Beitrags-Archiv für die Kategory 'In der Umgebung'

Felsenmeer

Samstag, 25 Okt 2008 @ 22:38

Bei wunderschönem Herbstwetter – blauer Himmel, keine Wolke, in der Sonne locker über 20 Grad, war es schwer zu Hause zu sitzen. Wir wollten nicht gegen den Zwang ankämpfen und sind einfach losgefahren. Nach Reichenbach (Lautertal), ca 15 km von Heppenheim, zum Felsenmeer.
Eine attraktive Formation, ein Naturspiel – mitten im Wald erstreckt sich ein gewaltiger Steinhaufen.
Laut Legende waren dort zwei Riesen, einer am Felsberg, der andere am Hohenstein, die sich in Wut mit Felsbrocken beworfen haben. Der am Hohenstein hat mehr Wurfmaterial gehabt und hat den anderen unter den Steinen begraben. Bis heute hört man manchmal sein Jammern unter den Felsen.
Wir haben kein Weinen gehört. Vielleicht lag es an den vielen laut rauschenden Blättern unter unseren Füßen. Aber der Spaziergang, gute 1,5 Stunde Marsch, unterbrochen nur mit Momenten für Fotografieren und begeisterte Blicke in den Wald, war sehr schön.
Im Ernst: das Felsenmeer ist in der Eiszeit entstanden, in das verwitterte Gestein konnte Wasser eindringen und gefrieren, das hatte später Spaltungen verursacht. Im 2-4 Jahrhundert haben die Römer die Granitblöcke bearbeitet. Bis heute sind 15 Beweisstellen erhalten.
Das Felsenmeer erstreckt sich lang und schmal, und viele Blockhalden sind noch weit verteilt im Wald, aber der Baumwuchs gewinnt da schon an Kraft.
Für Kinder ist es toll, den Berg über die Steine zu erobern. Obwohl ich da etwas Bedenken habe, dass ein Knirps in ein Loch fällt und bis Frühjahr nicht zurück kommt. Heute hat eine Ekippe einen Beitrag gefilmt, eben mit kletternden Kindern – vielleicht für „Sendung mit der Maus“ (oder, junge Eltern, was schauen die Kinder heute?).

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Walburgiskapelle.

Dienstag, 30 Sep 2008 @ 19:06

Am Samstag waren wir Pilze sammeln. Oh, Schande! Wir haben… ganze fünf gefunden. So ein Fressen! Haha…

Am Sonntag sind wir in den Weschnitztal gefahren, ca 30 km weg, aber dort haben wir schon öfter Pilze gefunden. Kurz vor dem Ziel hatte Jurek die Idee, dass wir zur Walburgiskapelle gehen. Wir waren dort vor 18 Jahren und wussten noch, dass wir damals, auf dem Weg nach oben, sehr müde waren. Aber wir haben doch jetzt die Alpen hinter uns! Was ist schon ein Kapellchen auf dem Berg? Wir sind einen schönen Serpentinen- pfad gegangen, immer höher. Und mit jedem Meter haben sich vor uns neue Odenwälder Landschaften ausgebreitet. Wir waren wie in einer Urlaubsstimmung. Die Kapelle haben wir ruck-zuck erreicht und der Puls ist nicht nicht mal aus dem Takt geraten. In der kleinen Steinkirche waren ca 50 Sitzplätze und noch paar für die mit gesunden Beinen. Sogar eine Bank für ein Brautpaar war da. Eine Trauung hier müsste noch romantischer sein als in der Bergkirche, wo unsere Tochter geheiratet hat. Hinter der Kapelle ist ein Platz mit einem Steinaltar, für Gottesdienste im Freien. Ein Stück weiter war eine große Lichtung – irgendwie eine unwirkliche Welt. Unter den Füßen Moos, Farn und Baumstümpfe (vielleicht beseitigte Sturmschäden) und vor den Augen endlos breite Aussicht mit Lindenfels (da hatte die Tochter die standesamtliche Trauung). Wir haben viele neue Bäume mit Inschrift zu Taufe, Kommunion, Geburt entdeckt. Plötzlich haben wir in der Stille Stimmen und Pferdetrab gehört. Einige Kutschen sind gekommen, sicher ein Ausflug vom Fahrverein.

Wir sind am Kahlberg-Stein angekommen. Er setzt Zeichen für die Grenzen des Kreises Heppenheim seit 795J. Wir haben noch paar interessante und lustige Kuriositäten gesehen.

Von lauter Eindrücke haben wir die Pilze vergessen, die es bis jetzt nicht gab. Aber wir haben einige schöne – wenn auch nicht essbare Exemplare fotografiert. Für den Rückweg haben wir andere Strecke, längere gewählt. Und: Überraschung!! Entlang am Weg haben wir Pilze gefunden. So viel, dass wir uns zu Mittag satt essen konnten, und ein Portiönchen ist noch geblieben.

Jurek und EuleLindenfelsHallo...Odenwälder BaumIn der KapelleWir oben und die Welt untenKutschenEin LiebesbaumAn der GrenzeEure HochheitLeckerNicht-lecker aber schön

Ein wunderschöner Ausflug. Schönheit und Eindrücke muss man nicht weit suchen. Wer Augen und Herz auf hat, findet sie auch in der Nähe. Und wir werden sicher auch noch mal dorthin gehen. Aber nicht erst wieder in 18 Jahren.

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Wein und Stein

Sonntag, 17 Aug 2008 @ 19:47

Auf den Bergen über der Stadt, am Steinkopf, wurde der „Erlebnispfad Wein und Stein“ eingerichtet. Auf 6,9 km (Abkürzungen möglich) kann man an 30 Stationen Wissenswertes über Wein, Rebsorten, Geologie, Klima, Geschichte, Flora und Fauna der Region erfahren. Das Gebiet gehört zu UNESCO-Geopark Bergstrasse -Odenwald.

Neugierig nach den Informationen aus dem Prospekt und Internet, haben wir uns am Samstag, mit Freunden, Karte, Rucksäcken und viel Humor auf den Weg gemacht. Der Tag war noch neblig, aber die Wettervorhersage vielversprechend. Wir waren die ersten unterwegs, Stille, leichter Nebel umhüllte die Stadt unter uns, ein Reh lief über den Weg. Auf dem ersten Kilometer sind wir nicht gut vorwärts gekommen, da wir immer wieder etwas gefunden und gesehen haben, das wir lesen, schauen, fotografieren wollten. Schon vor 11:00 haben wir uns schauspielerisch vor der Webcam präsentiert und freundlich gewunken- wer weiß, wer uns da im Internet sieht. Wir haben viele Skulpturen gesehen, die hiesige Artisten aus Materialien aus der Gegend gezaubert und in die Weinlandschaft platziert haben. Dann sind wir in ökologischen Garten abgebogen, und nicht gemerkt, dass uns auf diese Weise ein Teil entgeht: mit weiteren Skulpturen und der mediterranen Bepflanzung (u.a. Palmen, neu seit Frühjahr). Abhilfe nötig: an der Stelle stimmt etwas nicht mit der Beschilderung. Fazit? Wir müssen noch mal hin.


Webcamfoto

Der Nebel hat sich langsam gehoben, Aussichten wurden immer schöner, die Meter wurden immer länger… Sehnsucht nach einer Bank breitete sich aus. Natürlich nur wegen dem in-die-Landschaft-schauen. Aber, wo wir schon mal eine Bank hatten, da hat auch Jurek den Flachmann rausgeholt und die Freundin Brötchen und Wurst. Wein haben wir nicht gehabt, aber genug Weintrauben.
Weiter haben wir das Motorgeräusch einer Sprühpumpe und die dazugehörende Wolke wahrgenommen. Als wir nähergekommen sind wurde sie ausgemacht. Sicher damit sie uns die Ruhe und die Vögel nicht stört, und uns die tolle Luft nicht schlecht macht. Der gute Mann war so nett, hat abgewartet bis wir weg waren, hat sich nicht mal gezeigt, bevor er weitergemacht hat. Ach, was soll`s, bevor aus diesen Trauben Wein gemacht wird, spült der Regen schon vieles ab, und den Rest vergessen wir…

Start. . .WeinbergBank und TischBachusGehen oder rollen?WeinWeingeburt

Die Wanderung war schön und interessant, die fast 7km sind in bequemen Schuhen gut zu laufen. Viele Bänke zum verweilen, wunderschöne Landschaften. Ich weiß schon, dass wir dort wieder gehen werden, vielleicht zu anderer Jahreszeit, z.B. im Herbst, wenn sich die Reben verschieden färben und sich als bunter Teppich über die Hügel legen.

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