlauf. Jetzt hat er einen Namen erhalten und wandert weiter als „Wettzell“.  Die Sternwarte hat schon 51 Asteroiden entdeckt und hat einen Ruf als eine der führenden Amateur-Sternwarten in Deutschland.

Freitags, bei wolkenfreier Sicht, kann man ab 21:00 den Himmel und die Objekte beobachten. Umsonst! 2003 leuchtete der Mars, groß, hell, geheimnisvoll. So nahe an uns, wie seit 60000 Jahren nicht. Hunderte Neugierige haben Nacht für Nacht, bis 2:00 – 3:00,  zu den Teleskopen angestanden. Wir auch. Grosser Dank an die geduldigen Mitarbeiter. Ich kann mich jedoch nicht an Nachrichten über unerklärte Begegnungen erinnern. Es sei denn, jemand hat lieber grüne Geister gesehen, statt zuzugeben, dass er auf dem Weg vom Berg in der Dunkelheit vor eigenem Schatten und Stimme die Hose voll hatte.

2004, bei Hessentagen, wurde der Planetenweg eingerichtet. Auf 2,6km, kann man von der Altstadt (Pluto) bis zur Sternwarte (Sonne) laufen und sich so das Gefühl für die Dimensionen unseres Sonnensystems verschaffen. Obwohl… wie soll man sich hinter jedem Meter eine Entfernung von 1,89 Millionen Kilometer vorstellen? Wir sind den Weg gegangen, manchmal war es sehr weit bis zum nächsten Planeten und dann wieder kamen sie alle paar Milliönchen Kilometer nacheinander – ein Sprung. Wir wollten unsere Kräfte für den Kosmos sparen und sind mit Taxi zur Sonne gefahren und dann runtergelaufen zum Pluto.

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Wetten, dass…

Freitag, 22 Aug 2008 @ 15:11

Wie schon geschrieben, findet in der Stadt die Aktion „Heppenheim zeigt Farbe„. Als nächsten Punkt hat der Bürgermeister eine Wette aufgestellt, dass man es nicht schafft, gestern um 16:00 mindestens 250 Bürger mit den blauen T-Shirts „Ich bin Heppenheimer“ auf den Markt zu bekommen. Als Wetteinsatz wird der Bürgermeister persönlich den Markt fegen. Ich war zeitig da, habe mich unauffällig in ein Lokal gesetzt, Kaffee bestellt, und mit dem Shirt in der Tasche auf weitere Entwicklung gewartet.

Der Platz hat sich gefüllt, jung und alt, Kinder, Eltern, Großeltern, Paare, Gruppen und einzelne Personen waren da. Sogar die eigene Ehefrau war „gegen“ den Bürgermeister. Und ein mutiger Mensch war da, mit Aufschrift „Ich bin Bensemer“ hat er sich mitten unter uns gestellt (Bensheim ist eine rivalisierende Nachbarstadt). Ach was! wenn es sein muss, machen wir aus ihm einen netten Heppenheimer. Und wenn es zu Wettgewinn beitragen sollte…

Ziemlich pünktlich ist die die ganze Organisationstruppe und Jury vor das Rathaus gekommen. Wichtige Menschen haben Reden gehalten, Kinder haben Fangen um den Brunnen gespielt, Sonne erwärmte unsere Köpfe. Und hurra! wir waren über 300, ich weiß nicht mal, wann wir gezählt wurden – vermutlich vom Fenster. Und der Bürgermeister hat einen schönen Besen mit roter Schleife und einen Fege-Termin am 8.09. bekommen.

An der Eisausgabestelle.Blick auf den Markt.Vor dem Rathaus.Ich war dabei......

Für alle war kostenlos Eis da, zum Abwinken und zum Platzen, denn Heppenheim ist auch eine Langnese-Stadt. Unser Magnum wird in ganz Deutschland (und über die Grenzen) gern geschleckt.

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Uffgschnappt

Donnerstag, 21 Aug 2008 @ 21:50

In Heppenheim und der Gegend wird sehr viel Dialekt gesprochen. Als wir vor 18 Jahren hierher gekommen sind, habe ich die erste Zeit gedacht „o, Gott, ich verstehe die Leute nicht“. Heute macht mir das nichts mehr aus. Ich kann es nicht sprechen, was auch OK ist, denn es könnte sich mit unserem (wohl für immer anhaltenden) polnischen Akzent beißen. Aber vor paar Einfüssen konnten wir uns auch nicht schützen. Die Stadt heißt hier Hepprum.

Hier einige Ausschnitte aus Zeitung EXTRA, 21.08.2008, von Hepprumer Heinz:

„Ich binèn Hepprumer, woas e groußes Glick“

Ehr Leit, ich häb mer e Ti-Schört kaaft un vornedruff schdejht: „Ich bin ein Heppenheimer“. Mer wär`s jo liewer gewese, wann druff gschdanne hätt: „Ich binèn Hepprumer“, äwer des häwese net kabt. Schoad. Äwer sou is des jo aa schee, un mer konn aa noach auße beweise, dass mer sich mit soinere Schdadt identifiziert.

Ich häb mer des Trikot am Freidog Owend in de Bachgass kaaft beim „Summernoachtstraum“. Die Ellis wollt unbedingt hie. Die Fraue iwerfällt sou e besonderes Gfiehl, wann`se dann Geld ausgewe kenne, wann`s sunscht niemejh meglich is, weil die Gschäfte zu häwe. Des hätt sou ebbes Prickelndes, wann mer owends noach de zehe Uhr in dem Modegschäft schdejht un Klamotte oaprobiert.

Na? habt Ihr das verstanden? Ich ja, aber gut, dass ich hier beim Schreiben keine Zeugen hatte. Lautes Lesen, Buchstabieren, wirrer Blick zwischen Zeitung, Monitor und Tastatur. Und eins weiß ich jetzt: hören ist leichter, als es zu lesen (und zu schreiben!!!!).

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Wein und Stein

Sonntag, 17 Aug 2008 @ 19:47

Auf den Bergen über der Stadt, am Steinkopf, wurde der „Erlebnispfad Wein und Stein“ eingerichtet. Auf 6,9 km (Abkürzungen möglich) kann man an 30 Stationen Wissenswertes über Wein, Rebsorten, Geologie, Klima, Geschichte, Flora und Fauna der Region erfahren. Das Gebiet gehört zu UNESCO-Geopark Bergstrasse -Odenwald.

Neugierig nach den Informationen aus dem Prospekt und Internet, haben wir uns am Samstag, mit Freunden, Karte, Rucksäcken und viel Humor auf den Weg gemacht. Der Tag war noch neblig, aber die Wettervorhersage vielversprechend. Wir waren die ersten unterwegs, Stille, leichter Nebel umhüllte die Stadt unter uns, ein Reh lief über den Weg. Auf dem ersten Kilometer sind wir nicht gut vorwärts gekommen, da wir immer wieder etwas gefunden und gesehen haben, das wir lesen, schauen, fotografieren wollten. Schon vor 11:00 haben wir uns schauspielerisch vor der Webcam präsentiert und freundlich gewunken- wer weiß, wer uns da im Internet sieht. Wir haben viele Skulpturen gesehen, die hiesige Artisten aus Materialien aus der Gegend gezaubert und in die Weinlandschaft platziert haben. Dann sind wir in ökologischen Garten abgebogen, und nicht gemerkt, dass uns auf diese Weise ein Teil entgeht: mit weiteren Skulpturen und der mediterranen Bepflanzung (u.a. Palmen, neu seit Frühjahr). Abhilfe nötig: an der Stelle stimmt etwas nicht mit der Beschilderung. Fazit? Wir müssen noch mal hin.


Webcamfoto

Der Nebel hat sich langsam gehoben, Aussichten wurden immer schöner, die Meter wurden immer länger… Sehnsucht nach einer Bank breitete sich aus. Natürlich nur wegen dem in-die-Landschaft-schauen. Aber, wo wir schon mal eine Bank hatten, da hat auch Jurek den Flachmann rausgeholt und die Freundin Brötchen und Wurst. Wein haben wir nicht gehabt, aber genug Weintrauben.
Weiter haben wir das Motorgeräusch einer Sprühpumpe und die dazugehörende Wolke wahrgenommen. Als wir nähergekommen sind wurde sie ausgemacht. Sicher damit sie uns die Ruhe und die Vögel nicht stört, und uns die tolle Luft nicht schlecht macht. Der gute Mann war so nett, hat abgewartet bis wir weg waren, hat sich nicht mal gezeigt, bevor er weitergemacht hat. Ach, was soll`s, bevor aus diesen Trauben Wein gemacht wird, spült der Regen schon vieles ab, und den Rest vergessen wir…

Start. . .WeinbergBank und TischBachusGehen oder rollen?WeinWeingeburt

Die Wanderung war schön und interessant, die fast 7km sind in bequemen Schuhen gut zu laufen. Viele Bänke zum verweilen, wunderschöne Landschaften. Ich weiß schon, dass wir dort wieder gehen werden, vielleicht zu anderer Jahreszeit, z.B. im Herbst, wenn sich die Reben verschieden färben und sich als bunter Teppich über die Hügel legen.

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Sommernachtstraum

Samstag, 16 Aug 2008 @ 21:17

Kleine Städte haben die Schwäche, dass der Handel und das Leben aus den Innenstädten auf die Grüne Wiese ausweichen, wo sie sich prächtig entwickeln. Wichtige Menschen müssen sich immer wieder etwas einfallen lassen, um das Publikum wieder ins Zentrum zu locken. Und so hatten wir gestern eine Veranstaltung in der Fußgängerzone, unserer „Bachgass“, die so lang ist, dass wenn man am Anfang richtig Anlauf nehmen würde, dann würde man das Ende überspringen. Aber diesmal war sie voll Menschen, von 18:00 bis Mitternacht pochendes Leben da, wo sonst um die Zeit alles wie ausgestorben wirkt. Man hat uns mediterrane Urlaubsstimmung versprochen, und so war es. Licht, Kerzen, Fackeln vor Geschäften, Cocktails, Essen aus der südländischer Küche und Musik (na, konnte etwas mehr sein). Viele einkaufswillige Kunden spazierten und schauten in entspannter Stimmung und mit lockerer Hand hier und da durch die Läden. Eben, wie im Urlaub.

Im Laufe des Abends entwickelte sich weiter die Aktion „Heppenheim zeigt Farbe“, die im September gefeiert wird. Als äußerliches Zeichen tragen immer mehr Leute blaue T-Shirts mit Schrift „Ich bin Heppenheimer“, gestern wurden sicher mehrere Hunderte davon verkauft. Je später der Abend war, um so einheitlicher sah die Bachgass. Es werden auch Tausende Personen-Fotos bei verschiedenen Aktionen gemacht, die später zu einer Mosaik zusammengesetzt werden. So auch gestern. Wir beide sind schon dabei.

BollywoodKaufen?CaipirinhaIch bin HeppenheimerNachtlebenAlle wie einer

Und noch eine (alte) Neuigkeit: Bollywood dreht den nächsten Film in Heppenheim, und die bunten Turbane gehören wieder zum Straßenbild (kommt extra Post). Auch gestern waren viele „Bollywood`s“ da.

Ein schöner Abend, gelungene Idee. Bitte nächstes Jahr wieder.

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Kaltblutschau

Dienstag, 12 Aug 2008 @ 20:41

Am Sonntag hat in unserem Reit-und Fahrverein wieder eine Kaltblutschau stattgefunden. Das Wetter war sehr gut, warm, aber leicht bedeckt, also sind sehr viele Interessierte gekommen, Familien mit Kindern, Junge, Alte, Behinderte, Sportler, Reiter und Nichtreiter, Neugierige und wir. Wir haben viele Bekannte getroffen. Und unsere Tochter auch, die diesmal ihr Arbeitseinsatz für Verein zu erfüllen hatte. Wir durften zuschauen, aber wir erinnern uns noch an Jahre, wo wir bei Turnieren stundenlang im Verkauf (Essen, Getränke), Spülen, Salate schneiden usw. geholfen haben. Was hat man nicht für das Kind gemacht? Heute engagieren sich die Eltern der nächsten Reitergeneration. Und wir sind jetzt Gäste.

Viele Kaltblutrassen wurden vorgeführt. Massen an Kraft und Muskel haben ihre Fähigkeiten gezeigt, bei Dressur, Wagengespannen, Arbeit früher und jetzt. Kaltes Blut? Von wegen! So viel Kraft, Energie und Feuer! Es wurde breites interessantes Programm gezeigt. Und viele stolze Mamas – Stuten mit ihren Fohlen waren da.

Pippi LangstrumpfEiner? Zwei?VorführungAuf dem PlatzKaufen?MüdeVorführungVorführungDreiergepannZuschauer

Wer Geld ausgeben wollte, der konnte einen Fohlen kaufen, oder ein „fertiges“ Pferd, Wagen, Zubehör, Futter, aber auch Hühner und Enten (die Schneckenfresser, die einem das aufspießen der schleimigen Tierchen auf Nadeln ersparen). Und für Kinderherzen waren zum streicheln und knuddeln Ziegen, Kaninchen und Schweine.

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