Die Kärb

Wie jedes Jahr muss man als Heppenheimer am ersten Wochenende im August zu der Stadtkerwe – einem gemeinsamen Fest der Kirchen St. Peter (vom 1904) und Heilig Geist (vom 1888).
Traditionell findet sie auf dem Graben unter alten Plantanen statt. Der ist jedoch jetzt im Umbau und so wurde die Veranstaltung verkleinert, spontan auf den Parkhof verlegt. Es ist zwar ein großer Parkplatz und den Charme hat er auch der Kerwe verliehen – aber besser als gar nicht.
Den Verlust von 140 Parkplätzen in der Zeit haben die Heppenheimer ruhig und geduldig ertragen. Ich muss auch dort zu einem Patienten parken, da habe ich auch schon mal das Auto kurz „irgendwo“ abgestellt. Aber ich muss zugeben, dass ich einen Gedanken hatte: Wenn ich jetzt einen Strafzettel bekomme, dann gibt es einen saftigen Widerspruch.
Gute Laune, gute Gesellschaft, leckerer Wein oder Bier und abendliche Kühlung nach den hitzigen Tagen – es war OK.
Statt der gewohnten 1500 Sitzplätze wurden am Parkhof nur 300 geboten, aber das hat am Freitag auch gereicht.
Am Freitag haben wir uns mit Freunden auch auf den Weg gemacht. Das Terrain wurde schnell überblickt und ein Tisch, der sich einladend angeboten hat, gleich belegt – zentral und strategisch optimal, denn von da haben wir alles im Blick und nicht weit zu den Eßbuden gehabt und fast jeder musste an uns vorbei.
Sogar paar Leute haben im Zelt getanzt!! Oh, Gott, bei der Hitze!
Zur Eröffnung wurde am Freitag nachmittags vom Pfarren Meurer und Bürgermeister Burelbach der erste Bierfass „fä umme“ angezapft, der sehr schnell leer war, haha.
Die Feierlichkeiten dauern immer vier Tage – so auch jetzt. Und am Sonntag haben sich noch 150 Gläubige im aufgeheizten Zelt zum Agapefest getroffen, um bei Wein und Brot gemeinsam die Ökumene zu feiern.
Der Rest will einfach feiern und Fruende treffen.

Zur Erinnerung: Konsekriert wurde die Kirche Sankt Peter am 1. August 1904 von Bischof Georg Kirstein, dem auch die Formulierung „Dom der Bergstraße“ zugeschrieben wird. „Ist uns gutes Wetter beschieden, dann wird unsere Stadt einen Fremdenzuzug erleben, wie er noch nie da gewesen“, prognostizierte das Verordnungs- und Anzeigeblatt. Von einem „Fremdenzuzug“ kann natürlich nicht mehr die Rede sein. Die „Kärb“ ist ein Fest von Heppenheimern für Heppenheimer, die am Wochenende weitgehend unter sich blieben.
Gleichwohl darf daran erinnert werden, dass zur „Weihe der Kirche“ vor 109 Jahren sogar Sonderzüge eingesetzt wurden. Tausende kamen. Die nach Plänen des Mainzer Dombaumeisters Ludwig Becker vorgenommene Kirchenerweiterung war wegen einer wachsenden Zahl von Gläubigen notwendig geworden. Im Jahr 1900, als mit den Erdarbeiten begonnen wurde, bekannten sich 4720 von 5779 Heppenheimern zum Katholizismus.
(Zitat Starkenburger Echo, 5.8.13)
Mehr:
http://www.echo-online.de/region/bergstrasse/heppenheim/Stadtkerwe-im-Geist-der-Oekumene;art1245,4170112

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Data: Montag, 5 Aug 2013 @ 18:25

Autor: Themengebiet: Jedes Jahr wieder

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Ein Kommentar

  1. 1

    Unsere Zeitung gestern: An der Veranstaltung haben 3500 – 4000 Menschen teilgenommen. Und der Ordnungs- und Notdienst haben ruhige Zeit gehabt, es gab keine Störungen. Wie schön.

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