Beitrags-Archiv für die Kategory 'In der Umgebung'

Ostern im Odenwald.

Montag, 13 Apr 2009 @ 21:56

Wie könnte man die Ostern schöner verbringen, als in der Natur? Sonne, 24 Grad, die Welt blüht.
Unser Freund hat die Strecke festgelegt, „er wollte sie immer schon mal laufen“, von der Juhöhe nach Weinheim. Uhhhh… 8Km Luftlinie, und zu Fuß? Ok, wenn wir keine Kraft mehr (oder Lust) haben, gehen wir früher runter.
Wir haben die Rucksäcke gepackt, Stöcke mitgenommen und haben uns mit Ruftaxi zum Ausgangspunkt bringen lassen, nach Juhöhe.
Wir sind im wunderschönen Buchenwald gelaufen, wo jetzt das besonders schöne frische Grün herrscht, und an den von blühenden Bäumen umrandeten Wiesen vorbeigegangen. Manchmal konnten wir weite Aussichten genießen, über den Odenwald und die Städtchen. Aber für schöne weite Bilder war die Luft leider leicht diesig.
Unser Freund hat so ziemlich keinen Plan gehabt, wie der Weg laufen sollte und irgendwie waren da gar nicht so viele Schilder, also haben wir manchmal andere Wanderer gefragt: geht es hier nach Weinheim? Eine Joggerin hat uns auch den Weg gezeigt und sind wir zu einer hohen Treppe gekommen, die eine lange Kurve abgekürzt hat. Gehen wir runter? Jurek wollte nicht, auf dem Weg kommen wir auch da unten an. Ach, was – wir gehen. Unten war wieder die Joggerin. Wie? laufen sie wieder hier, oder gibt es euch zwei? Ach, ach, entschuldigte sie sich, sie hat vergessen uns eine wichtige Kleinigkeit zu sagen: da war ein Pfad nach links. Na super, also laufen wir auf dem Weg wieder hoch, das, was wir mit der Treppe abgekürzt haben.
Ein bisschen haben wir in den Wäldern geirrt, wie Hänsel und Grätel. Gut, dass ich „Frohe Ostern“ eingepackt habe (na,ja, statt des Lebkuchenhäuschens). Jetzt habe ich ein Sektchen rausgeholt. Oo, unsere Jungs wollten keinen Alkohol beim Wandern – sehr vernünftig… Also mussten wir, zwei Frauen allein den ganzen… Piccolo schaffen.
Wir sind an eine Wiese angekommen, am Vierritterturm. Aussicht nach Westen über die Rheinebene und zum Osten über Nieder-Liebersbach. Paar Familien haben hier gepicknickt und die Kinder haben im Gras gesucht, was der Osterhase für sie versteckt hat. Auch wir haben uns am Turm gesetzt. Ich habe noch vier „Frohe Ostern“ dabei gehabt – wie denn sonst, Ostern ohne bunte Eier?
Gestärkt haben wir alle unsere Kräfte mobilisiert um weiterzugehen. Und es war nicht einfach, denn wir haben schon über zwei Stunden hinter uns gehabt und kein Ende in Sicht.
Appetit auf schönes Eis hat sich breit gemacht, sch… auf die Kalorien, aber wo ist Weinheim?

Ein professionell ausgestattetes Wandererpaar (sogar mit GPS-Logger) hat uns auf der Karte gezeigt, wo wir waren und wo Weinheim war. Ok, wollen wir nicht mehr!, die nächste Gelegenheit gehen wir zur Bergstraße runter. Ein älteres Paar, mit dem wir kurz ins Gespräch gekommen sind, hat uns direkt einen Tipp gegeben: o, nimmt diesen Pfad, da kommt ihr direkt nach Nächstenbach. Na, bitte, genau das wollten wir hören. Noch ein Stück Wald, dann am Bach entlang. In einem kleinen Dorf haben wir uns wie im Wilden Westen gefüllt, nach rechts und links schauend, mit den Wasserflaschen in den Händen (wie die Cowboys mit ihren Colts), haben wir keine Seele, keinen Hund gesehen.
Die Wanderstrecke haben wir direkt am Saugkopftunel beendet. Taxi hat uns wieder abgeholt und in Heppenheim erst zu einer Eisdiele gefahren. Dort haben wir uns Eisbecher mit verschiedenen bösen Sünden geholt. Bei Freunden im Garten haben wir die Beine langgestreckt (nach 10Km) und haben unsere geschundenen Seelen genüsslich mit Eis gekühlt.
Bei nächsten Gelegenheit: Start am Tunnel und weiter nach Weinheim, mit Steinbruch. Und mit mindestens so viel Lachen wie heute!

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Vordersberg

Montag, 16 Feb 2009 @ 18:46

Seit zwölf Jahren schauen wir aus dem Fenster auf den Maiberg mit dem auffallenden runden Haus und ein über den Wäldern stehenden Mast auf dem Vordersberg. Ich wollte immer mal dahin.
Gestern war bisschen Sonne und in höheren Lagen lag Schnee. Wir wollten nur einen kleinen Spaziergang machen, also warum nicht dorthin? Ich dachte sogar, dass es zu wenig ist, dass wir vom runden Haus zum Mast vielleicht zehn Minuten brauchen. Den Weg haben wir nicht gekannt.
Das Auto haben wir an der Freilichtbühne abgestellt – wen soll es da jetzt stören?
Und dann sind wir oberhalb der Siegfriedstraße (in Richtung Kirschhausen) in den verschneiten Wald losmarschiert.
Der Weg war viel weiter, als wir gedacht haben, denn wir sind um den ganzen Berg gegangen, bis zu Aussicht auf Erbach. Wir sind gelaufen und gelaufen, geschaut, gelaufen, fotografiert, gelaufen, Vögeln zugehört, gelaufen…

Unterwegs haben wir Kobolde hinter Gittern, verliebte Bäume und Spuren vom Odenwälder Yeti gesehen.

Mit jedem Schritt höher, haben wir auch die Burg aus anderer Perspektive gesehen, bis wir am Ziel angekommen sind. Der Sendemast war nichts besonderes, einfach grüner Turm, wie auf der ganzen Welt. Aber wenn wir jetzt aus dem Fenster schauen werden, dann wissen wir, was wir sehen.

Zurück sind wir anders gegangen, haben sogar wild über Wiese und Wingert abgekürzt (mit Blick auf die Stadt, so nah und doch so weit…), vorbei am runden Haus und an paar wunderschönen Häusern am Maiberg – leider kein Platz für uns und für euch auch nicht, aber gucken darf man. Die Lage dort ist so schräg, dass der Eingang zu manchem Haus im Dachgeschoss ist und der Bau dann zwei-drei Ebenen runter geht.

Und so haben wir den „kleinen“ Spaziergang in umgekehrter Richtung gemacht, statt in gedachten 10 Minuten – in zwei Stunden.
Aber der Kaffee danach hat geschmeckt! und dazu das wärmste Jäckchen… das Konjäckchen!
Die Strecke war sehr schön, wir werden sie auch zusammen mit Freunden laufen. Am besten nach Erbach zum Gasthof Jäger, denn nach solchem Marsch wird auch der Schnitzel mit Kochkäse ohne Reue schmecken!

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Faszination Natur

Freitag, 6 Feb 2009 @ 20:02

Im Haus der Pädagogik ist z.Z. (29.01 bis 30.04.09) eine Fotoausstellung von renommierten Naturfotografen „Faszination Natur“. Gestern war auch ein Bildvortrag von Herr Heinz Diehl aus Einhausen. Neugierig bin ich abends dahin gegangen. Im Gebäude habe ich einen Bücherstapel, eine uralte Schulbank (manche Ältere erinnern sich noch) entdeckt. Die ausgestellten Bilder waren wirklich schön und einmalig.

Doch der Vortrag vor einem vollen Raum (die Organisatoren haben nicht mit solcher Resonanz gerechnet) hat meine Erwartung total überstiegen. Fotos aus unserer Gegend – Bruchsee, Lorscher Erlachsee, Wiesen zwischen Heppenheim und Lorsch, alles zu Fuß erreichbar – unterlegt mit stimmiger meditativer Musik. Gute Stunde durften wir uns mit Einblicken in die Natur verzaubern lassen, die wir beim Spaziergang vermutlich nie erleben werden. Als das Licht angemacht wurde, mussten wir erst in die Realität zurückkommen, bevor wir den Referenten und „Jäger“ mit lautem, langem Klatschen unser Dank aussprechen konnten.
Paar Informationen möchte ich behalten:
– der Raubwürger, ein Wintergast bei uns, hat die Größe einer Amsel, und spießt seine Beute (Maus) auf Dorne. Wenn der Vorrat im Winter einfriert, ist es vermutlich wie für uns Eis…
– der Eisvogel, Vogel des Jahres 2009, lebt hier ganzjährig. Einmal haben wir ihn schon gesehen
Wespenspinne– die Zebraspinne (auch Wespenspinne) von Hr. Diehl jagt auf weiteren Bildern einen Grashüpfer und „bereitet sich ihn als Vorrat“ für später.
Unsere war vor der Haustür (vielleicht lauerte sie auf uns?…)

– die Verbreitung der Flechte zeigt für verbesserte Luftqualität

– was könnte man noch sehen,wenn man um Heppenheim spazieren geht? Den Kibitz, Brachvogel, Turmfalken, Kormoran, Reiher, Störche, Fasane, Uferschwalben (die in ca 1 Meter tiefen Röhren in Sandwänden brüten), viele Blumen, Gräser und Pilze.
Ich weiß schon, wo wir im Frühjahr wandern werden – das Ried ist uns relativ fremd, wir haben es bis jetzt eher schnell mit Fahrrädern auf dem Weg zur Eisdiele nach Lorsch, durchquert.
Der gestrige Vortrag zeigt wieder: die Natur ist auch vor der Tür wunderschön, wenn man nur Augen und Herz öffnet.
Viele ähnliche Motive haben wir auch, Pilze, Blumen, Spinnen. Wir können uns zwar nicht mit dem Meister messen!, aber wir könnten ihm die Ausrüstung tragen und mucksmäuschenstill mit im Beobachtungszelt sitzen.
Hier paar kleine Naturwunder aus unserer Umgebung, gesehen durch unser Objektiv:

Sieht appetitlich ausBrennesselAmeisen und BlattläuseAuf dem Weg zum SalatbeetNoch im WachstumBaumpilz auf dem Weg zum HimmelZunderschwamm Eichhase?Bad im NektarTaubenschwänzchenSeltener Gast

Schade, dass Jurek gestern nicht mitgehen konnte (Dienstreise), der Vortrag würde ihm auch gefallen und wir könnten später bisschen über unsere „Werke“ fachsimpeln. Aber einiges habe ich mir gemerkt und Jurek erzählt und wir werden daran arbeiten.
Die Ausstellung haben wir heute zusammen noch mal gesehen.

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Laudenbach

Sonntag, 25 Jan 2009 @ 21:08

Wie in letzten Wochen, sind wir (mit Freunden) heute, am Sonntag, bei strahlendem Himmel und Sonne wieder losgezogen um die Gegend zu erobern. Heute sind wir nach Laudenbach gefahren. Das Städtchen liegt ca 4 km entfernt, aber ist schon in Baden-Würtemberg. Dort haben wir das Auto am Friedhof abgestellt und sind losgegangen, zurück nach Heppenheim, ca 5 km.
Der Weg führte uns erst berghoch und wir waren etwas außer Atem, aber dann hat sich schnell eine Gelegenheit zum Ausruhen ergeben: viele lustige Tafeln mit Sprüchen über Wein und Trinken. Wir haben viel gelacht, manche wollen wir uns „für`s Leben“ merken und in manchen haben wir uns gleich selbst gefunden…
Die Landschaft war schön, und die Aussicht auch, aber wir mussten auch unter die Füße schauen, denn der Weg war nach dem Schnee und Frost etwas weich und glitschig, so dass wir manchmal auch seitlich am Gras gelaufen sind. Und mit dummen Unfällen sind wir vorerst bedient. Nur den Hund hat es nicht gestört.
Wir sind am Bombach angekommen, ein Bach, klein aber wichtig!, weil er an der Grenze zwischen Hessen und Baden Würtemberg verläuft. Mit Jurek sind wir schon oft entlang gegangen, aber auf „unserer“ Seite. Angeblich lebt dort ein Geist Motsche, aber wir haben ihn noch nicht gesehen. Vielleicht erscheint er nur abends und nur denen, die die Regeln von den Tafeln zu streng befolgen.
Von den Weinbergen runter, sind wir über die Felder zum Bruchsee gekommen. Ooo, schau mal, Steine schwimmen! Am anderer Ufer sind viele Enten und Gänse – es ist ziemlich lustig zuzusehen, wenn die versuchen auf Eis zu „schwimmen“… Aber wir sind südlich vorbeigegangen, Richtung Felder hinter dem Krankenhaus. Die untergehende Sonne hat lange Schatten über das keimende Getreide geworfen. Es riecht nach Frühling!!
Wir waren gute 1,5 Stunde unterwegs und haben den Spaziergang bei uns ( davor war es bei den Freunden) mit Kaffee beendet. Bevor der Kaffee durch war (na, fast) haben sie Jungs noch schnell – mit zweitem Wagen – unser Auto von Laudenbach abgeholt.

Laudenbach zum lachenLaudenbach zum lachenHeppenheim in SichtHeppenheim in SichtAn der GrenzeBruchseeAm BruchseeSchattenspiele

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Hambach 2.

Sonntag, 11 Jan 2009 @ 21:03

Wie die Idee letzen Sonntag gekeimt hat, haben wir sie heute „geerntet“. Bei Frost, minus 6-7 Grad, strahlend blauem Himmel, Sonne, wurden wir nach Oberhambach gebracht und am letzten möglichen Meter in die Natur raus gelassen. Vor uns haben wir ca 8 Km Rückweg gehabt. Wir waren warm eingepackt, die Sonne hat den Frost erträglicher gemacht, der Schnee knirschte unter den Füßen. Wir sind zwei Stunden gewandert, durch Wald und Weinberge, unterhalb von Starkenburg und oberhalb von der Stadt und haben dabei viele Wege gesehen, die uns noch ganz neu waren.

Winterliche IdylleWohin jetzt?Der Weg in den HimmelDie Kreuzung. Nach Heppenheim noch 6,4 km.Der Abgang zur Stadt.Heppenheim in weiß.

Ein Stück des Weges sind wir an einer Erinnerung vorbei gelaufen, einer Begegnung 1. Grades mit einem wilden Bullen. Vor paar Jahren waren wir in dem Wald unterwegs. Es war still und ruhig. Leise haben wir ein langsames Tuckern wahrgenommen. Um die Ecke ist ein Traktor gekommen, der einen Eisenkäfig ohne Boden gezogen hat und darin einen Bullen geführt hat. Wir haben uns etwas zur Seite gestellt, so weit es auf dem schmalen Waldweg möglich war und wollten die Karawane abwarten. Der Bulle war vermutlich in Gedanken über seine Zukunft oder eine schöne Nachbarin vertieft und hat wohl keine Gestalten wie uns erwartet. Plötzlich hat er, mit Panik in den Augen, versucht den Käfig zu verlassen, hat ihn hin und her gerissen. Jurek hat mich geistesanwesend nur am Kragen gepackt und auf die andere Seite vom Traktor gezogen, in den Sekunden wussten wir selbst nicht, was wir tun sollten. Der Bulle hat den Käfig zur Seite gezogen und stand jetzt mit Füssen im Graben. Jetzt konnte er das Eisenteil mit dem Kopf heben, ist mit aller Gewalt unten raus und im Galopp in den Wald gerannt. Der Bauer hat geschimpft (mit dem Bullen, nicht mit uns), Sch… so viel Zeit, so viel Weg, Sch… wo kann er jetzt sein? Sch… „Vielleicht ist eine hübsche Kuh in der Nachbarschaft?“ – haben wir versucht die Situation zu entschärfen. Es war kein lustiges Gefühl, weiter zu gehen, mit dem Gedanken, dass irgendwo in dem selben Wald ein panisch erschrecktes Tier war.
Immer, wenn wir da laufen, kommt uns das Erlebnis in Erinnerung.
Jetzt haben wir Hambacher Tal auf beiden Seiten erwandert. Weitere Ideen sind schon gesät. Wir laufen uns warm.

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Hambach

Sonntag, 4 Jan 2009 @ 19:31

Gestern war ein wunderschöner, sonniger und frostiger Tag. Heute hat sich die Sonne nicht gezeigt, aber dafür, dass Schnee angesagt war, ist uns noch gut und trocken gegangen. Bei minus 3°C haben wir uns, mit Freunden, zu einem Spaziergang aufgemacht. Wir wurden nach Hambach gebracht (ein Vorort von HP, zieht sich dörflich paar Kilometer in den Odenwald) und wollten, etwas über 7km, zurück laufen, durch Wald, Hügel und Weinberge.
Warm angezogen, sogar Mützen habe ich im Schrank gefunden, konnten wir gut gehen, nur die Backen wurden rot. So sind wir noch nie gegangen, wir haben die Starkenburg aus einer neuen Perspektive gesehen und schon haben wir eine der nächsten Strecken festgemacht: von Hambach, aber von noch weiter (Oberhambach), laufen wir auf der anderen Talseite, über Schloßberg.
Am Steinkopf waren wir schon mal, auf „Wein und Stein„, und damals haben wir die Abzweigung zu Mediterraner Bepflanzung übersehen. Das haben wir jetzt nachgeholt und in der winterlichen Stimmung haben wir ein bisschen Urlaub-und-Palmen-Atmosphäre geschnuppert. Viele Wingerts sind schon beschnitten, damit nächstes Jahr der Wein wieder gut wachsen kann. Und an der web-cam haben wir kurz Halt gemacht und freundlich dem Internet zugewunken.
Paar mal haben wir Rehe gesehen. Aber einmal, da wollte ich gerade eine Treppenperspektive fotografieren, da sind mir zwei gerade vor das Objektiv vor gelaufen (letztes Bild). Sie sind noch zwei mal hin und her an uns vorbei gesprungen, als ob sie mit uns spielen wollten. Oder sie wollten den Hund ärgern.

Nach solchem Marsch haben wir uns einen heißen Kaffee und dicke Torte (ohne Reue!) verdient. In der Wärme wurden unsere Gesichter immer roter, wie bei Krebsen – bei glücklichen Krebsen!

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In Bensheim.

Sonntag, 14 Dez 2008 @ 21:26

Dritte KerzeHeute musste ich arbeiten, aber den Nachmittag hatte ich frei. Es war ein sonniger Tag, also sind wieder zum Weihnachtsmarkt gefahren, diesmal in die feindliche Regionen – nach Bensheim. Das ist die nächste Stadt und es bestand seit eh und je eine Rivalität zwischen Heppenheim und Bensheim. Früher haben wir gern die Witze mitgerissen, aber jetzt wohnt unsere Tochter dort. Ein nahender Gewitter war uns nicht schlimm, „vielleicht geht er über Bensheim“, aber das wünschen wir unseren Kindern jetzt nicht mehr.
Doch was gut ist, sollte man auch sagen: Bensheim hat drei Wochen Weihnachtsmarkt, nicht wie wir – einen Tag und dann noch im Regen. Es war sehr voll, aber wo Platz für andere ist, da passen wir auch hin. Und wem es unten zu eng war, der konnte sich mit dem Riesenrad über das Geschehen erheben. Mit Glühwein in der Hand sind wir an den Buden entlang gegangen (oder eher: wir haben versucht immer weiter zu kommen), bis zum Marktplatz. Und da war sie! Die Riesentanne. Mit Party und Presse wurde sie geliefert und aufgestellt. Und ich kann mich erinnern, dass die Tanne im letzten Jahr sogar paar Zentimeter höher war, als die in New York (genaue Angabe war damals in der Zeitung). Die Bensheimer waren sehr stolz und wir haben geschmunzelt.
Diesmal steht sie da, elegant und glitzernd. Dekoriert nur mit weißen Lämpchen, aber wohl mit tausenden davon. Sicher gibt es ein Gewinnspiel, wie viele es sind.
Der Brunnen am Platz wurde (wie auch zum Winzerfest) zu heißer Glühweinquelle umfunktioniert und daneben haben Nikolause im Orchester gespielt. Was braucht man mehr?

GlühweinWeihnachtsbaumUnter dem WeihnachtsbaumWein aus dem BrunnenLangosEisbarRiesenrad

Am Wambolder Hof haben sich viele Menschen am Eisbaum versammelt, dort wurden Weihnachtsgeschenke versteigert. Mehrere Skulpturen im Eis waren mit Kerzen dekoriert, schön und vergänglich. An der Eisbar haben wir uns nicht lange aufgehalten, wir stehen eher auf die heißen Getränke. Aber es war schön und interessant. Ob die kreativen Ideen in einem echt bensheimer Kopf entstanden sind?
An einer Wand hat ein Nikolaus gesessen, mit Becher für Geld vor sich und Mundharmonika an den Lippen. Wir haben uns in der Nähe gestellt, weil ich meinen Langos (mit Knoblauch und Käse) ruhig essen wollte. Der Nikolaus hat sich „warm gespielt“, hier gepustet, da gepfiffen in sein Instrument. Noch bevor ich mit Essen fertig war, haben wir ihn geknackt! Er hat keine Ahnung von Mundharmonika gehabt. Aber für seine Kreativität hat er einen Euro verdient. Es war nicht nur die Verkleidung. Wie Millionen andere, haben auch wir seit Wochen eine große Sympatie für Straßenmusikanten mit Mundharmonika (dank Dieter Bohlen und Superstar).
Ein schöner, lustiger, leckerer Adventnachmittag – obwohl in Bensheim.

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Erste Kerze.

Montag, 1 Dez 2008 @ 20:28

Erste KerzeDie erste Kerze brennt. Die Stimmung auf Weihnachten kommt. Wir waren gestern in Mannheim zum Weihnachtsmarkt. Abends, da im Dunklen die Lämpchen erst richtig zur Geltung kommen und zusammen mit weihnachtlicher Musik für die schöne Atmosphäre sorgen. Auf gleiche Idee sind sehr, sehr viele Menschen gekommen, es war voll, manchmal kein Durchkommen mehr. Am engsten war es natürlich vor den Glühweinständen ( in -zig Variationen) und Fressbuden. Und die Auswahl!! Wir essen in Mannheim immer ein Langos – ungarisches Hefegebäck in Öl gebraten, Jurek mit Puderzucker und ich lieber mit Käse und Knoblauch.
Zwischen den Buden spazierend, oder eher durchschiebend, haben wir plötzlich neben dem White Christmas, noch andere Töne rausgehört. Und wie anders! Bachata, unsere Lieblingsmusik von der Dom. Rep. Da haben wir gleich eine CD, zur Ergänzung unserer karibischen Kollektion, gekauft. Ein paar Hütten weiter haben wir ein schönes Geschenk für eine nahe Person gefunden. Und viel Zeit haben wir wieder an „unseren“ Ständen mit raffinierten Soßen und Gewürzen verbracht. Wir haben ausgiebig probiert, ob die Rezepte vom letzten Jahr wohl gleichgeblieben sind und ich habe auf Brot Orangensenf, Birnen-, Feigensoße und zwanzig andere gekostet, während Jurek sich lieber dem Bärlauch und Peperoni zugetan hat.

WeihnachtsmännerSchmeckt?KindheitstraumTankstelleDie erste TasseWas für eine Kopfbedeckung...Afrikanische Kunst

Schon auf dem Weg zum Markt, habe ich (solidarisch mit dem Fahrer) laut gedacht: „Nach einem Glühwein kann man doch noch fahren, oder?“ Jurek: „Sogar nach zwei, kommt darauf an, auf welcher Seite im Auto man sitzt“. Na… Ich hatte Glück, ich habe rechts gesessen.

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Auf den Spuren der Nibelungen.

Samstag, 8 Nov 2008 @ 21:03

Um gestriges Thema zu ergänzen, sind wir heute nach Grasellenbach gefahren, um den anderen Brunnen zu sehen, an dem Siegfried getötet wurde.

GrasellenbachGrasellenbachGrasellenbachGrasellenbach

Schon an der Strasse war die Stelle ausgeschildert und später im Wald haben wir viele Informationstafeln gesehen. „Schon die Nibelungen suchten in mystischer Vorzeit die reizvolle Umgebung von Gras-Ellenbach auf, um dort Bären und Wildschweine zu jagen“ – an den Satz werden wir heute noch denken. Aber die Gegend ist wirklich schön. Wir sind im herbstlichen und mit Blättern bedeckten Wald gegangen, recht steil hoch. Unterwegs haben wir sogar paar Pilze gefunden und obwohl wir nicht auf sammeln eingestellt waren, so sind wir im Wald  „allzeit bereit“, man kann sie doch nicht den Würmern lassen. Wir sind zu einem wunderschönen Ort gekommen, einer kleinen Lichtung, seitlich versteckt vom Weg. Das Wasser plätscherte leise über die Steine, daneben ein Kreuz. Hat sich die Tragödie hier abgespielt? Wir müssen zugeben, dass diese Stelle schöner wäre zum Sterben, als unsere in Heppenheim.

Dem Thema weiter folgend, sind wir noch paar Kilometer weiter, nach Hüttenthal gefahren, zum Lindelbrunnen.

LindelbrunnenLindelbrunnenLindelbrunnen

Natürlich auch ein Siegfriedbrunnen. Beim Abbiegen in den Wald haben wir sofort den bösen Hagen bei Ausführung seiner hinterhältigen Tat erblickt. Hier sind wir wohl richtig. Die Quelle war schon zu sehen und obwohl die Bäume fast blattlos waren, ist die Sonne kaum zu uns vorgedrungen, alles war stark vermoost. Eine eigenartige und geheimnisvolle Atmosphäre war zu spüren. Auch schön zum Sterben.  Ein Schuss ist gefallen. Ach, das sind die Jäger, die wir vorher am Wald gesehen haben. Plötzlich raschelte es im Gebüsch und ein getriebenes Wildschwein rannte in unsere Richtung. Im ersten Moment haben wir still gestanden, noch nicht begriffen: sollen wir uns begeistern, fliehen, fotografieren, oder nach einem Baum suchen, auf den wir es schaffen könnten hoch zu kommen. Schwein, renne um dein Leben! Vielleicht ist der Siegfried hinter dir! Armes Tier, ist etwas weiter im Dickicht verschwunden, vielleicht hat es diesmal noch nicht als Braten geendet. Siegfried ist auch beim Jagen getötet worden. War es ein Zeichen?

Zurück zu Hause, sind wir zum Abschluß, noch zu unserem Siegfriedbrunnen, auch „Brunnen zu zwei Linden“, gegangen.

HeppenheimHeppenheim

Heute wachsen dort sogar schon drei Linden und im Hintergrund kann man unsere Häuser sehen. Aber  leider können wir uns mit Grasellenbach und Lindelbrunnen nicht vergleichen. Wir haben keine Strassenhinweise, keinen  Wald,  Moos, keine Geheimnisse, Wildschweine, sogar kein Wasser. Unsere Quelle ist trocken, liegt an einer Kreuzung (nahe zum Einkaufen, bei Langnese und Toom), und höchstens paar liebende Katzen treffen sich dort nachts. Dafür ist unsere Stelle die wahre! Und jetzt, wo die wichtigen Menschen in Heppenheim an einem neuen Konzept arbeiten, wird es in Zukunft auch schön. Geehrte Herrschaften, vielleicht machen Sie so einen Ausflug, wie wir – wir garantieren Ihnen einen schönen Tag, etwas völlig anderes als die Rathauswände – und schauen Sie sich paar Ideen bei der Konkurenz ab.

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Zu Besuch beim Riesen.

Sonntag, 26 Okt 2008 @ 20:36

Als Ergänzung zum gestrigen Spaziergang, waren wir heute auf der gegenüber liegenden Seite von Lautertal, wo bei Hohenstein der legendäre zweite Riese gewohnt hat. Zwar sind schon paar Milliönchen Jahre vergangen und heute bewirft sich keiner mehr mit Steinen, aber wir wollten die letzte Spur vom ihm sehen, den Hohenstein.
Mitten im kleinen Wäldchen erhebt sich plötzlich aus der Erde ein einziger riesiger Felsmassiv. Faszinierend und einladend zum Klettern. Der Klettersport wird dort intensiv betrieben, daher auch der Nebenname – der Kletterfelsen. Heute konnten wir auch einen Mann dabei beobachten. Leider ist im Sommer ein tragischer Unglück passiert, ein junger Sportler ist tödlich abgestürzt.

Jurek hat nicht genug Kraft gehabt, um Steine zum Felsenmeer zu werfen, aber er hat mindestens versucht den Koloss in die Richtung zu bewegen. Auch ohne Erfolg. Aber auf dem Rückweg hat er einen schönen Pilz gefunden. Ich habe später noch einen Steinpilz entdeckt – und Jurek hat ihn mit viel Körpereinsatz und Engagement von der steilen Stelle geholt. In der Gegend wachsen viele Eßkastanienbäume. Große und Kleine haben dort die Maronen gesammelt, denn heiß aus dem Backofen, sind sie eine leckere Herbstnascherei.

Zufrieden, sind wir zum Hofgut Hohenstein zum Kaffee gegangen. Frühere Hofgebäuden wurden umgebaut und heute kann man im alten Kuhstall gut essen und trinken (zu christlichen Preisen: ein großes Stück vom sehr leckeren Bienenstich, Kaffee und Hefeweizen – 6,80€). Und wer Abenteuer sucht, kann im Heuboden übernachten. Wie die Bilder auf der Homepage zeigen, passt in eine mit Heu gefüllte Liegewiese, wohl eine ganze Busgruppe.

Hohenstein erhebt sichIch werde ihn verschiebenKlettererEin PäuschenMeins!Hofgut HohensteinHofgut HohensteinBlick von der Loge

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