Beitrags-Archiv für die Kategory 'Aus der Zeitung'

Boxlegenden

Sonntag, 12 Jul 2009 @ 21:00

Wer am Donnerstag in der Weschnitz (Naturschutzgebiet zwischen HP und Lorsch) unterwegs war, hat vielleicht nicht schlecht gestaunt.
Denn Henry Maske war auch da und hat an der Herrenbrücke Szenen zum Film über Max Schmeling gedreht.
Henry spielt die Rolle seines Vorgängers. Was sonst? Sogar die Ähnlichkeit ist verblüffend! […]

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Pheromonen

Mittwoch, 22 Apr 2009 @ 16:46

In unserem Rebmuttergarten wird eine neue Methode gegen den Schädling Traubenwickler getestet. Die Methode ist schon bekannt, aber bei uns ist die Anwendung wegen den besonderen Lagen erschwert.
Der Traubenwickler, unter den Winzern auch „Motte“ genannt, ist ein Schmetterling, ein wahrer Sexualprotz. Er spürt das Weibchen dem Geruch nach und begattert es freudig im Flug.
Die Winzer hängen jetzt in den Wingerts Ampulen mit dem vielversprechenden Duftstoff des Weibchens auf, den Pheromonen. Die Motte riecht es, Freude steigt auf und sie begibt sich auf die Suche. Aber wo ist sie, die Hübsche? Von allen Seiten reicht es nach Sex und die Mädels sind nicht zu sehen. Der Traubenwickler sucht, fliegt, riecht, wickelt sich um sich selbst (vermutlich…). Der Arme wird müde, das kleine Mottenköpfchen wird wirr und dümmlich. Was bleibt jetzt? Sich ermüdet und unerfüllt ins Eckchen zu verkriechen. Es war mal ein Sexualprotz…
Und die Trauben sind gerettet und der Wein kommt.

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150 Jahre

Samstag, 3 Jan 2009 @ 22:54

SüPoStarkenburger Echo“ – unsere Tageszeitung, hat im 2008 ein Jubiläum gefeiert, 150 Jahre. Wir haben sie 1990, als „Südhessische Post“, kurz „Süpo“ kennengelernt. 2002 wurde der Name geändert und es ist uns schwer gefallen uns daran zu gewöhnen. Bis heute sagt man manchmal noch schnell „Süpo“.
In allen Jahren wurden ca 30 000 Tagesausgaben gedruckt.
Die Zeitung hat 6 Kreisausgaben, für: Darmstadt, Rüsselsheim, Groß-Gerau, Ried, Odenwald und Starkenburg, die täglich über 400 000 Leser erreichen. Dazu gibt es auch zwei kostenlose Wochenblätter.
Das ganze Jahr haben wir fast täglich, bei aktuellen Anlässen, Erinnerungen an Beiträge aus allen vergangenen Jahren gelesen. Das hat manchmal zu Irritationen bei älteren Lesern geführt, wenn sie verwechselt haben, ob sie aktuelle oder alte Nachricht lesen. Dazu gibt es auch eine Dokumentation als Jubiläumsausgabe.
Manche Themen dienten mir als Idee für Poste auf unserem Blog (Grace Kelly, Haus Laumann).
Das älteste bekannte Exemplar, vom 19.02.1862, befindet sich im Privatbesitz.

Wir leben in einer kleinen Stadt, da steht man den lokalen Nachrichten sehr nah. Wir kennen die Namen, Gesichter und Ereignisse – das betrift zwar eher mich, denn durch meine Arbeit habe ich eine sehr enge Beziehung zur Stadt und ihren Einwohnern, aber Jurek sitzt mit im Wagen. Die Fotografen sind bekannt und fallen gleich auf „oh, die Presse ist auch schon da“. Ob Brand, Unfall, politischer Streit, Umbau, wichtiger Gast, Veranstaltung – morgen lesen wir, was wir heute schon hier und da hören, sehen oder erleben. In einer kleinen Stadt sind auch kleine Nachrichten wichtig. Und es ist nicht schwer am Geschehen teilzunehmen, das morgen in der Zeitung beschrieben wird. Vielleicht kann man sich auch selbst finden.
Hier möchten wir bescheiden unsere Rolle erwähnen: 12% der 150 Jahre, das ist unsere Zeit in Heppenheim, als statistische und aktive Leser. Heute kostet die Zeitung 1,10€, also in 18 Jahren haben wir ihre Existenz mit ca 5000€ unterstützt. Mehrmals wurden wir zum Thema, Teil vom Thema, optischen Teil vom Ganzen, unabdingbaren Vervollständigung vom Bild (ohne uns wäre ein Loch im Bild…) Na, ja. Es ist einfach schön, morgens sich selbst oder Bekannte zu sehen. Und das nicht nur im Spiegel. Und wenn wir ehrlich sind, man sammelt gern solche Erinnerungen. Für die Enkel: guguck mal, dadada hat Opapa Baball gespielt.
Und paar davon zeigen wir euch jetzt schon:

27.08.1990 - Folkloretage (seit 10 Tagen wohnen wir in Heppenheim).25.08.1997 - Neue Häuser, neue Nachbarn - erste gemeinsame Grillfeier.3.07.1999 - 25-Jahre Caritas Sozialstation.Reitverein - Froschkönig.20.04.2001 - Reitverein - Lehrgang30.01.2002 - Informationsabend über geplannte Forensik.28.06.2002 - Hobby Volleyballer.5.07.2003 - Reitverein - Matadorin.13.05.2004 - Informationsabend vor Hessentag.11.11.2006 - 50-Jahre Jahrgang 56/57.2.07.2007 - 50-Jahre Reitverein.19.03.2008 - Kurs über Pflege zu Hause.

Wir lesen die Zeitung morgens, beim Frühstück. Ich fange mit lokalem Teil an, Jurek mit allgemeinem. Dann tauschen wir, ohne Worte, ohne Streit, wie es sich in einer langjährigen Ehe gehört. Wir stehen um 6:00 auf, erste Schritte, verschlafen, im Nachthemd und Pyjama, führen uns zur Tür, zum Briefkasten. Die Zeitung ist schon da. Nur am Samstag (wenn ich arbeiten muss) fehlt sie manchmal noch – dann bekomme ich so ein unschönes Gefühl der Leere. Was jetzt? Wie soll ich den Tag anfangen? Aber bevor der Kaffee durch ist und ich mein Gesicht im Spiegel wieder erkenne, klappert schon leise der Briefkasten. Wenn wir noch in unseren warmen Bettchen kuscheln und uns noch mal umdrehen, ist die Zeitungsfrau schon längst, leise und pünktlich unterwegs. Ob es noch dunkel ist, oder schon hell, ob es regnet, stürmt, unter Sternenhimmel, oder im Schnee, über noch nicht geräumte Wege, oder in der angenehmen Morgenkühle vor dem heißen Tag – die Zeitungsfrau ist unser erster, zuverlässiger Gast am Tag. Und, obwohl wir sie nicht kennen, freuen wir uns, dass sie gesund ist und uns weiter täglich mit neuesten Nachrichten versorgt. Danke.

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FDP

Samstag, 13 Dez 2008 @ 18:07

Gestern sind viele Persönlichkeiten der Politik nach Heppenheim gekommen. Guido Westerwelle, Otto Graf Lambsdorf, Wolfgang Gerhardt und andere. Ein starkes Aufgebot an Polizei, Rettungswagen sowie Übertragungswagen mehrerer Fernsehanstalten machte vorbeieilenden Passanten deutlich, dass im Kurmainzer Amtshof Außergewöhnliches geschah, wie unsere Zeitung das Bild beschrieben hat. TV – Nachrichten haben uns informiert:  die FDP hat ihren 60. Geburtstag gefeiert. In ihrer Wiege – denn hier, im Heppenheimer Amtshof wurde sie am 12.12.1948 gegründet.

FDP JubiläumVor sechzig Jahren, drei Jahre nach dem Krieg, paar Monate nach der Währungsunion, herrschte an fast allen Dingen Mangel, auch an Brennstoff. Als die 90 Delegierten aus den westlichen Besatzungszonen und aus dem freien Berlin anreisen sollten, wurden sie schon in den Einladungen gebeten, selbst 1-2 Briketts mitzubringen. Leider war das Aufheizen des großen Kurfürstensaals nicht möglich, so dass die Parteigründer in den darunterliegenden Winzerkeller umgezogen sind. Bei dem Treffen wurden mehrere liberale Gruppierungen zu einer neuen Partei zusammengeschlossen und der heutige Name wurde damals nach langen und heißen Diskussionen entschieden.

FDP JubiläumNicht zufällig hat man Heppenheim als Geburtsort der FDP gewählt. Schon 101 Jahre früher, im 1947, haben sich hier (im „Halben Mond“) Liberale unter der Leitung von Heinrich von Gagern getroffen und ihre Forderungen für die Frankfurter Versammlung („Paulskirchenversammlung“ 1848) formuliert: Nationale Einheit, Verfassungsrang für bürgerliche Grundrechte, Pressefreiheit.

Heute bewegen wir uns in den historischen Räumen eher zu kulturell-gastronomischen Zwecken. Im Amtshof ist ein Restaurant Winzerkeller, darunter im Gewölbekeller kann  man zu Silvester und in der Fastnacht feiern, und wir waren dort mal zu Weinprobe. Im Hof finden jährlich die Festspiele statt und zum Weinmarkt tobt hier Leben, Musik, und Wein wird massig gegossen. Im Kurfürstensaal finden Konzerte und Veranstaltungen statt, sowie wichtige Sitzungen. Im Amtshof ist auch da Stadtmuseum. „Halber Mond“ das ist Kapitel vom anderen Kaliber, ein schöner (na…wenn er mal gemacht ist, vorerst steht er leer und gammelig) Bau mit historischer Geschichte, Hotel, Restaurant, Veranstaltungssaal, ewiges Stadtthema – dafür nehme ich mir mal mehr Zeit.

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„Ostbahnhof“

Samstag, 6 Dez 2008 @ 8:53

OstbanhofAn der Ostausfahrt der Stadt, in der Siegfriedstrasse 198, steht ein Haus, bekannt als „Ostbahnhof“. Fast täglich fahre ich an ihm vorbei – alte Bruchbude, mit hässlichen Wänden in Farbe, die vor vielen Jahren vermutlich gelb war. Ich habe das Haus vor 18 Jahren kennengelernt, als ich am Anfang meiner Arbeit dort zu einer alten Patientin musste. Ich kann mich bis heute an das schreckliche Gefühl erinnern, schiefe, schmutzige Treppen, quietschende, verkratzte Tür, die sich nicht schließen lies, kleine Fenster mit angerissenen Gardinen, dunkel und dreckig. Damals war daneben ein zweites ähnliches Haus.
Man hat dort die Obdachlosen und die, die kurz davor standen, untergebracht. Die letzte soziale Station. Jede Stadt hat solche Orte, selten ein Grund zum Stolz.
Heppenheim hat seit Jahren ein neues Haus und ich war überzeugt, dass dieses leer steht. Und wunderte mich, warum es nicht abgerissen wird. Jetzt habe ich in der Zeitung (Starkenburger Echo, 3.12.08) gelesen: das Haus steht unter Denkmalschutz, es wurde nach dem ersten Weltkrieg gebaut, als Unterkunft für kinderreiche und arme Familien, also erster Sozialwohnungsbau, es gehörte zum Komplex aus mehreren Häusern, die in den siebziger Jahren abgerissen wurden. Anfangs dienten alte Eisenbahnwagons als Obdach, daher im Volksmund – „Ostbahnhof“. Erstaunt hat mich die Information, dass letztes Jahr dort noch sechs Leute gewohnt haben. Und gestern habe ich in einem Fenster Licht gesehen.
Das Haus wird jetzt doch abgerissen und damit wird ein Kapitel der Geschichte von Heppenheim zu Ende gehen. Und der Letzte macht das Licht aus.
Am Anfang meiner Arbeit habe ich auch anderes Haus kennengelernt, bekannt als die „Willa Sonnenschein“. Das war eine Baracke mit zwei Ebenen, in der acht Familien (glaube ich) gewohnt haben, zwei davon schon in der nächsten Generation. Der Hof war immer voll vom Sperr- und Müll.
Als ich dort das erste mal gehen sollte, habe ich meinen Dienstkalender unter den Arm genommen, im weißen Kittel und mit dem Kalender habe ich mich sicherer und amtlich gefühlt. Unnötig, den die Patientin war eine sehr einfache Frau, aber nett und die Wohnung war recht sauber. Sie hat sich nur beschwert, dass die Küche dunkel ist, weil die Brennnesseln das Fenster halb zuwachsen. Warum schneidet sie sie nicht ab? Weil es Sache der Stadt ist…
Ich bin dort noch paar Jahre gegangen, in der Zeit habe ich auch noch andere Wohnungen besucht, nicht mehr so ordentlich. Aber alle waren furchtbar mit jeglichem Mobiliar zugestellt und sehr (!!) viele Videokassetten und volle Aschenbecher waren da. An Stelle der „Willa Sonnenschein“ steht heute ein schönes gepflegtes Reihenhaus. Aber es war auch ein Teil der Geschichte.
Über die Jahre der Arbeit bin ich auch in viele alte Häuser in der Altstadt gegangen, die den Atem gestockt haben. Heute gibt es immer weniger davon. Die alten Leute verlassen die Häuser und die Erben und neuen Eigentümer stecken viel Geld und Liebe rein und richten daraus schicke Vorzeige-Pralinen der Stadt. Über manches von diesen Häuser, die heute bewundert werden, könnte ich paar Geschichten erzählen. Vielleicht sollte man sie aufschreiben, bevor sie vergessen werden.
Das ist mein persönliches Wissen über die lebendige Geschichte der Stadt.

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Siegfriedbrunnen.

Freitag, 7 Nov 2008 @ 17:04

Die Nibelungen – jeder kennt sie (weniger persönlich, wohl eher aus Überlieferungen), oder hat schon mal vom tapferen Siegfried gehört. Es gibt Bücher, Oper, Nibelungenlied und – ring, Schatz im Rhein. Wir haben das Glück, dass wir Mitten im Land des legendären Geschehens wohnen und es bei uns auch noch Straßen und Schulen gibt, mit Namen wie Brunhild, Krimhild, Nibelungen. In Heppenheim nimmt die Siegfriedstraße ihr Anfang und zieht sich lange Kilometer in den Odenwald. Vor paar Tagen wurde offiziell der Nibelungensteig eingeweiht, Strecke von 40km, die an Orten der Familientragödie vorbeiführt. Eins davon ist der Siegfriedbrunnen, wo der Held hinterlistig vom Hagen getötet wurde.
Legende ist ein halbes Märchen, manchmal sind die Beschreibungen nicht ganz eindeutig, die Historiker diskutieren. Im Odenwald sind drei Brunnen, und jede Stadt ist überzeugt, den wahren zu haben. Heppenheim auch. Aber unser Brunnen ist eben der richtige und echte. Ja! Vor langer Zeit habe eine Diskussion gelesen und dort wurde erinnert, dass der tote Siegfried nachts nach Worms getragen wurde. Das sind ca. 30km, das ist zu schaffen. Während das trauende Volk aus Grasellenbach 50km im bergischen Gebiet zu bewältigen hätte. Zweifeln wir mal laut, ob sie bis Morgengrauen angekommen wären. 2002, zu 800 Jahren des Nibelungenliedes, ist ein Zug in historischen Trachten und mit Drachen, zu Fuß die Strecke der damaligen Ereignisse gegangen. Sie wurde natürlich an unserem Brunnen begrüßt. Ein Anzeigenvorleser hat die Geschichte von der Rolle vorgetragen, Musik hat die Stimmung und Laugenbrezel mit Bier die Laune gemacht. Und dann sind sie alle, samt Drachen weiter nach Worms gegangen.
Gestern haben wir in der Zeitung (Starkenburger Echo) gelesen, dass die wichtigen Stadtmenschen unseren Siegfriedbrunnen touristisch aufwerten wollen. Gut so. Es ist ein schöner Ort, versteckt unter paar alten Linden und jetzt treffen sich dort eher Menschen, die gern in Gesellschaft und bei gepflegtem Gespräch zusammen ein Bierchen trinken, oder auch zwei.
Was haben wir mit allem zu tun? Der Brunnen liegt ca 150 Meter von uns, und im Sommer,wenn wir nicht schlafen können, dann glauben wir durch offenes Fenster das Stöhnen des sterbenden Siegfrieds oder das jammernde Volk zu hören. Vielleicht ist es aber auch nicht der Siegfried sonder unser schnarchende Nachbar? Wer weiß?

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Sebastian

Montag, 3 Nov 2008 @ 21:18

Die Formel 1 hat viele heiße Anhänger. Am Sonntag konnten sie ein tolles Rennen schauen, das bis letzte Sekunden spannend und überraschend war. Die Sportfreunde sind auf ihre Kosten gekommen. Ich gehöre nicht zu dieser Gruppe und sehe die Rennfahrten nicht. Aber in Heppenheim wächst das Interesse und sogar solche wie ich schnappen hier und da Informationen über Rennen auf und schauen morgens in das Sportteil rein. Denn wir kennen alle den Namen Sebastian Vettel, 21 J. Nach vielen anderen guten Rennen, hat er in Grand Prix Italien in Monza gewonnen, als jüngster in der Geschichte der Formel 1. Jetzt hat er die Saison mit 35 Punkten, als Achter der WM, abgeschlossen. Man muss den Sport nicht mögen, um in den Berichten den Namen immer rauszuhören und mit höchstem Respekt zuzugeben, dass es eine gewaltige Leistung ist und die beste lebendige Werbung für unsere Stadt.

Das ist der Stolz und der Lokalpatriotismus: der Junge ist doch aus Heppenheim! Man kann Bekannten erzählen z.B: dass Sebastian auf gleichem Gymnasium Abi gemacht hat, wie ich (keine Kunst – wir haben nur ein G.), dass seine Mutter bei mir Brötchen kauft, dass sein Vater mir die Tür gemacht hat (hat Schreinerei), dass seine Schwester heute an der Kasse bei TOOM vor mir gestanden hat, dass der Bruder gestern Bild-Zeitung gekauft hat (oder Unterhemd)… Oder das Beste: er war da, ich habe ihn gesehen! Alles ist möglich, denn Heppenheim ist eine kleine und sehr! übersichtliche Stadt. Sebastian Vettel wohnt nicht mehr hier, er ist jetzt in Schweiz und die ganze Welt ist seine Arena. Aber eine Information zu Person bleibt: dass er  aus Heppenheim kommt.

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Ein Haus über den Dächern.

Montag, 20 Okt 2008 @ 19:31

Noch eine Jubiläumserinnerung (150 Jahre unserer Zeitung).

1997 wurde am Rand der Altstadt ein neues Hotel „Ramada“ gebaut. Drei alte Fachwerkhäuser in der Strasse Kleine Bach haben die Pläne der Architekten gestört, vor allem in der Tiefbauphase (Tiefgarage). Haus Nr. 14 steht seit dem Jahr 1430 und ist das älteste Haus in der Stadt.  Der Verein der Altstadtfreunde und eine große Front der Befürworter haben die Stadt und den Bauherren zum Umdenken gezwungen, die Häuser mussten erhalten bleiben. Die Häuser 14 und 16 wurden abgetragen, gelagert und später etwas versetzt vom alten Standort im Originalzustand wiederaufgebaut.

Das Haus Nr. 12, bekannt als Haus Laumann, hat auch überlebt. Das Fachwerkgerippe wurde mit einem Spezialkran „huckepack“ in die Höhe gehievt und 50 Meter weiter in einer Seitengasse zur Zwischenlagerung abgesetzt. Das heißt Translozierung. An den Tag und das riesige Medieninteresse kann ich mich gut erinnern, ich bin auch extra in die Stadt gefahren, denn man sieht schließlich nicht jeden Tag Häuser am Himmel.

Ich kann mich erinnern, wie sich die Seile gespannt haben, wie das Holz knarrte und stöhnte, als die Konstruktion Zentimeter für Zentimeter angehoben wurde. Spannung stieg an. Und plötzlich wurde es unruhig, die Aktion wurde gestoppt, das Haus zurückgestellt. Der Kran war nicht stabil, brauchte mehr Gewichtplatten, die erst mit speziellem Transport geholt werden mussten. In paar Tagen neuer Versuch – diesmal ist alles glatt gelaufen. Wir haben das Haus Laumann oben, über unseren Köpfen gesehen. Bild aus dem Buch: Architektur-Forum HeppenheimEs wurde von oben in die leere Gasse, die nicht viel größer war als das Haus selbst, auf eine extra angefertigte  Betonplatte abgestellt, wo es fast ein Jahr auf die Rückfahrt gewartet hat, bis die Erdarbeiten und die Tiefgarage fertig waren.

Original nachgebaut, ins Hotel integriert, beherbergten die Mauern paar Jahre eine stilvolle Cocktail-Bar. Aber wir waren nie drin.  Das Hotel hat schon mal den Namen geändert, dann wieder. Jetzt ist es „Park in“. Die alten Fenstern sind zugehängt und dunkel. Vielleicht arbeitet man an einer neuen Idee…

Wenn man die Kleine Bach lang geht, denkt man heute nicht mehr an die Ereignisse.  Aber wenn wir mit Gästen in der Altstadt spazieren, gehören die Häuser natürlich zum Programm.

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Weinlese.

Sonntag, 19 Okt 2008 @ 16:06

Wie wir schon geschrieben haben, ist Heppenheim in Weinlesefieber. Zum ersten mal wird dieses Jahr auch auf dem neukultivierten Abschnitt „Wein und Stein“, am Steinkopf gelesen.
Am Freitag haben sich dort mehrere Botschafter der Stadt und der Bergstraße zur Arbeit gesammelt. Ausgestattet mit Eimern, Rebscheren und gutem Willen, wurden sie fachmännisch angewiesen: „Das Rote sind die Trauben, die kommen in die Eimer. Das andere sind Blätter, die können hängen bleiben“. Dabei waren u.a.: Landrat Matthias Wilkes, ehemalige deutsche Weinprinzessin Lisa Edling, Fußballtrainer Klaus Schlappner, Musiker Franz Lambert, Manager Jürgen Gromer. Sebastian Vettel musste die Teilnahme absagen, wegen heutigem Rennen Formel 1 in Shanghai.
Die Winzer sind mit der Lese sehr zufrieden. Die Trauben bringen 80-104 Öchsle, das ist die Qualität der Spätlese. Der Spitzenreiter ist der Grauburgunder mit 117 Öchsle. Zu bestimmten Terminen werden über 30 Sorten gesammelt, so sind nächste Woche die Stars dran – Merlot und Cabernet Sauvignon.
Bei wunderschönem Wetter und „Weinstimmung“, waren wir gestern spazieren, na, schon eher wandern. Über zweit Stunden sind wir stramm in der Weinbergen am Essigkamm und im anliegenden Wald marschiert. Unterwegs haben wir auch viele fleißige Lesetrupps gesehen, die wir im Vorbeigehen freundlich begrüßt haben. Nur nicht von der Arbeit abhalten – damit wir etwas zu trinken haben, wenn es soweit ist. Und man könnte auch einen Bottich auf den Rücken bekommen und müsste helfen…
Bunte Landschaften breiteten sich vor unseren Augen, Weinreben in verschiedenen Farben lagen da wie ein Teppich.
Und in dem Buchenwald bedeckten die goldenen Blätter so dick den Weg, dass in uns die Kinderseele wach geworden ist. Wir haben beim Gehen,  die Blätter mit den Füßen aufgewühlt, dass sie wieder hoch geflogen sind. So ein Spaß haben wir schon lange nicht gehabt.

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Grace Kelly.

Freitag, 17 Okt 2008 @ 22:02

Zum 150-jährigen Jubiläum unserer Zeitung (Starkenburger Echo) werden täglich Berichte aus vergangenen Jahren gedruckt.
KellyHeute war zu lesen: 1958 hat Miss Margret Kelly geb. Mayer Heppenheim und ihr Elternhaus besucht. Frau Kelly war Mutter von der bekannten amerikanischen Schauspielerin und späteren Fürstin von Monaco, Grace Kelly. Die Großmutter der Fürstin hat in Heppenheim gelebt, in der Altstadt (Großer Markt 8 ) und ist mit 20 Jahren nach Amerika emigriert. Grace Kelly hat in vielen Filmen gespielt, z.B. „Das Fenster zum Hof“, „Zwölf Uhr mittags“, „Bei Anruf Mord“, „Über den Dächern von Nizza“. Sie hat den Fürst Rainier von Monaco geheiratet, ist 1982 im Autounfall gestorben, drei Kinder Karoline, Albert und Stefanie sind geblieben.
1999 hat Prinz Albert unsere Stadt und das Haus der Urgroßmutter besucht. Es war ein großer Medienspektakel, schließlich bekommt man nicht alltäglich fürstliche Gäste. Wir können uns an den Tag und die Zeitungsberichte erinnern.
Interessantes aus den letzten Jahren: die Familie, die heute das historische Haus bewohnt, hat viele Jahre eine Ente als Haustier gehalten. Die Ente war auch eine Persönlichkeit der Altstadt, nicht nur dass ihr ein Ende mit Kruste und Apfel erspart wurde, dann durfte sie noch freies Leben bei offener Tür und lockerem Stil genießen. Sie spazierte stolz über den Markt, verteidigte den Brunnen als ihr Revier und posierte gern den Touristen zum Foto.
Ente
Diese Ente gehörte zum Bild der Stadt und wir vermissen sie, seitdem sie zum Entenhimmel geholt wurde.

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