Ohne Strom

4000 Haushalte am Abend eine Stunde ohne Strom
HEPPENHEIM, 21.08.2013. In und um die Stadt Heppenheim hat es gestern Abend einen Stromausfall gegeben. Nach einem Kabelfehler waren bis zu 4000 Haushalte zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr von dem Ausfall betroffen, wie der Versorger auf Nachfrage des Hessischen Rundfunks mitteilte. Betroffen war auch das Kreiskrankenhaus, dort konnte die Stromversorgung jedoch schnell wieder gesichert werden.

Das haben wir in der Zeitung gelesen. Aber was bedeutet das für dich und mich und unseren Nachbar?

Am Dienstag bin ich nach der Arbeit, um 20:30 nach Hause gekommen. Klamotten aus, Hände waschen, etwas zu trinken, Computer eingeschaltet – eine Sache musste bis morgen noch dringend geschrieben werden.
Flacker… flacker… und Ende, Bildschirm schwarz, Zimmer grau, Gesicht dumm.
Erste Schritte zum Sicherungskasten – alles in Ordnung.
Was jetzt? Jurek – mein Goldenes Händchen ist nicht da.

Ok, was mache ich jetzt? Computer will nicht, lesen – dunkel, bügeln geht nicht, duschen? – kein warmes Wasser.
Um den Rest des Tageslichts zu nutzen bin ich mit meinen Papieren auf die Terrasse gegangen.
Haha, inzwischen hat Handy geklingelt – Jurek ruft (aus Hannover) an: „Ihr habt kein Strom, die U. auch nicht (unsere Freunde), er hat mich gerade auf Handy angerufen, wollte auch fragen ob wir ohne Strom sind, aber Netz geht nicht. Haha“
Ich hatte schon den Gedanken: dann gehe ich spazieren zu U. Doch den habe ich schnell verworfen, denn ich musste etwas schreiben.
In den Gärten habe ich hier und da Stimmen gehört: Habt ihr auch keinen Strom? Ja. Ja. Also habe ich auch laut in die grüne Botanik gerufen: wir auch nicht!!!
Ich wurde fast fertig, die letzte Helligkeit war auch weg, ich konnte nichts mehr sehen und schreiben. Schluss.
Gerade habe ich nach Kerzen gekramt, da klopfte es an der Tür, begleitet vom lustigen Kichern. Haha, die Freunde U. (auch ohne Strom) sind mit Hund spazieren.
Auf der dunklen Mozartstraße haben sie so viele Menschen gesehen wie nie. Alle sind vor die Häuser gegangen um zu schauen und haben da auf Nachbarn getroffen. An Zäunen waren Grüppchen und haben sich unterhalten – na bitte, auch schön.
Und bei TOOM wurden die Kunden mit Taschenlampen zum Ausgang begleitet.
Wir haben zu dritt bei Kerzen gesessen, Bierchen getrunken, es war ein lustiger Abend.
Und dann ist plötzlich heller geworden und aus allen offenen Fenstern um unsere Gärten hat man aaach! ohhh! woooow!! gehört.
Eigentlich war der Abend lustig, für viele auch gesellig und nett. Vielleicht müsste man öfter Strom abschalten?
Aber es ist uns bewusst geworden, wie abhängig wir alle vom Strom sind…

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Data: Freitag, 23 Aug 2013 @ 17:00

Autor: Themengebiet: Bunt und krumm

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