Neue Fotos

Sonntag, 18 Jan 2009 @ 21:14

Heute haben wir auf dem polnischen HP-Blog eine neue Seite eingerichtet. Da im polnischen Internet nichts über Heppenheim zu finden ist und wir schon von Bekannten Anfragen hatten, haben wir, mit gemeinsamen Kräften und in guter Teamarbeit, Wikipedia über Heppenheim übersetzt (fast vollständig), sie mit eigenem Wissen ergänzt und mit unseren Bildern verschönert.
Dabei ist uns aufgefallen, dass die deutsche Seite „Entstehung des Blogs“ noch keine Fotos hat. Das haben wir jetzt nachgeholt und laden Euch zum Schauen ein.

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Hambach 2.

Sonntag, 11 Jan 2009 @ 21:03

Wie die Idee letzen Sonntag gekeimt hat, haben wir sie heute „geerntet“. Bei Frost, minus 6-7 Grad, strahlend blauem Himmel, Sonne, wurden wir nach Oberhambach gebracht und am letzten möglichen Meter in die Natur raus gelassen. Vor uns haben wir ca 8 Km Rückweg gehabt. Wir waren warm eingepackt, die Sonne hat den Frost erträglicher gemacht, der Schnee knirschte unter den Füßen. Wir sind zwei Stunden gewandert, durch Wald und Weinberge, unterhalb von Starkenburg und oberhalb von der Stadt und haben dabei viele Wege gesehen, die uns noch ganz neu waren.

Winterliche IdylleWohin jetzt?Der Weg in den HimmelDie Kreuzung. Nach Heppenheim noch 6,4 km.Der Abgang zur Stadt.Heppenheim in weiß.

Ein Stück des Weges sind wir an einer Erinnerung vorbei gelaufen, einer Begegnung 1. Grades mit einem wilden Bullen. Vor paar Jahren waren wir in dem Wald unterwegs. Es war still und ruhig. Leise haben wir ein langsames Tuckern wahrgenommen. Um die Ecke ist ein Traktor gekommen, der einen Eisenkäfig ohne Boden gezogen hat und darin einen Bullen geführt hat. Wir haben uns etwas zur Seite gestellt, so weit es auf dem schmalen Waldweg möglich war und wollten die Karawane abwarten. Der Bulle war vermutlich in Gedanken über seine Zukunft oder eine schöne Nachbarin vertieft und hat wohl keine Gestalten wie uns erwartet. Plötzlich hat er, mit Panik in den Augen, versucht den Käfig zu verlassen, hat ihn hin und her gerissen. Jurek hat mich geistesanwesend nur am Kragen gepackt und auf die andere Seite vom Traktor gezogen, in den Sekunden wussten wir selbst nicht, was wir tun sollten. Der Bulle hat den Käfig zur Seite gezogen und stand jetzt mit Füssen im Graben. Jetzt konnte er das Eisenteil mit dem Kopf heben, ist mit aller Gewalt unten raus und im Galopp in den Wald gerannt. Der Bauer hat geschimpft (mit dem Bullen, nicht mit uns), Sch… so viel Zeit, so viel Weg, Sch… wo kann er jetzt sein? Sch… „Vielleicht ist eine hübsche Kuh in der Nachbarschaft?“ – haben wir versucht die Situation zu entschärfen. Es war kein lustiges Gefühl, weiter zu gehen, mit dem Gedanken, dass irgendwo in dem selben Wald ein panisch erschrecktes Tier war.
Immer, wenn wir da laufen, kommt uns das Erlebnis in Erinnerung.
Jetzt haben wir Hambacher Tal auf beiden Seiten erwandert. Weitere Ideen sind schon gesät. Wir laufen uns warm.

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Rekordeiswein

Donnerstag, 8 Jan 2009 @ 16:13

Hurrra!
Heute konnten wir in der Zeitung lesen: gestern früh, bei minus 18 Grad, wurden noch mal 100 Liter Eiswein gelesen, mit 252 Öchsle. Herr Antes, Vorstand der Winzergenossenschaft, erwartet für diese Rarität einen Preis von ca 300€ für 0,33L.
Bei der vorherigen Lese des Spätburgunder wurden paar Reihen gelassen, mit der Hoffnung, dass es noch kälter werden könnte. Je tiefer die Temperatur, um so mehr Wasser gefriert in der Traube, um so essentieller ist der Most. Das Risiko wurde belohnt. Die Trauben waren so eisig, dass bei der Pressung erst nach paar Minuten die ersten Tropfen gekommen sind, zähflüssig und zartrosa. Obwohl im Januar gelesen, gehört der Wein zum Jahrgang 2008. Er wird den Rekord von 1996 schlagen, wo Riesling mit 242 Öchsle bei der World Trophy zum weltbesten Eiswein des Jahrgangs gewählt wurde.
Damit ist die Eisweinlese endgültig abgeschlossen. Jetzt warten wir auf die Weine.

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Hambach

Sonntag, 4 Jan 2009 @ 19:31

Gestern war ein wunderschöner, sonniger und frostiger Tag. Heute hat sich die Sonne nicht gezeigt, aber dafür, dass Schnee angesagt war, ist uns noch gut und trocken gegangen. Bei minus 3°C haben wir uns, mit Freunden, zu einem Spaziergang aufgemacht. Wir wurden nach Hambach gebracht (ein Vorort von HP, zieht sich dörflich paar Kilometer in den Odenwald) und wollten, etwas über 7km, zurück laufen, durch Wald, Hügel und Weinberge.
Warm angezogen, sogar Mützen habe ich im Schrank gefunden, konnten wir gut gehen, nur die Backen wurden rot. So sind wir noch nie gegangen, wir haben die Starkenburg aus einer neuen Perspektive gesehen und schon haben wir eine der nächsten Strecken festgemacht: von Hambach, aber von noch weiter (Oberhambach), laufen wir auf der anderen Talseite, über Schloßberg.
Am Steinkopf waren wir schon mal, auf „Wein und Stein„, und damals haben wir die Abzweigung zu Mediterraner Bepflanzung übersehen. Das haben wir jetzt nachgeholt und in der winterlichen Stimmung haben wir ein bisschen Urlaub-und-Palmen-Atmosphäre geschnuppert. Viele Wingerts sind schon beschnitten, damit nächstes Jahr der Wein wieder gut wachsen kann. Und an der web-cam haben wir kurz Halt gemacht und freundlich dem Internet zugewunken.
Paar mal haben wir Rehe gesehen. Aber einmal, da wollte ich gerade eine Treppenperspektive fotografieren, da sind mir zwei gerade vor das Objektiv vor gelaufen (letztes Bild). Sie sind noch zwei mal hin und her an uns vorbei gesprungen, als ob sie mit uns spielen wollten. Oder sie wollten den Hund ärgern.

Nach solchem Marsch haben wir uns einen heißen Kaffee und dicke Torte (ohne Reue!) verdient. In der Wärme wurden unsere Gesichter immer roter, wie bei Krebsen – bei glücklichen Krebsen!

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150 Jahre

Samstag, 3 Jan 2009 @ 22:54

SüPoStarkenburger Echo“ – unsere Tageszeitung, hat im 2008 ein Jubiläum gefeiert, 150 Jahre. Wir haben sie 1990, als „Südhessische Post“, kurz „Süpo“ kennengelernt. 2002 wurde der Name geändert und es ist uns schwer gefallen uns daran zu gewöhnen. Bis heute sagt man manchmal noch schnell „Süpo“.
In allen Jahren wurden ca 30 000 Tagesausgaben gedruckt.
Die Zeitung hat 6 Kreisausgaben, für: Darmstadt, Rüsselsheim, Groß-Gerau, Ried, Odenwald und Starkenburg, die täglich über 400 000 Leser erreichen. Dazu gibt es auch zwei kostenlose Wochenblätter.
Das ganze Jahr haben wir fast täglich, bei aktuellen Anlässen, Erinnerungen an Beiträge aus allen vergangenen Jahren gelesen. Das hat manchmal zu Irritationen bei älteren Lesern geführt, wenn sie verwechselt haben, ob sie aktuelle oder alte Nachricht lesen. Dazu gibt es auch eine Dokumentation als Jubiläumsausgabe.
Manche Themen dienten mir als Idee für Poste auf unserem Blog (Grace Kelly, Haus Laumann).
Das älteste bekannte Exemplar, vom 19.02.1862, befindet sich im Privatbesitz.

Wir leben in einer kleinen Stadt, da steht man den lokalen Nachrichten sehr nah. Wir kennen die Namen, Gesichter und Ereignisse – das betrift zwar eher mich, denn durch meine Arbeit habe ich eine sehr enge Beziehung zur Stadt und ihren Einwohnern, aber Jurek sitzt mit im Wagen. Die Fotografen sind bekannt und fallen gleich auf „oh, die Presse ist auch schon da“. Ob Brand, Unfall, politischer Streit, Umbau, wichtiger Gast, Veranstaltung – morgen lesen wir, was wir heute schon hier und da hören, sehen oder erleben. In einer kleinen Stadt sind auch kleine Nachrichten wichtig. Und es ist nicht schwer am Geschehen teilzunehmen, das morgen in der Zeitung beschrieben wird. Vielleicht kann man sich auch selbst finden.
Hier möchten wir bescheiden unsere Rolle erwähnen: 12% der 150 Jahre, das ist unsere Zeit in Heppenheim, als statistische und aktive Leser. Heute kostet die Zeitung 1,10€, also in 18 Jahren haben wir ihre Existenz mit ca 5000€ unterstützt. Mehrmals wurden wir zum Thema, Teil vom Thema, optischen Teil vom Ganzen, unabdingbaren Vervollständigung vom Bild (ohne uns wäre ein Loch im Bild…) Na, ja. Es ist einfach schön, morgens sich selbst oder Bekannte zu sehen. Und das nicht nur im Spiegel. Und wenn wir ehrlich sind, man sammelt gern solche Erinnerungen. Für die Enkel: guguck mal, dadada hat Opapa Baball gespielt.
Und paar davon zeigen wir euch jetzt schon:

27.08.1990 - Folkloretage (seit 10 Tagen wohnen wir in Heppenheim).25.08.1997 - Neue Häuser, neue Nachbarn - erste gemeinsame Grillfeier.3.07.1999 - 25-Jahre Caritas Sozialstation.Reitverein - Froschkönig.20.04.2001 - Reitverein - Lehrgang30.01.2002 - Informationsabend über geplannte Forensik.28.06.2002 - Hobby Volleyballer.5.07.2003 - Reitverein - Matadorin.13.05.2004 - Informationsabend vor Hessentag.11.11.2006 - 50-Jahre Jahrgang 56/57.2.07.2007 - 50-Jahre Reitverein.19.03.2008 - Kurs über Pflege zu Hause.

Wir lesen die Zeitung morgens, beim Frühstück. Ich fange mit lokalem Teil an, Jurek mit allgemeinem. Dann tauschen wir, ohne Worte, ohne Streit, wie es sich in einer langjährigen Ehe gehört. Wir stehen um 6:00 auf, erste Schritte, verschlafen, im Nachthemd und Pyjama, führen uns zur Tür, zum Briefkasten. Die Zeitung ist schon da. Nur am Samstag (wenn ich arbeiten muss) fehlt sie manchmal noch – dann bekomme ich so ein unschönes Gefühl der Leere. Was jetzt? Wie soll ich den Tag anfangen? Aber bevor der Kaffee durch ist und ich mein Gesicht im Spiegel wieder erkenne, klappert schon leise der Briefkasten. Wenn wir noch in unseren warmen Bettchen kuscheln und uns noch mal umdrehen, ist die Zeitungsfrau schon längst, leise und pünktlich unterwegs. Ob es noch dunkel ist, oder schon hell, ob es regnet, stürmt, unter Sternenhimmel, oder im Schnee, über noch nicht geräumte Wege, oder in der angenehmen Morgenkühle vor dem heißen Tag – die Zeitungsfrau ist unser erster, zuverlässiger Gast am Tag. Und, obwohl wir sie nicht kennen, freuen wir uns, dass sie gesund ist und uns weiter täglich mit neuesten Nachrichten versorgt. Danke.

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Frost und Wein.

Montag, 29 Dez 2008 @ 21:21

Letzte Tage waren trocken, sonnig und kalt, sogar frostig. Sternenhimmel, Venus, Orion, Mond wie abgeschnittener Fingernagel und tagsüber nur strahlendes Blau und stechende Sonne.
Aber heute um 6:00 waren minus 6,5 Grad. Unser erster Gedanke war: es wurde sicher gelesen. Radio hat unsere Vermutung bestätigt, heute nachts war die Weinlese für den Eiswein.
Ich habe schon mal geschrieben, dass ein Teil der Weintrauben, unter Abdeckung, an den Stöcken bleibt und wartet… auf minus 7 Grad. Dann rückt die Lesemannschaft, nachts, notfalls mit Lämpchen, in die Weinberge aus. Die gefrorenen Trauben werden für eine Rarität gelesen, für den Eiswein, der mindestens 127 Öchsle haben muss und gehört in die obere Liga der Preisklasse. Eine 0,33L – Flasche kostet ab 25€, nach oben sind die Zahlen offen.
Unsere erste Begegnung mit dem Eiswein war eher ein lustiger (kommt darauf an, für wenn) Zufall. Vor ca 18 Jahren, haben wir von unserem Nachbar am 24.12. einen Wein bekommen. Wir haben ihn unter den Weihnachtsbaum gestellt, haben uns unterhalten, unser Geschenk gegeben und sind, mit besten Weihnachtswünschen, auseinander gegangen. Später ist der Nachbar wieder gekommen und hat wieder eine Flasche in der Hand gehabt. Jurek hat sie freudig entgegengenommen und wieder unter den Baum gestellt, gegen meine Verwunderung: „wir haben doch schon Wein bekommen“ (?). Abends, nach dem Essen, haben wir eine Flasche geöffnet, bohhh, war der Wein gut, süffig ist er unsere Kehlen abgegangen. Wir haben noch nie solchen Wein getrunken. Paar Tage später, Gespräch im Flur: „Mensch, Oli, der Wein von euch war aber lecker!!!“. „Das weis ich, es war ein Eiswein und den wollten wir selbst zum Heiligabend trinken. Ich wollte ja nur bisschen angeben und euch zeigen, was wir trinken werden“. Haha. Wir haben sieben Jahre zusammengewohnt und sind noch viele male zu diesem Heiligabend zurückgekommen. Und wir wissen seitdem, dass der Eiswein verdammt gut schmeckt. Das war das einzige mal, dass wir eine ganze Flasche Eiswein (0,5L) in der Hand (und im Magen) hatten.

P.S. An der Gießenerstr.4 blühen Schneeglöckchen. Dieselben, die ich schon letztes Jahr, Mitte Januar, fotografiert habe.

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Vierter Advent.

Sonntag, 21 Dez 2008 @ 19:41

Vierte KerzeHeute brennen überall vier Kerzen. Eigentlich ist alles still und ruhig, aber die Vorbereitungen zu Weihnachten laufen auf Hochtouren. In Heppenheim machen ab morgen manche Geschäfte früher auf, zB. Lidl schon um 7:00. Die Weihnachtsbaumverkaufstellen sind immer leerer, die Süßigkeiten in den Regalen immer weniger. Wenn der Verkauf schon im September anfängt, ärgern sich die meisten, aber anscheinend kaufen genug Leute ab da schon ihre Lebkuchen.
Letzte Tage regnet es viel, es sieht nicht gut aus für weiße Weihnachten . Aber bei uns schneit es eh nicht viel. Die meisten Kinder haben nicht mal einen Schlitten. Letztes Jahr musste ich an einem verschneiten Nachmittag (ich glaube, an dem einzigen) in die Stadt. Böse Jungs haben die Mädchen mit Schneebällen beworfen. Hinter mir hat keiner geworfen. Ich war mir nicht so sicher, ob ich wegen dem trockenen Kragen froh sein sollte, oder…
Aber an unseren ersten Winter hier, 1990, können wir uns erinnern! Ojej! Wir wussten nicht mehr wohin mit dem geschobenen Schnee. Autofahren war schwierig, vom ordnungsgemäßen Parken konnte keine Rede mehr sein, denn überall waren Schneeberge. Und jeden Tag ist neuer dazugekommen. „Wo sind wir den hierher gekommen?“ Damals wussten wir noch nicht, dass diesem seltenen Winter ein früher und warmer Frühling folgen sollte, mit Blumen im Februar, mit sonnigem Fastnachtsumzug, zu dem wir nur Jacketts angezogen haben. Und am 16.03.91 haben wir auf der Terrasse, mit kurzen Ärmeln, Sekt getrunken, für das Wohl meiner 100-jährigen Oma.

Heute waren wir mit Freunden im Odenwald, bei Lörzenbach. Es hat nicht geregnet, 9 Grad, windstill. Wir sind fast zwei Stunden gegangen, im Wald, an den Wiesen und Feldern entlang, oben auf dem Berg – mit weiter Sicht über den Odenwald, im Tal, durch das Dorf. Wir sind an alten Obstgärten vorbeigegangen, wo die Bäume heute nur noch die Mistel tragen. Man würde so gern einen Ast abbrechen, zur Dekoration. Und vielleicht würde man dann darunter noch mal etwas schönes erleben, bekanntlich ohne Sünde.

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Advent für Senioren.

Mittwoch, 17 Dez 2008 @ 19:16

SeniorenAm Sonntag war die traditionelle Adventsfeier für Senioren, die die Stadt jährlich für alle über 70 Jahre organisiert. Nachdem man letztes Jahr irgendwie den Transport für die Rollstuhlfahrer vergessen hat – wurde er diesmal sehr gut geregelt. Gestern haben an der Feier 360 Senioren teilgenommen. Dafür wurde ein großer Raum benötigt. Der „Halbe Mond“ verfügt über genug Raum, aber, wie ich schon geschrieben habe (bei FDP), wird er umgebaut. Eine Alternative musste her und wer will, der findet – die Feuerwehr. Die Fahrzeuge raus auf die Parkplätze, die Senioren an die Tische. Die Feuerwehrleute haben den Raum und die Tische festlich dekoriert und für weihnachtliches Programm und Stärkung gesorgt. Es gab Kaffee und Kuchen, aber später auch Schnitzel mit Gemüse und Kroketten. Wie ich gehört habe, hat es sehr gut geschmeckt. Die Senioren waren zufrieden, haben Bekannte getroffen und waren an dem Tag wichtig in der Stadt.
Auf dem Bild sehe ich paar von unseren Patienten. Sie haben danach gern erzählt. Aber für uns war es ein kleiner Ausnahmezustand. „Schwester, kommen Sie früher//später, ich möchte zu der Feier“. Zwei sind gegangen und im Eifer vergessen sich bei uns abzumelden, die Kollegin hat vor der Tür gestanden, unnötige Anfahrt, Sorgen, ob etwas passiert ist, Telefonate. Wir bemühen uns solche Sonderwünsche unserer Klienten zu erfüllen, es ist wichtig, dass sie die Möglichkeit haben am sozialen Leben teilzunehmen. Ob es Familien-, Weihnachtsfeier, Kartenabend oder Gottesdienst ist, wir können uns recht kurzfristig anpassen. In der Tour wird halt bisschen „geschoben“, einer wartet etwas, einer kommt früher dran, mit Bitte um Verständnis wird die Reihenfolge verändert, heute er – morgen Sie.
Wenn wir in Polen sind fällt uns auf, dass man dort eigentlich keine Behinderten auf den Strassen sieht, keine Rollstühle,und Rollatoren, wenig alte Menschen.
Und bei uns gehören sie zahlreich zum Bild der Städte. Heppenheim hat in letzten Jahren fast alle Bürgersteige umgebaut, damit schwellen freies Fahren möglich ist. Die alten Menschen gehen mit Rollatoren einkaufen und mit Nordic-Walking-Stöcken spazieren (das sieht schicker aus als Stock, erinnert nicht so an die Schwäche, und gibt die Stütze so „als ob“). In unserem Supermarkt TOOM gibt es spezielle Einkaufswagen, an die man sich mit Rollstuhl ankoppeln kann. Da hat Einer gut gedacht. Der Behinderte kommt sogar mit Auto einkaufen, aber wo soll er seine Butter und Milch halten? Aber wenn ein muskulöser Sportler oder Dame mit Stöckelschuhen ihre Autos auf einen Behindertenparkplatz stellen, dann überkommt mich Wut. „Was heute nicht ist, kann morgen noch werden“ – habe ich schon öfter hinterher gerufen. In Polen habe ich mal eine Tafel gesehen „Du hast einem Behinderten seinen Parkplatz genommen, nimm auch seine Krankheit“ – wow! das wirkt. Ich habe mir diesen Satz auf rotem Papier gedruckt und schon manchmal so hinter die Scheibenwischer gesteckt, damit alle den Zettel sehen.
Taxi-Ufer, unser Taxiunternehmen hat spezielle Fahrzeuge die Rollstühle transportieren, nicht nur zum Arzt, aber auch zu Feier.

Auf dem Weg zum WeihnachtsmarktTreppenhaus im HochhausSportlich, mit StöckenKarnavalsumzugSpaziergang

Die Alten, Kranken und Behinderte gehören auch zu unserer Gesellschaft. Und unsere Stadt gibt sich die Mühe den Anforderungen gerecht zu werden. Und wo noch Defizite sind ( sind wir ehrlich: es gibt sie!), dann hoffen wir, dass jemand wann und wo, daran arbeitet.

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In Bensheim.

Sonntag, 14 Dez 2008 @ 21:26

Dritte KerzeHeute musste ich arbeiten, aber den Nachmittag hatte ich frei. Es war ein sonniger Tag, also sind wieder zum Weihnachtsmarkt gefahren, diesmal in die feindliche Regionen – nach Bensheim. Das ist die nächste Stadt und es bestand seit eh und je eine Rivalität zwischen Heppenheim und Bensheim. Früher haben wir gern die Witze mitgerissen, aber jetzt wohnt unsere Tochter dort. Ein nahender Gewitter war uns nicht schlimm, „vielleicht geht er über Bensheim“, aber das wünschen wir unseren Kindern jetzt nicht mehr.
Doch was gut ist, sollte man auch sagen: Bensheim hat drei Wochen Weihnachtsmarkt, nicht wie wir – einen Tag und dann noch im Regen. Es war sehr voll, aber wo Platz für andere ist, da passen wir auch hin. Und wem es unten zu eng war, der konnte sich mit dem Riesenrad über das Geschehen erheben. Mit Glühwein in der Hand sind wir an den Buden entlang gegangen (oder eher: wir haben versucht immer weiter zu kommen), bis zum Marktplatz. Und da war sie! Die Riesentanne. Mit Party und Presse wurde sie geliefert und aufgestellt. Und ich kann mich erinnern, dass die Tanne im letzten Jahr sogar paar Zentimeter höher war, als die in New York (genaue Angabe war damals in der Zeitung). Die Bensheimer waren sehr stolz und wir haben geschmunzelt.
Diesmal steht sie da, elegant und glitzernd. Dekoriert nur mit weißen Lämpchen, aber wohl mit tausenden davon. Sicher gibt es ein Gewinnspiel, wie viele es sind.
Der Brunnen am Platz wurde (wie auch zum Winzerfest) zu heißer Glühweinquelle umfunktioniert und daneben haben Nikolause im Orchester gespielt. Was braucht man mehr?

GlühweinWeihnachtsbaumUnter dem WeihnachtsbaumWein aus dem BrunnenLangosEisbarRiesenrad

Am Wambolder Hof haben sich viele Menschen am Eisbaum versammelt, dort wurden Weihnachtsgeschenke versteigert. Mehrere Skulpturen im Eis waren mit Kerzen dekoriert, schön und vergänglich. An der Eisbar haben wir uns nicht lange aufgehalten, wir stehen eher auf die heißen Getränke. Aber es war schön und interessant. Ob die kreativen Ideen in einem echt bensheimer Kopf entstanden sind?
An einer Wand hat ein Nikolaus gesessen, mit Becher für Geld vor sich und Mundharmonika an den Lippen. Wir haben uns in der Nähe gestellt, weil ich meinen Langos (mit Knoblauch und Käse) ruhig essen wollte. Der Nikolaus hat sich „warm gespielt“, hier gepustet, da gepfiffen in sein Instrument. Noch bevor ich mit Essen fertig war, haben wir ihn geknackt! Er hat keine Ahnung von Mundharmonika gehabt. Aber für seine Kreativität hat er einen Euro verdient. Es war nicht nur die Verkleidung. Wie Millionen andere, haben auch wir seit Wochen eine große Sympatie für Straßenmusikanten mit Mundharmonika (dank Dieter Bohlen und Superstar).
Ein schöner, lustiger, leckerer Adventnachmittag – obwohl in Bensheim.

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FDP

Samstag, 13 Dez 2008 @ 18:07

Gestern sind viele Persönlichkeiten der Politik nach Heppenheim gekommen. Guido Westerwelle, Otto Graf Lambsdorf, Wolfgang Gerhardt und andere. Ein starkes Aufgebot an Polizei, Rettungswagen sowie Übertragungswagen mehrerer Fernsehanstalten machte vorbeieilenden Passanten deutlich, dass im Kurmainzer Amtshof Außergewöhnliches geschah, wie unsere Zeitung das Bild beschrieben hat. TV – Nachrichten haben uns informiert:  die FDP hat ihren 60. Geburtstag gefeiert. In ihrer Wiege – denn hier, im Heppenheimer Amtshof wurde sie am 12.12.1948 gegründet.

FDP JubiläumVor sechzig Jahren, drei Jahre nach dem Krieg, paar Monate nach der Währungsunion, herrschte an fast allen Dingen Mangel, auch an Brennstoff. Als die 90 Delegierten aus den westlichen Besatzungszonen und aus dem freien Berlin anreisen sollten, wurden sie schon in den Einladungen gebeten, selbst 1-2 Briketts mitzubringen. Leider war das Aufheizen des großen Kurfürstensaals nicht möglich, so dass die Parteigründer in den darunterliegenden Winzerkeller umgezogen sind. Bei dem Treffen wurden mehrere liberale Gruppierungen zu einer neuen Partei zusammengeschlossen und der heutige Name wurde damals nach langen und heißen Diskussionen entschieden.

FDP JubiläumNicht zufällig hat man Heppenheim als Geburtsort der FDP gewählt. Schon 101 Jahre früher, im 1947, haben sich hier (im „Halben Mond“) Liberale unter der Leitung von Heinrich von Gagern getroffen und ihre Forderungen für die Frankfurter Versammlung („Paulskirchenversammlung“ 1848) formuliert: Nationale Einheit, Verfassungsrang für bürgerliche Grundrechte, Pressefreiheit.

Heute bewegen wir uns in den historischen Räumen eher zu kulturell-gastronomischen Zwecken. Im Amtshof ist ein Restaurant Winzerkeller, darunter im Gewölbekeller kann  man zu Silvester und in der Fastnacht feiern, und wir waren dort mal zu Weinprobe. Im Hof finden jährlich die Festspiele statt und zum Weinmarkt tobt hier Leben, Musik, und Wein wird massig gegossen. Im Kurfürstensaal finden Konzerte und Veranstaltungen statt, sowie wichtige Sitzungen. Im Amtshof ist auch da Stadtmuseum. „Halber Mond“ das ist Kapitel vom anderen Kaliber, ein schöner (na…wenn er mal gemacht ist, vorerst steht er leer und gammelig) Bau mit historischer Geschichte, Hotel, Restaurant, Veranstaltungssaal, ewiges Stadtthema – dafür nehme ich mir mal mehr Zeit.

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