Sebastian

Montag, 3 Nov 2008 @ 21:18

Die Formel 1 hat viele heiße Anhänger. Am Sonntag konnten sie ein tolles Rennen schauen, das bis letzte Sekunden spannend und überraschend war. Die Sportfreunde sind auf ihre Kosten gekommen. Ich gehöre nicht zu dieser Gruppe und sehe die Rennfahrten nicht. Aber in Heppenheim wächst das Interesse und sogar solche wie ich schnappen hier und da Informationen über Rennen auf und schauen morgens in das Sportteil rein. Denn wir kennen alle den Namen Sebastian Vettel, 21 J. Nach vielen anderen guten Rennen, hat er in Grand Prix Italien in Monza gewonnen, als jüngster in der Geschichte der Formel 1. Jetzt hat er die Saison mit 35 Punkten, als Achter der WM, abgeschlossen. Man muss den Sport nicht mögen, um in den Berichten den Namen immer rauszuhören und mit höchstem Respekt zuzugeben, dass es eine gewaltige Leistung ist und die beste lebendige Werbung für unsere Stadt.

Das ist der Stolz und der Lokalpatriotismus: der Junge ist doch aus Heppenheim! Man kann Bekannten erzählen z.B: dass Sebastian auf gleichem Gymnasium Abi gemacht hat, wie ich (keine Kunst – wir haben nur ein G.), dass seine Mutter bei mir Brötchen kauft, dass sein Vater mir die Tür gemacht hat (hat Schreinerei), dass seine Schwester heute an der Kasse bei TOOM vor mir gestanden hat, dass der Bruder gestern Bild-Zeitung gekauft hat (oder Unterhemd)… Oder das Beste: er war da, ich habe ihn gesehen! Alles ist möglich, denn Heppenheim ist eine kleine und sehr! übersichtliche Stadt. Sebastian Vettel wohnt nicht mehr hier, er ist jetzt in Schweiz und die ganze Welt ist seine Arena. Aber eine Information zu Person bleibt: dass er  aus Heppenheim kommt.

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Zu Besuch beim Riesen.

Sonntag, 26 Okt 2008 @ 20:36

Als Ergänzung zum gestrigen Spaziergang, waren wir heute auf der gegenüber liegenden Seite von Lautertal, wo bei Hohenstein der legendäre zweite Riese gewohnt hat. Zwar sind schon paar Milliönchen Jahre vergangen und heute bewirft sich keiner mehr mit Steinen, aber wir wollten die letzte Spur vom ihm sehen, den Hohenstein.
Mitten im kleinen Wäldchen erhebt sich plötzlich aus der Erde ein einziger riesiger Felsmassiv. Faszinierend und einladend zum Klettern. Der Klettersport wird dort intensiv betrieben, daher auch der Nebenname – der Kletterfelsen. Heute konnten wir auch einen Mann dabei beobachten. Leider ist im Sommer ein tragischer Unglück passiert, ein junger Sportler ist tödlich abgestürzt.

Jurek hat nicht genug Kraft gehabt, um Steine zum Felsenmeer zu werfen, aber er hat mindestens versucht den Koloss in die Richtung zu bewegen. Auch ohne Erfolg. Aber auf dem Rückweg hat er einen schönen Pilz gefunden. Ich habe später noch einen Steinpilz entdeckt – und Jurek hat ihn mit viel Körpereinsatz und Engagement von der steilen Stelle geholt. In der Gegend wachsen viele Eßkastanienbäume. Große und Kleine haben dort die Maronen gesammelt, denn heiß aus dem Backofen, sind sie eine leckere Herbstnascherei.

Zufrieden, sind wir zum Hofgut Hohenstein zum Kaffee gegangen. Frühere Hofgebäuden wurden umgebaut und heute kann man im alten Kuhstall gut essen und trinken (zu christlichen Preisen: ein großes Stück vom sehr leckeren Bienenstich, Kaffee und Hefeweizen – 6,80€). Und wer Abenteuer sucht, kann im Heuboden übernachten. Wie die Bilder auf der Homepage zeigen, passt in eine mit Heu gefüllte Liegewiese, wohl eine ganze Busgruppe.

Hohenstein erhebt sichIch werde ihn verschiebenKlettererEin PäuschenMeins!Hofgut HohensteinHofgut HohensteinBlick von der Loge

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Felsenmeer

Samstag, 25 Okt 2008 @ 22:38

Bei wunderschönem Herbstwetter – blauer Himmel, keine Wolke, in der Sonne locker über 20 Grad, war es schwer zu Hause zu sitzen. Wir wollten nicht gegen den Zwang ankämpfen und sind einfach losgefahren. Nach Reichenbach (Lautertal), ca 15 km von Heppenheim, zum Felsenmeer.
Eine attraktive Formation, ein Naturspiel – mitten im Wald erstreckt sich ein gewaltiger Steinhaufen.
Laut Legende waren dort zwei Riesen, einer am Felsberg, der andere am Hohenstein, die sich in Wut mit Felsbrocken beworfen haben. Der am Hohenstein hat mehr Wurfmaterial gehabt und hat den anderen unter den Steinen begraben. Bis heute hört man manchmal sein Jammern unter den Felsen.
Wir haben kein Weinen gehört. Vielleicht lag es an den vielen laut rauschenden Blättern unter unseren Füßen. Aber der Spaziergang, gute 1,5 Stunde Marsch, unterbrochen nur mit Momenten für Fotografieren und begeisterte Blicke in den Wald, war sehr schön.
Im Ernst: das Felsenmeer ist in der Eiszeit entstanden, in das verwitterte Gestein konnte Wasser eindringen und gefrieren, das hatte später Spaltungen verursacht. Im 2-4 Jahrhundert haben die Römer die Granitblöcke bearbeitet. Bis heute sind 15 Beweisstellen erhalten.
Das Felsenmeer erstreckt sich lang und schmal, und viele Blockhalden sind noch weit verteilt im Wald, aber der Baumwuchs gewinnt da schon an Kraft.
Für Kinder ist es toll, den Berg über die Steine zu erobern. Obwohl ich da etwas Bedenken habe, dass ein Knirps in ein Loch fällt und bis Frühjahr nicht zurück kommt. Heute hat eine Ekippe einen Beitrag gefilmt, eben mit kletternden Kindern – vielleicht für „Sendung mit der Maus“ (oder, junge Eltern, was schauen die Kinder heute?).

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Ein Haus über den Dächern.

Montag, 20 Okt 2008 @ 19:31

Noch eine Jubiläumserinnerung (150 Jahre unserer Zeitung).

1997 wurde am Rand der Altstadt ein neues Hotel „Ramada“ gebaut. Drei alte Fachwerkhäuser in der Strasse Kleine Bach haben die Pläne der Architekten gestört, vor allem in der Tiefbauphase (Tiefgarage). Haus Nr. 14 steht seit dem Jahr 1430 und ist das älteste Haus in der Stadt.  Der Verein der Altstadtfreunde und eine große Front der Befürworter haben die Stadt und den Bauherren zum Umdenken gezwungen, die Häuser mussten erhalten bleiben. Die Häuser 14 und 16 wurden abgetragen, gelagert und später etwas versetzt vom alten Standort im Originalzustand wiederaufgebaut.

Das Haus Nr. 12, bekannt als Haus Laumann, hat auch überlebt. Das Fachwerkgerippe wurde mit einem Spezialkran „huckepack“ in die Höhe gehievt und 50 Meter weiter in einer Seitengasse zur Zwischenlagerung abgesetzt. Das heißt Translozierung. An den Tag und das riesige Medieninteresse kann ich mich gut erinnern, ich bin auch extra in die Stadt gefahren, denn man sieht schließlich nicht jeden Tag Häuser am Himmel.

Ich kann mich erinnern, wie sich die Seile gespannt haben, wie das Holz knarrte und stöhnte, als die Konstruktion Zentimeter für Zentimeter angehoben wurde. Spannung stieg an. Und plötzlich wurde es unruhig, die Aktion wurde gestoppt, das Haus zurückgestellt. Der Kran war nicht stabil, brauchte mehr Gewichtplatten, die erst mit speziellem Transport geholt werden mussten. In paar Tagen neuer Versuch – diesmal ist alles glatt gelaufen. Wir haben das Haus Laumann oben, über unseren Köpfen gesehen. Bild aus dem Buch: Architektur-Forum HeppenheimEs wurde von oben in die leere Gasse, die nicht viel größer war als das Haus selbst, auf eine extra angefertigte  Betonplatte abgestellt, wo es fast ein Jahr auf die Rückfahrt gewartet hat, bis die Erdarbeiten und die Tiefgarage fertig waren.

Original nachgebaut, ins Hotel integriert, beherbergten die Mauern paar Jahre eine stilvolle Cocktail-Bar. Aber wir waren nie drin.  Das Hotel hat schon mal den Namen geändert, dann wieder. Jetzt ist es „Park in“. Die alten Fenstern sind zugehängt und dunkel. Vielleicht arbeitet man an einer neuen Idee…

Wenn man die Kleine Bach lang geht, denkt man heute nicht mehr an die Ereignisse.  Aber wenn wir mit Gästen in der Altstadt spazieren, gehören die Häuser natürlich zum Programm.

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Weinlese.

Sonntag, 19 Okt 2008 @ 16:06

Wie wir schon geschrieben haben, ist Heppenheim in Weinlesefieber. Zum ersten mal wird dieses Jahr auch auf dem neukultivierten Abschnitt „Wein und Stein“, am Steinkopf gelesen.
Am Freitag haben sich dort mehrere Botschafter der Stadt und der Bergstraße zur Arbeit gesammelt. Ausgestattet mit Eimern, Rebscheren und gutem Willen, wurden sie fachmännisch angewiesen: „Das Rote sind die Trauben, die kommen in die Eimer. Das andere sind Blätter, die können hängen bleiben“. Dabei waren u.a.: Landrat Matthias Wilkes, ehemalige deutsche Weinprinzessin Lisa Edling, Fußballtrainer Klaus Schlappner, Musiker Franz Lambert, Manager Jürgen Gromer. Sebastian Vettel musste die Teilnahme absagen, wegen heutigem Rennen Formel 1 in Shanghai.
Die Winzer sind mit der Lese sehr zufrieden. Die Trauben bringen 80-104 Öchsle, das ist die Qualität der Spätlese. Der Spitzenreiter ist der Grauburgunder mit 117 Öchsle. Zu bestimmten Terminen werden über 30 Sorten gesammelt, so sind nächste Woche die Stars dran – Merlot und Cabernet Sauvignon.
Bei wunderschönem Wetter und „Weinstimmung“, waren wir gestern spazieren, na, schon eher wandern. Über zweit Stunden sind wir stramm in der Weinbergen am Essigkamm und im anliegenden Wald marschiert. Unterwegs haben wir auch viele fleißige Lesetrupps gesehen, die wir im Vorbeigehen freundlich begrüßt haben. Nur nicht von der Arbeit abhalten – damit wir etwas zu trinken haben, wenn es soweit ist. Und man könnte auch einen Bottich auf den Rücken bekommen und müsste helfen…
Bunte Landschaften breiteten sich vor unseren Augen, Weinreben in verschiedenen Farben lagen da wie ein Teppich.
Und in dem Buchenwald bedeckten die goldenen Blätter so dick den Weg, dass in uns die Kinderseele wach geworden ist. Wir haben beim Gehen,  die Blätter mit den Füßen aufgewühlt, dass sie wieder hoch geflogen sind. So ein Spaß haben wir schon lange nicht gehabt.

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Grace Kelly.

Freitag, 17 Okt 2008 @ 22:02

Zum 150-jährigen Jubiläum unserer Zeitung (Starkenburger Echo) werden täglich Berichte aus vergangenen Jahren gedruckt.
KellyHeute war zu lesen: 1958 hat Miss Margret Kelly geb. Mayer Heppenheim und ihr Elternhaus besucht. Frau Kelly war Mutter von der bekannten amerikanischen Schauspielerin und späteren Fürstin von Monaco, Grace Kelly. Die Großmutter der Fürstin hat in Heppenheim gelebt, in der Altstadt (Großer Markt 8 ) und ist mit 20 Jahren nach Amerika emigriert. Grace Kelly hat in vielen Filmen gespielt, z.B. „Das Fenster zum Hof“, „Zwölf Uhr mittags“, „Bei Anruf Mord“, „Über den Dächern von Nizza“. Sie hat den Fürst Rainier von Monaco geheiratet, ist 1982 im Autounfall gestorben, drei Kinder Karoline, Albert und Stefanie sind geblieben.
1999 hat Prinz Albert unsere Stadt und das Haus der Urgroßmutter besucht. Es war ein großer Medienspektakel, schließlich bekommt man nicht alltäglich fürstliche Gäste. Wir können uns an den Tag und die Zeitungsberichte erinnern.
Interessantes aus den letzten Jahren: die Familie, die heute das historische Haus bewohnt, hat viele Jahre eine Ente als Haustier gehalten. Die Ente war auch eine Persönlichkeit der Altstadt, nicht nur dass ihr ein Ende mit Kruste und Apfel erspart wurde, dann durfte sie noch freies Leben bei offener Tür und lockerem Stil genießen. Sie spazierte stolz über den Markt, verteidigte den Brunnen als ihr Revier und posierte gern den Touristen zum Foto.
Ente
Diese Ente gehörte zum Bild der Stadt und wir vermissen sie, seitdem sie zum Entenhimmel geholt wurde.

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Indian Summer an der Strata Montana.

Samstag, 11 Okt 2008 @ 17:07

Der Herbst hält Einzug, in der Welt und bei uns. Wunderschöne Bilder finden wir nicht nur auf den Postkarten aus Kanada, sonder auch auf unseren Straßen. Für Wochenende haben wir einen Spaziergang im feurigen Wald und Fotos geplant, aber mussten ihn leider absagen, weil die Grippe stärker war als unsere Pläne. Ob es uns noch nächste Woche gelingt, die Bilder und Farben einzufangen, oder geht die Stimmung durch Abkühlung und Regen verloren? Das wissen wir nicht.
Vorerst „aufgeschnappt“ auf der Straße:

Herbstzauber bei der Arbeit:

Ausblick aus unserem Fenster, bei untergehenden Sonne:

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Federweißer.

Samstag, 4 Okt 2008 @ 22:23

Zur Zeit ist in unserer Gegend die Weinlese. Traktoren stehen mit ihren vollen Anhängern zur Winzergenossenschaft an. Viele Leute nehmen Urlaub, um auf den eigenen Weinbergen (und bei Freunden und Familie) mit der Arbeit zeitig fertig zu werden.

Und wir?  Wir trinken den Federweißen. Das ist ein Produkt zwischen dem Most und Wein, wo der Zucker schon in Alkohol und Kohlensäure aufgespalten ist, dank Hefen, die dem Federweißen die milchige Trübung geben. Der Alkohol und Zuckergehalt sind je nach Lagerzeit und Rebsorte unterschiedlich.  Er wird in Gläsern zu 0,25L getrunken, schmeckt spritzig und süffig. Der recht niedrige Alkoholgehalt kumuliert sich aber in mehreren Gläsern unberechenbar. Ruck-zuck wackelt der Kopf.

Der Federweißer wird an mehreren Stellen in der Stadt und Umgebung verkauft, in Flaschen oder in 2- oder 5L Kanistern, aber immer offen (undicht verschlossen), da er noch gärt, was manchmal den Transport etwas erschwert. Und natürlich in allen Lokalen und Gaststätten.

Neben dem Geschmack, rechnen wir uns die reinigende Wirkung der Hefe hoch an und machen die „Hefekur“. Gut für die Haut und… Darm. Manchmal bezahlt man den Appetit  auf den leckeren Trunk mit einer Grundsanierung des Darmes, die bis Weihnachten reicht. Aber bis nächstes Jahr ist es wieder vergessen und der Federweißer schmeckt wieder.

Dazu schmeckt am besten ein Stück Zwiebelkuchen (in allen Variationen, dick, dünn, mit Speck, Nüssen, z.B.: mit Walnüssen – das ist meine Spezialität). Hier kann wohl jeder den Zwiebelkuchen machen. Dazu 2 Liter Federweißen und die Party kann steigen.

Prost und guten Appetit.

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Walburgiskapelle.

Dienstag, 30 Sep 2008 @ 19:06

Am Samstag waren wir Pilze sammeln. Oh, Schande! Wir haben… ganze fünf gefunden. So ein Fressen! Haha…

Am Sonntag sind wir in den Weschnitztal gefahren, ca 30 km weg, aber dort haben wir schon öfter Pilze gefunden. Kurz vor dem Ziel hatte Jurek die Idee, dass wir zur Walburgiskapelle gehen. Wir waren dort vor 18 Jahren und wussten noch, dass wir damals, auf dem Weg nach oben, sehr müde waren. Aber wir haben doch jetzt die Alpen hinter uns! Was ist schon ein Kapellchen auf dem Berg? Wir sind einen schönen Serpentinen- pfad gegangen, immer höher. Und mit jedem Meter haben sich vor uns neue Odenwälder Landschaften ausgebreitet. Wir waren wie in einer Urlaubsstimmung. Die Kapelle haben wir ruck-zuck erreicht und der Puls ist nicht nicht mal aus dem Takt geraten. In der kleinen Steinkirche waren ca 50 Sitzplätze und noch paar für die mit gesunden Beinen. Sogar eine Bank für ein Brautpaar war da. Eine Trauung hier müsste noch romantischer sein als in der Bergkirche, wo unsere Tochter geheiratet hat. Hinter der Kapelle ist ein Platz mit einem Steinaltar, für Gottesdienste im Freien. Ein Stück weiter war eine große Lichtung – irgendwie eine unwirkliche Welt. Unter den Füßen Moos, Farn und Baumstümpfe (vielleicht beseitigte Sturmschäden) und vor den Augen endlos breite Aussicht mit Lindenfels (da hatte die Tochter die standesamtliche Trauung). Wir haben viele neue Bäume mit Inschrift zu Taufe, Kommunion, Geburt entdeckt. Plötzlich haben wir in der Stille Stimmen und Pferdetrab gehört. Einige Kutschen sind gekommen, sicher ein Ausflug vom Fahrverein.

Wir sind am Kahlberg-Stein angekommen. Er setzt Zeichen für die Grenzen des Kreises Heppenheim seit 795J. Wir haben noch paar interessante und lustige Kuriositäten gesehen.

Von lauter Eindrücke haben wir die Pilze vergessen, die es bis jetzt nicht gab. Aber wir haben einige schöne – wenn auch nicht essbare Exemplare fotografiert. Für den Rückweg haben wir andere Strecke, längere gewählt. Und: Überraschung!! Entlang am Weg haben wir Pilze gefunden. So viel, dass wir uns zu Mittag satt essen konnten, und ein Portiönchen ist noch geblieben.

Jurek und EuleLindenfelsHallo...Odenwälder BaumIn der KapelleWir oben und die Welt untenKutschenEin LiebesbaumAn der GrenzeEure HochheitLeckerNicht-lecker aber schön

Ein wunderschöner Ausflug. Schönheit und Eindrücke muss man nicht weit suchen. Wer Augen und Herz auf hat, findet sie auch in der Nähe. Und wir werden sicher auch noch mal dorthin gehen. Aber nicht erst wieder in 18 Jahren.

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Sankt Katharina

Donnerstag, 25 Sep 2008 @ 20:19

Im zentralen Punkt der Stadt wurde neue Senioren Residenz Sankt Katharina eröffnet. Im Gegensatz zu dem vorherigen Schandfleck, heruntergekommenen Häusern, die den Augen weh getan haben (obwohl in allen Jahren in Heppenheim haben wir uns so daran gewöhnt, dass wir sie oft nicht mehr gesehen haben), steht jetzt dort ein schönes Gebäude, mit angepasster Architektur. Wenn man heute über die Kreuzung fährt, sieht man Sauberkeit und Leben, hier brennt Licht, da steht eine Alte Frau im Fenster – vielleicht schaut sie auf die Strasse, oder wartet auf Besuch…

Am Sonntag waren wir zum „Tag der offenen Tür“ und, wie viele Interessierte und Neugierige, wollten auch wir uns die Stadtneuigkeit anschauen. Wir haben Bekannte getroffen, meine Arbeitskolleginnen, Familien von Patienten, Nachbarn. Leider waren die Gruppen sehr groß und man hat nicht alles von den Erklärungen mitgekriegt. Aber hier und da wiederholten sich in Gesprächen die Gedanken: man könnte fast auf das Alter neidisch werden. Das Haus ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Die Senioren werden überwiegend in Gruppen und „betreutem Wohnen“ versorgt. Die Gruppenräume sind farblich betonnt, wobei die Architekten mutig mit der Farbe gepinselt haben. Sie haben Wohnzimmer und Gemeinschaftsräume zB. in Rot oder Apfelgrün geschaffen. Ich weiß nicht, ob man sich die Gruppe nach eigenem Farbgeschmack aussuchen kann, vielleicht würde sich jemand, der kein Grün mag,  in der Blauen Gruppe wohler fühlen… Alle Zimmer (1-2 Pers.) sind natürlich mit behindertengerechtem Badezimmer ausgestattet, aber es gibt auch große Bäder mit HighTec-Wannen, mit riesigem Spiegel, Ratansessel und Stehregal, der jetzt mit Blumen dekoriert war, aber ich weiß, dass später dort Cremen, Salben, Unterlagen und Windeln liegen werden, denn die Bewohner werden gleiche Altersbedürfnisse und Defizite haben, wie die in anderen Altenhäusern und unser Patienten zu Hause.

Es gibt auch kleine 2-Zimmer- Apartments, für die-noch-Rüstigen. Eine alte Dame, deren Mann ich vor vielen Jahren gepflegt habe und mit der ich mich immer endlos verquatsche, wenn ich sie mal treffe, zieht dort ein und hat mich eingeladen. Vielleicht werde ich sie auch mal besuchen, aus Sympathie und Neugier.

Im Erdgeschoss ist eine Cafeteria in Rot und eine Longe in Weiß, zum Verweilen, Lesen und Austausch von lokalen und haus nahen Neuigkeiten.

Aber wohl die größte Attraktion von Sankt Katharina ist der Dachgarten, mit Atrium (auch zum Gärtnern), vielen überdachten Ecken zum Sitzen, Schachfeld und unbegrenztem Blick auf die Stadt.

Sankt KatharinaDachgartenDachgartenDachgartenFrüstücksraum in GrünBlaues WohnzimmerCafe

Anfangs hat man Bedenken gehabt wegen dem Standort, so mitten in der Stadt, an der größten Kreuzung. Aber für die Senioren ist es ein Gewinn. Ein Park ist zwar grün und frisch, aber auch ruhig, und das Vögelchen kann  mancher auch nicht mehr sehen und hören. Hier ist Fussgängerzone vor Augen mit Geschäften, Menschen, Trubbel, lebendiger Verkehr auf der Strasse. Und zum Fastnachumzug sitzen sie in der ersten Reihe. Und wie!!!

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