Autorenarchiv

Indian Summer an der Strata Montana.

Samstag, 11 Okt 2008 @ 17:07

Der Herbst hält Einzug, in der Welt und bei uns. Wunderschöne Bilder finden wir nicht nur auf den Postkarten aus Kanada, sonder auch auf unseren Straßen. Für Wochenende haben wir einen Spaziergang im feurigen Wald und Fotos geplant, aber mussten ihn leider absagen, weil die Grippe stärker war als unsere Pläne. Ob es uns noch nächste Woche gelingt, die Bilder und Farben einzufangen, oder geht die Stimmung durch Abkühlung und Regen verloren? Das wissen wir nicht.
Vorerst „aufgeschnappt“ auf der Straße:

Herbstzauber bei der Arbeit:

Ausblick aus unserem Fenster, bei untergehenden Sonne:

Thema: Himmel und Erde | Kommentare (0) | Autor:

Federweißer.

Samstag, 4 Okt 2008 @ 22:23

Zur Zeit ist in unserer Gegend die Weinlese. Traktoren stehen mit ihren vollen Anhängern zur Winzergenossenschaft an. Viele Leute nehmen Urlaub, um auf den eigenen Weinbergen (und bei Freunden und Familie) mit der Arbeit zeitig fertig zu werden.

Und wir?  Wir trinken den Federweißen. Das ist ein Produkt zwischen dem Most und Wein, wo der Zucker schon in Alkohol und Kohlensäure aufgespalten ist, dank Hefen, die dem Federweißen die milchige Trübung geben. Der Alkohol und Zuckergehalt sind je nach Lagerzeit und Rebsorte unterschiedlich.  Er wird in Gläsern zu 0,25L getrunken, schmeckt spritzig und süffig. Der recht niedrige Alkoholgehalt kumuliert sich aber in mehreren Gläsern unberechenbar. Ruck-zuck wackelt der Kopf.

Der Federweißer wird an mehreren Stellen in der Stadt und Umgebung verkauft, in Flaschen oder in 2- oder 5L Kanistern, aber immer offen (undicht verschlossen), da er noch gärt, was manchmal den Transport etwas erschwert. Und natürlich in allen Lokalen und Gaststätten.

Neben dem Geschmack, rechnen wir uns die reinigende Wirkung der Hefe hoch an und machen die „Hefekur“. Gut für die Haut und… Darm. Manchmal bezahlt man den Appetit  auf den leckeren Trunk mit einer Grundsanierung des Darmes, die bis Weihnachten reicht. Aber bis nächstes Jahr ist es wieder vergessen und der Federweißer schmeckt wieder.

Dazu schmeckt am besten ein Stück Zwiebelkuchen (in allen Variationen, dick, dünn, mit Speck, Nüssen, z.B.: mit Walnüssen – das ist meine Spezialität). Hier kann wohl jeder den Zwiebelkuchen machen. Dazu 2 Liter Federweißen und die Party kann steigen.

Prost und guten Appetit.

Thema: Bunt und krumm | Kommentare (2) | Autor:

Walburgiskapelle.

Dienstag, 30 Sep 2008 @ 19:06

Am Samstag waren wir Pilze sammeln. Oh, Schande! Wir haben… ganze fünf gefunden. So ein Fressen! Haha…

Am Sonntag sind wir in den Weschnitztal gefahren, ca 30 km weg, aber dort haben wir schon öfter Pilze gefunden. Kurz vor dem Ziel hatte Jurek die Idee, dass wir zur Walburgiskapelle gehen. Wir waren dort vor 18 Jahren und wussten noch, dass wir damals, auf dem Weg nach oben, sehr müde waren. Aber wir haben doch jetzt die Alpen hinter uns! Was ist schon ein Kapellchen auf dem Berg? Wir sind einen schönen Serpentinen- pfad gegangen, immer höher. Und mit jedem Meter haben sich vor uns neue Odenwälder Landschaften ausgebreitet. Wir waren wie in einer Urlaubsstimmung. Die Kapelle haben wir ruck-zuck erreicht und der Puls ist nicht nicht mal aus dem Takt geraten. In der kleinen Steinkirche waren ca 50 Sitzplätze und noch paar für die mit gesunden Beinen. Sogar eine Bank für ein Brautpaar war da. Eine Trauung hier müsste noch romantischer sein als in der Bergkirche, wo unsere Tochter geheiratet hat. Hinter der Kapelle ist ein Platz mit einem Steinaltar, für Gottesdienste im Freien. Ein Stück weiter war eine große Lichtung – irgendwie eine unwirkliche Welt. Unter den Füßen Moos, Farn und Baumstümpfe (vielleicht beseitigte Sturmschäden) und vor den Augen endlos breite Aussicht mit Lindenfels (da hatte die Tochter die standesamtliche Trauung). Wir haben viele neue Bäume mit Inschrift zu Taufe, Kommunion, Geburt entdeckt. Plötzlich haben wir in der Stille Stimmen und Pferdetrab gehört. Einige Kutschen sind gekommen, sicher ein Ausflug vom Fahrverein.

Wir sind am Kahlberg-Stein angekommen. Er setzt Zeichen für die Grenzen des Kreises Heppenheim seit 795J. Wir haben noch paar interessante und lustige Kuriositäten gesehen.

Von lauter Eindrücke haben wir die Pilze vergessen, die es bis jetzt nicht gab. Aber wir haben einige schöne – wenn auch nicht essbare Exemplare fotografiert. Für den Rückweg haben wir andere Strecke, längere gewählt. Und: Überraschung!! Entlang am Weg haben wir Pilze gefunden. So viel, dass wir uns zu Mittag satt essen konnten, und ein Portiönchen ist noch geblieben.

Jurek und EuleLindenfelsHallo...Odenwälder BaumIn der KapelleWir oben und die Welt untenKutschenEin LiebesbaumAn der GrenzeEure HochheitLeckerNicht-lecker aber schön

Ein wunderschöner Ausflug. Schönheit und Eindrücke muss man nicht weit suchen. Wer Augen und Herz auf hat, findet sie auch in der Nähe. Und wir werden sicher auch noch mal dorthin gehen. Aber nicht erst wieder in 18 Jahren.

Thema: In der Umgebung | Kommentare (0) | Autor:

Sankt Katharina

Donnerstag, 25 Sep 2008 @ 20:19

Im zentralen Punkt der Stadt wurde neue Senioren Residenz Sankt Katharina eröffnet. Im Gegensatz zu dem vorherigen Schandfleck, heruntergekommenen Häusern, die den Augen weh getan haben (obwohl in allen Jahren in Heppenheim haben wir uns so daran gewöhnt, dass wir sie oft nicht mehr gesehen haben), steht jetzt dort ein schönes Gebäude, mit angepasster Architektur. Wenn man heute über die Kreuzung fährt, sieht man Sauberkeit und Leben, hier brennt Licht, da steht eine Alte Frau im Fenster – vielleicht schaut sie auf die Strasse, oder wartet auf Besuch…

Am Sonntag waren wir zum „Tag der offenen Tür“ und, wie viele Interessierte und Neugierige, wollten auch wir uns die Stadtneuigkeit anschauen. Wir haben Bekannte getroffen, meine Arbeitskolleginnen, Familien von Patienten, Nachbarn. Leider waren die Gruppen sehr groß und man hat nicht alles von den Erklärungen mitgekriegt. Aber hier und da wiederholten sich in Gesprächen die Gedanken: man könnte fast auf das Alter neidisch werden. Das Haus ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Die Senioren werden überwiegend in Gruppen und „betreutem Wohnen“ versorgt. Die Gruppenräume sind farblich betonnt, wobei die Architekten mutig mit der Farbe gepinselt haben. Sie haben Wohnzimmer und Gemeinschaftsräume zB. in Rot oder Apfelgrün geschaffen. Ich weiß nicht, ob man sich die Gruppe nach eigenem Farbgeschmack aussuchen kann, vielleicht würde sich jemand, der kein Grün mag,  in der Blauen Gruppe wohler fühlen… Alle Zimmer (1-2 Pers.) sind natürlich mit behindertengerechtem Badezimmer ausgestattet, aber es gibt auch große Bäder mit HighTec-Wannen, mit riesigem Spiegel, Ratansessel und Stehregal, der jetzt mit Blumen dekoriert war, aber ich weiß, dass später dort Cremen, Salben, Unterlagen und Windeln liegen werden, denn die Bewohner werden gleiche Altersbedürfnisse und Defizite haben, wie die in anderen Altenhäusern und unser Patienten zu Hause.

Es gibt auch kleine 2-Zimmer- Apartments, für die-noch-Rüstigen. Eine alte Dame, deren Mann ich vor vielen Jahren gepflegt habe und mit der ich mich immer endlos verquatsche, wenn ich sie mal treffe, zieht dort ein und hat mich eingeladen. Vielleicht werde ich sie auch mal besuchen, aus Sympathie und Neugier.

Im Erdgeschoss ist eine Cafeteria in Rot und eine Longe in Weiß, zum Verweilen, Lesen und Austausch von lokalen und haus nahen Neuigkeiten.

Aber wohl die größte Attraktion von Sankt Katharina ist der Dachgarten, mit Atrium (auch zum Gärtnern), vielen überdachten Ecken zum Sitzen, Schachfeld und unbegrenztem Blick auf die Stadt.

Sankt KatharinaDachgartenDachgartenDachgartenFrüstücksraum in GrünBlaues WohnzimmerCafe

Anfangs hat man Bedenken gehabt wegen dem Standort, so mitten in der Stadt, an der größten Kreuzung. Aber für die Senioren ist es ein Gewinn. Ein Park ist zwar grün und frisch, aber auch ruhig, und das Vögelchen kann  mancher auch nicht mehr sehen und hören. Hier ist Fussgängerzone vor Augen mit Geschäften, Menschen, Trubbel, lebendiger Verkehr auf der Strasse. Und zum Fastnachumzug sitzen sie in der ersten Reihe. Und wie!!!

Thema: Bunt und krumm | Kommentare (0) | Autor:

Am Ende der Welt.

Mittwoch, 17 Sep 2008 @ 14:06

Manchmal verlassen wir unsere Stadt, und das sogar gern, denn Urlaub ist Urlaub! Neben Wanderschuhen, Stöcken und Rucksäcken, haben wir auch unsere blauen T-Shirt`s eingepackt.

Wir waren in Osttirol in Hinterbichl. Das ist am Ende der Welt (aber nicht am A… der Welt)!! Hinter unserem Hotel waren noch paar Häuser und ca ein Kilometer Strasse, zum letzten Parkplatz. Und dann ist Ende. Nichts. Nur noch Berge und Berge, weiter geht es nur noch zu Fuß und nur noch bergauf. Wir waren schon zum zweiten mal dort und fühlten wir uns wieder gut und wie zu Hause, dieselbe herzliche Atmosphäre, der selbe Tisch, die selben Gesichter, das selbe Bier. Obwohl die Wirtsfamilie vor paar Wochen von einem tragischen Bergunfall getroffen wurde, hat sie für uns, Gäste, immer ein Lächeln, gutes Wort und Interesse gehabt. Nächstes Jahr werden wir wieder dorthin fahren, und vielleicht rote T-Shirt dabei haben, denn 2009 wird bei „Heppenheim zeigt Farbe“ die nächste Phase in rot sein.

Und was war in Heppenheim in der Zeit?

1. Ein neues Altenheim Sankt Katharina wurde eröffnet. Ein schönes Gebäude präsentiert sich jetzt im zentralsten Knoten der Stadt, wo seit Jahren (seitdem wir hier wohnen) hässliche, heruntergekommene, verwahrloste Häuser waren – kein Grund zum Stolz. Aber dafür jetzt!

2. Formel 1: Sebastian Vettel ist neuer Schumacher! Hej! Das ist UNSER Sebastian! Bei solchen Gelegenheiten gibt man gern an und schmückt sich mit fremden Federn. Eben! Wir auch: unsere Tochter kennt gut seine Schwester (und wir auch ein bißchen). So!

3. Der Höhepunkt dieses Jahres „Heppenheim zeigt Farbe“ ist angelaufen. Ganze Woche werden in der Stadt verschiedene Veranstaltungen und Aktionen angeboten. Man könnte sagen:Heppenheim ist blau.

Thema: Bunt und krumm, Heppenheim zeigt Farbe | Kommentare (0) | Autor:

Asteroid

Mittwoch, 3 Sep 2008 @ 11:41

Auf dem Schloßberg befindet sich die Sternwarte Starkenburg. Vor neun Jahren haben ihre  Mitarbeiter einen Kleinplaneten zwischen Jupiter und Saturn entdeckt. Der „1999RJ35“ hat vier Kilometer Durchmesser und braucht vier Jahre für seinen Umlauf. Jetzt hat er einen Namen erhalten und wandert weiter als „Wettzell“.  Die Sternwarte hat schon 51 Asteroiden entdeckt und hat einen Ruf als eine der führenden Amateur-Sternwarten in Deutschland.

Freitags, bei wolkenfreier Sicht, kann man ab 21:00 den Himmel und die Objekte beobachten. Umsonst! 2003 leuchtete der Mars, groß, hell, geheimnisvoll. So nahe an uns, wie seit 60000 Jahren nicht. Hunderte Neugierige haben Nacht für Nacht, bis 2:00 – 3:00,  zu den Teleskopen angestanden. Wir auch. Grosser Dank an die geduldigen Mitarbeiter. Ich kann mich jedoch nicht an Nachrichten über unerklärte Begegnungen erinnern. Es sei denn, jemand hat lieber grüne Geister gesehen, statt zuzugeben, dass er auf dem Weg vom Berg in der Dunkelheit vor eigenem Schatten und Stimme die Hose voll hatte.

2004, bei Hessentagen, wurde der Planetenweg eingerichtet. Auf 2,6km, kann man von der Altstadt (Pluto) bis zur Sternwarte (Sonne) laufen und sich so das Gefühl für die Dimensionen unseres Sonnensystems verschaffen. Obwohl… wie soll man sich hinter jedem Meter eine Entfernung von 1,89 Millionen Kilometer vorstellen? Wir sind den Weg gegangen, manchmal war es sehr weit bis zum nächsten Planeten und dann wieder kamen sie alle paar Milliönchen Kilometer nacheinander – ein Sprung. Wir wollten unsere Kräfte für den Kosmos sparen und sind mit Taxi zur Sonne gefahren und dann runtergelaufen zum Pluto.

Thema: Aus der Zeitung, Kurios und besonders | Kommentare (0) | Autor:

Wetten, dass…

Freitag, 22 Aug 2008 @ 15:11

Wie schon geschrieben, findet in der Stadt die Aktion „Heppenheim zeigt Farbe„. Als nächsten Punkt hat der Bürgermeister eine Wette aufgestellt, dass man es nicht schafft, gestern um 16:00 mindestens 250 Bürger mit den blauen T-Shirts „Ich bin Heppenheimer“ auf den Markt zu bekommen. Als Wetteinsatz wird der Bürgermeister persönlich den Markt fegen. Ich war zeitig da, habe mich unauffällig in ein Lokal gesetzt, Kaffee bestellt, und mit dem Shirt in der Tasche auf weitere Entwicklung gewartet.

Der Platz hat sich gefüllt, jung und alt, Kinder, Eltern, Großeltern, Paare, Gruppen und einzelne Personen waren da. Sogar die eigene Ehefrau war „gegen“ den Bürgermeister. Und ein mutiger Mensch war da, mit Aufschrift „Ich bin Bensemer“ hat er sich mitten unter uns gestellt (Bensheim ist eine rivalisierende Nachbarstadt). Ach was! wenn es sein muss, machen wir aus ihm einen netten Heppenheimer. Und wenn es zu Wettgewinn beitragen sollte…

Ziemlich pünktlich ist die die ganze Organisationstruppe und Jury vor das Rathaus gekommen. Wichtige Menschen haben Reden gehalten, Kinder haben Fangen um den Brunnen gespielt, Sonne erwärmte unsere Köpfe. Und hurra! wir waren über 300, ich weiß nicht mal, wann wir gezählt wurden – vermutlich vom Fenster. Und der Bürgermeister hat einen schönen Besen mit roter Schleife und einen Fege-Termin am 8.09. bekommen.

An der Eisausgabestelle.Blick auf den Markt.Vor dem Rathaus.Ich war dabei......

Für alle war kostenlos Eis da, zum Abwinken und zum Platzen, denn Heppenheim ist auch eine Langnese-Stadt. Unser Magnum wird in ganz Deutschland (und über die Grenzen) gern geschleckt.

Thema: Heppenheim zeigt Farbe | Kommentare (0) | Autor:

Uffgschnappt

Donnerstag, 21 Aug 2008 @ 21:50

In Heppenheim und der Gegend wird sehr viel Dialekt gesprochen. Als wir vor 18 Jahren hierher gekommen sind, habe ich die erste Zeit gedacht „o, Gott, ich verstehe die Leute nicht“. Heute macht mir das nichts mehr aus. Ich kann es nicht sprechen, was auch OK ist, denn es könnte sich mit unserem (wohl für immer anhaltenden) polnischen Akzent beißen. Aber vor paar Einfüssen konnten wir uns auch nicht schützen. Die Stadt heißt hier Hepprum.

Hier einige Ausschnitte aus Zeitung EXTRA, 21.08.2008, von Hepprumer Heinz:

„Ich binèn Hepprumer, woas e groußes Glick“

Ehr Leit, ich häb mer e Ti-Schört kaaft un vornedruff schdejht: „Ich bin ein Heppenheimer“. Mer wär`s jo liewer gewese, wann druff gschdanne hätt: „Ich binèn Hepprumer“, äwer des häwese net kabt. Schoad. Äwer sou is des jo aa schee, un mer konn aa noach auße beweise, dass mer sich mit soinere Schdadt identifiziert.

Ich häb mer des Trikot am Freidog Owend in de Bachgass kaaft beim „Summernoachtstraum“. Die Ellis wollt unbedingt hie. Die Fraue iwerfällt sou e besonderes Gfiehl, wann`se dann Geld ausgewe kenne, wann`s sunscht niemejh meglich is, weil die Gschäfte zu häwe. Des hätt sou ebbes Prickelndes, wann mer owends noach de zehe Uhr in dem Modegschäft schdejht un Klamotte oaprobiert.

Na? habt Ihr das verstanden? Ich ja, aber gut, dass ich hier beim Schreiben keine Zeugen hatte. Lautes Lesen, Buchstabieren, wirrer Blick zwischen Zeitung, Monitor und Tastatur. Und eins weiß ich jetzt: hören ist leichter, als es zu lesen (und zu schreiben!!!!).

Thema: Aus der Zeitung, Heppenheim zeigt Farbe | Kommentare (0) | Autor:

Wein und Stein

Sonntag, 17 Aug 2008 @ 19:47

Auf den Bergen über der Stadt, am Steinkopf, wurde der „Erlebnispfad Wein und Stein“ eingerichtet. Auf 6,9 km (Abkürzungen möglich) kann man an 30 Stationen Wissenswertes über Wein, Rebsorten, Geologie, Klima, Geschichte, Flora und Fauna der Region erfahren. Das Gebiet gehört zu UNESCO-Geopark Bergstrasse -Odenwald.

Neugierig nach den Informationen aus dem Prospekt und Internet, haben wir uns am Samstag, mit Freunden, Karte, Rucksäcken und viel Humor auf den Weg gemacht. Der Tag war noch neblig, aber die Wettervorhersage vielversprechend. Wir waren die ersten unterwegs, Stille, leichter Nebel umhüllte die Stadt unter uns, ein Reh lief über den Weg. Auf dem ersten Kilometer sind wir nicht gut vorwärts gekommen, da wir immer wieder etwas gefunden und gesehen haben, das wir lesen, schauen, fotografieren wollten. Schon vor 11:00 haben wir uns schauspielerisch vor der Webcam präsentiert und freundlich gewunken- wer weiß, wer uns da im Internet sieht. Wir haben viele Skulpturen gesehen, die hiesige Artisten aus Materialien aus der Gegend gezaubert und in die Weinlandschaft platziert haben. Dann sind wir in ökologischen Garten abgebogen, und nicht gemerkt, dass uns auf diese Weise ein Teil entgeht: mit weiteren Skulpturen und der mediterranen Bepflanzung (u.a. Palmen, neu seit Frühjahr). Abhilfe nötig: an der Stelle stimmt etwas nicht mit der Beschilderung. Fazit? Wir müssen noch mal hin.


Webcamfoto

Der Nebel hat sich langsam gehoben, Aussichten wurden immer schöner, die Meter wurden immer länger… Sehnsucht nach einer Bank breitete sich aus. Natürlich nur wegen dem in-die-Landschaft-schauen. Aber, wo wir schon mal eine Bank hatten, da hat auch Jurek den Flachmann rausgeholt und die Freundin Brötchen und Wurst. Wein haben wir nicht gehabt, aber genug Weintrauben.
Weiter haben wir das Motorgeräusch einer Sprühpumpe und die dazugehörende Wolke wahrgenommen. Als wir nähergekommen sind wurde sie ausgemacht. Sicher damit sie uns die Ruhe und die Vögel nicht stört, und uns die tolle Luft nicht schlecht macht. Der gute Mann war so nett, hat abgewartet bis wir weg waren, hat sich nicht mal gezeigt, bevor er weitergemacht hat. Ach, was soll`s, bevor aus diesen Trauben Wein gemacht wird, spült der Regen schon vieles ab, und den Rest vergessen wir…

Start. . .WeinbergBank und TischBachusGehen oder rollen?WeinWeingeburt

Die Wanderung war schön und interessant, die fast 7km sind in bequemen Schuhen gut zu laufen. Viele Bänke zum verweilen, wunderschöne Landschaften. Ich weiß schon, dass wir dort wieder gehen werden, vielleicht zu anderer Jahreszeit, z.B. im Herbst, wenn sich die Reben verschieden färben und sich als bunter Teppich über die Hügel legen.

Thema: In der Umgebung | Kommentare (0) | Autor:

Sommernachtstraum

Samstag, 16 Aug 2008 @ 21:17

Kleine Städte haben die Schwäche, dass der Handel und das Leben aus den Innenstädten auf die Grüne Wiese ausweichen, wo sie sich prächtig entwickeln. Wichtige Menschen müssen sich immer wieder etwas einfallen lassen, um das Publikum wieder ins Zentrum zu locken. Und so hatten wir gestern eine Veranstaltung in der Fußgängerzone, unserer „Bachgass“, die so lang ist, dass wenn man am Anfang richtig Anlauf nehmen würde, dann würde man das Ende überspringen. Aber diesmal war sie voll Menschen, von 18:00 bis Mitternacht pochendes Leben da, wo sonst um die Zeit alles wie ausgestorben wirkt. Man hat uns mediterrane Urlaubsstimmung versprochen, und so war es. Licht, Kerzen, Fackeln vor Geschäften, Cocktails, Essen aus der südländischer Küche und Musik (na, konnte etwas mehr sein). Viele einkaufswillige Kunden spazierten und schauten in entspannter Stimmung und mit lockerer Hand hier und da durch die Läden. Eben, wie im Urlaub.

Im Laufe des Abends entwickelte sich weiter die Aktion „Heppenheim zeigt Farbe“, die im September gefeiert wird. Als äußerliches Zeichen tragen immer mehr Leute blaue T-Shirts mit Schrift „Ich bin Heppenheimer“, gestern wurden sicher mehrere Hunderte davon verkauft. Je später der Abend war, um so einheitlicher sah die Bachgass. Es werden auch Tausende Personen-Fotos bei verschiedenen Aktionen gemacht, die später zu einer Mosaik zusammengesetzt werden. So auch gestern. Wir beide sind schon dabei.

BollywoodKaufen?CaipirinhaIch bin HeppenheimerNachtlebenAlle wie einer

Und noch eine (alte) Neuigkeit: Bollywood dreht den nächsten Film in Heppenheim, und die bunten Turbane gehören wieder zum Straßenbild (kommt extra Post). Auch gestern waren viele „Bollywood`s“ da.

Ein schöner Abend, gelungene Idee. Bitte nächstes Jahr wieder.

Thema: Heppenheim zeigt Farbe | Kommentare (0) | Autor: